Gremsdorf

A3 rückt immer näher an Buch

Einwände  Den Gremsdorfer Gemeinderäten missfällt der Plan, die Autobahn nur auf der Westseite auszubauen. Einige Häuser im größten Ortsteil der Gemeinde wären dann nur noch rund 40 Meter von der Fahrbahn entfernt.
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Bürgermeister Norbert Walter stellte den Gemeinderäten die neuen Pläne der Autobahndirektion vor. Foto: Pauline Lindner
Bürgermeister Norbert Walter stellte den Gemeinderäten die neuen Pläne der Autobahndirektion vor. Foto: Pauline Lindner
von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Gremsdorf — In diesen Wochen laufen die Auslegungen der Pläne zum sechstreifigen Ausbau der Autobahn 3 zwischen Klebheim und Höchstadt-Nord. Die Strecke verläuft ein langes Stück durch Gremsdorfer Gemeindegebiet. Bei der Flurbereinigung wurde eine Verbreiterung der Autobahn schon bedacht. Es ist ein neun Meter breiter Streifen Gelände dafür eingeplant worden, der sich bereits im Eigentum der Autobahndirektion befindet.
Fünf dicke Ordner hat Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (CSU/WG Gremsdorf) mit in die Ratssitzung gebracht, voll mit lauter Detail- und Abschnittsplänen samt Erläuterung. Auf den Karten ist der Streifen für die mögliche Verbreiterung als blaue Strichellinie eingetragen. Doch deutlich nach Westen versetzt verläuft eine neue Markierung. Sie kennzeichnet den Streifen, den die Autobahndirektion jetzt bebauen möchte.
"Der Autobahnausbau erfolgt auf der Westseite", erklärt der Bürgermeister zu Beginn der Ratsdebatte. Das sei im Bereich der Brücken notwendig, denn sie werden aus technischen Gründen nur auf einer Seite angebaut, weiß ein baukundiger Gemeinderat. Verständlich sei dies auch bei Medbach, ergänzt Walter. Dort würde die A3 sonst nicht den Abstand von 40 Metern, die sogenannte Bauverbotszone, einhalten.
Doch einhellig herrscht Unverständnis darüber, weshalb auch auf der Höhe des Ortsteils Buch die Autobahn nur nach Westen verbreitert wird. "Mein Haus liegt heute 60 Meter von der Autobahn entfernt", erklärt Ratsmitglied Wolfgang Pfann (WG Buch). Bei der jetzt geplanten Verbreiterung nach Westen um 15 Meter wären das von der Hausecke aus gesehen nur mehr gut 40 Meter. "Sein Haus und weitere rücken dann ganz nah an die Bauverbotszone heran", ergänzt der Bürgermeister.

Schallschutzfenster erforderlich

"Gegen den Ausbau nach den alten Plänen hat in Buch niemand etwas", betont Pfann für seine betroffenen Mitbürger, die in die Sitzung gekommen sind. Einer von ihnen ergänzt nebenbei, dass die Autobahndirektion trotz des Lärmschutzwalles bei etwa zehn bis 15 Häusern nicht die Einhaltung der vorgeschriebenen Dezibelgrenze garantieren kann, ohne dass besondere Schallschutzfenster eingebaut würden. "Wir fordern den symmetrischen Ausbau der Autobahn", fasst Walter diesen Diskussionspunkt zusammen. So wird es auch in den Einwendungen der Gemeinde stehen, versichert Norbert Stoll, der Leiter der VG-Geschäftsstelle, der Protokoll führt.
Ein weiterer Knackpunkt auf Gremsdorfer Flur ist das Regenüberlaufbecken in der neuen Autobahnauffahrt Höchstadt-Ost. Da es über Steggraben und Staffelbach in die Aisch ableitet, legt die Gemeinde größten Wert auf eine ausreichende Größe, damit auch sogenannte Jahrhundertfluten nicht zu Überschwemmungen führen. Gremsdorf wird auch darauf drängen, dass während des Baus die Autobahnauffahrt zumindest behelfsmäßig genutzt werden kann.
Weiter will die Gemeinde fordern, dass östlich der Kreuzung Autobahn/B470 ein Pendlerparkplatz gebaut wird. "Gegenüber dem Kapellenweg, wie wir in dieser Sitzung die Zufahrt zur Sandgrube Roth benannt haben", beschreibt Walter den Standort. Dort soll auch eine sogenannte Rendezvoushaltestelle für Busse eingerichtet werden. Ihre Lage östlich der Autobahn missfällt zwar einigen Ratsmitgliedern, aber die komplizierte Doppelampelschaltung macht dies notwendig. Läge der Halt zwischen den Ampeln, müssten auch die Busse mit einer Ampel eingefädelt werden. Da die Ampeln ihre Phasen nach dem Verkehr von der Autobahn - durch Schleifen im Asphalt - ausrichten, käme der Bus als letzter zum Zug. Die Idee einer Schnellbuslinie würde damit absurd, erläutert Walter.
Der sechste Punkt der Gremsdorfer Stellungnahme betrifft die geplante Lärmschutzwand. Auf Höhe der Gemeinde möchte man Unterbrechungen aus Glas. Dem Betroffenen Pfann wären allerdings Bäume lieber. "Damit wir nicht auf die Mauer starren müssen."
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