Rothenkirchen

Abendstimmung über Bethlehem

von unserem Mitarbeiter  Karl-Heinz Hofmann Rothenkirchen — In der St. Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen steht derzeit ein wahres Schmuckstück. Einzigartig ist diese Krippe in i...
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Peter Grebner steht vor der von ihm vor 50 Jahren erbauten Krippe. Vor 30 Jahren malte er in einem überdimensionalen Gemälde den Hintergrund des Stadtpanoramas von Bethlehem.  Foto: K.- H. Hofmann
Peter Grebner steht vor der von ihm vor 50 Jahren erbauten Krippe. Vor 30 Jahren malte er in einem überdimensionalen Gemälde den Hintergrund des Stadtpanoramas von Bethlehem. Foto: K.- H. Hofmann
von unserem Mitarbeiter 
Karl-Heinz Hofmann

Rothenkirchen — In der St. Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen steht derzeit ein wahres Schmuckstück. Einzigartig ist diese Krippe in ihrer Größe, Aufmachung und vor allem mit dem überdimensionalen Gemälde als Hintergrundpanorama. Sie ist ein Kunstwerk und Kleinod, das es wert ist, bestaunt zu werden.
"Man müsste das neueste und modernste Handy oder ein Smart-Phone in die Krippe legen, dann bekäme sie auch heute noch die notwendige Aufmerksamkeit", sagt Peter Grebner und fügt etwas nachdenklich und enttäuscht hinzu, "leider interessieren sich Kinder und Jugendliche heute nur noch wenig für eine Krippe und verstehen auch nicht mehr den Sinn dafür." Für Beten und Glauben und für Verweilen vor einer Krippe haben die Leute keinen Sinn mehr und können oder wollen sich auch nicht mehr die Zeit dazu nehmen.

Keine Vorlage

Peter Grebner steht vor der überdimensionalen Krippe, die seit 50 Jahren zur Weihnachtszeit die St. Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen ziert. Er war Erbauer dieses akribisch zusammengestellten Werkes, in dem Holz und Moos aus heimischem Wald verarbeitet sind. Vor circa 30 Jahren kam ihm die Idee, ein Hintergrundgemälde zu erstellen. So malte der gelernte Porzellanmaler völlig ohne Vorlage einen Hintergrund, der seinesgleichen sucht.
Mit über fünf Metern Breite und über einen Meter Höhe bietet dieses dezent in Acrylfarben auf Spanplatten gemalte Bild eine einzigartige Atmosphäre für den Betrachter. "Ich musste die Abendstimmung der Krippendarstellung auch in dem Bild herüberbringen, also der ganzen Landschaft und den Gebäudeimpressionen musste ich eine Dämmerungsstimmung in der Farbgestaltung kreieren.
"Das Ganze war für mich nicht einfach, denn schließlich war ich noch nie in Bethlehem", erklärt er schmunzelnd. So habe er Vorlagen aus Strichzeichnungen und Kupferstichen aus einer Bibel entnommen und darüber hinaus seiner Fantasie freien Raum gelassen. Und nach etwa einem halben Jahr war die gelungene Abendstimmung über Bethlehem und dem Krippenvordergrund fertig.

Ein Hühnerstall als Atelier

Doch nicht nur die Herstellung des Gemäldes machte viel Arbeit, sondern auch erst einmal ein geeignetes Atelier für dieses außergewöhnlich große Gemälde zu finden war nicht ganz einfach. Fündig wurde er in einem alten leer stehenden Hühnerstall, der letztlich als Atelier diente, denn zu Hause hatte er keine geeigneten Räumlichkeiten für ein so großes Gemälde.
Peter Grebner ist froh, seit fünf Jahren in Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Matthias Beetz einen würdigen Nachfolger für die fachmännische Aufbewahrung und den jährlichen Aufbau der wertvollen Krippe gefunden zu haben. "Er kümmert sich rührend und akribisch mit Herzblut um diese Krippe und das Gemälde und das beruhigt mich sehr und freut mich außerordentlich."
Matthias Beetz stellt vor der Weihnachtszeit je nach Situation der Weihnachtsgeschichte die Fuguren wöchentlich neu um. Grebner hat nicht nur diese Krippe erstellt, sondern ist auch Restaurator vieler Kruzifixe in Fluren und Kirchen.
Seine Krippe bietet auch noch nach fünf Jahrzehnten eine Oase, ein Kleinod und ein Schmuckstück in der St. Bartholomäus- Kirche, das zur Weihnachtszeit bis zum 2. Februar zum Verweilen bei einem andächtigen Gebet einlädt.

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