Pettstadt

Abwassergebühr: Pettstadt schlägt 43 Prozent auf

von unserem Mitarbeiter Werner Baier Pettstadt — Seit 2006 sind die Abwassergebühren konstant, nun steht eine Erhöhung bevor: Ab dem neuen Jahr verlangt die Gemeinde Pettstadt auf ...
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von unserem Mitarbeiter Werner Baier

Pettstadt — Seit 2006 sind die Abwassergebühren konstant, nun steht eine Erhöhung bevor: Ab dem neuen Jahr verlangt die Gemeinde Pettstadt auf der Basis des Trinkwasserverbrauchs pro Kubikmeter einen Euro für die Reinigung des Abwassers. Acht Jahre lang betrug die Gebühr 70 Cent. Nicht verändert wird die Grundgebühr von 70 Euro pro Zähleranschluss.

Gemeinde folgt Vorgaben

Geschäftsleiter Roland Hack rechnete vor, dass sich das Defizit der Kläranlage in den letzten Jahren durchschnittlich auf knapp 20 000 Euro belief. Es schwankte zwischen einem Plus von 2026 Euro im Jahr 2008 und einem Fehlbetrag von 35 513 Euro im Jahr 2013. Ursache waren steigende Personal-, Unterhalts- und Sachkosten von 114 786 auf 180 404 Euro in den sechs Jahren. Da die Abwasserreinigung eine kostenrechenende Einrichtung ist, fordere das Landratsamt bei der Genehmigung des Haushaltsplans immer wieder eine Gebührenanpassung. Dem musste die Gemeindeverwaltung Rechnung tragen und der Gemeinderat kam um die Erhöhung nicht herum. Ein Vergleich mit Nachbargemeinden zeigte, dass die Abwassergebühr, die die Pettstadter analog ihres Trinkwasserbezugs (Frischwassermaßstab) zu entrichten haben werden, noch günstig ist. In einer Gemeinde nordöstlich von Bamberg beträgt sie 2,70 Euro.
Die tatsächliche Abwassermenge eines Haushalts kann nicht gemessen werden, zumal in der Regel noch eingeleitetes Niederschlagswasser verschmutzt in der Kläranlage ankommt. Bei einem Wasserverbrauch von 78 000 Kubikmetern im Jahr müssen in Pettstadt im Jahr 2015 rund 125 000 Euro durch Gebühren gedeckt werden.

Zählergebühr bleibt konstant

Der Gemeinderat beschloss mit 7:5 Stimmen den Beibehalt der Zählergebühr von 70 Euro und die Anhebung des Verbrauchspreises um 0,30 auf einen Euro (immerhin 43 Prozent). Ein Durchschnittshaushalt, der im Jahr 130 Kubikmeter Wasser verbraucht, hat somit 200 statt bisher 161 Euro für die Abwasserreinigung zu zahlen. Das Trinkwasser, das Pettstadt von der Auracher Gruppe bezieht, schlägt beim Endverbraucher mit 1,05 Euro pro Kubikmeter plus 7 Prozent Mehrwertsteuer und zuzüglich Messungsgebühren zu Buche.
Alexander Hummel (CSU) hatte vergebens versucht, beide Säulen des Gebührenaufkommens zu erhöhen, Zähler- und Verbrauchsgebühr. Auf eine bessere Optik wollte sich die Mehrheit des Gemeinderats aber nicht einlassen. Hummels Antrag, die Grundgebühr auf 80 Euro und die Verbrauchsgebühr auf 0,95 Euro pro Kubikmeter anzuheben, wurde mit 5:7 Stimmen abgelehnt. Es überwog der von Bürgermeister Jochen Hack (FWG) ins Gespräch gebrachte ökologische Gesichtspunkt: Wer den Wasserverbrauch reduziert, wird die Gebührenerhöhung weniger spüren. Und das kommt der kostbaren Ressource Trinkwasser zugute.


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