Marktgraitz

90 Prozent wollen den Dorfladen

Aber nicht einmal ein Drittel der Haushalte hatte den diesbezüglichen Fragebogen auch beantwortet.
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Im möglichen Standort für den Dorfladen soll in naher Zeit eine Infoveranstaltung stattfinden. Foto: Roland Dietz
Im möglichen Standort für den Dorfladen soll in naher Zeit eine Infoveranstaltung stattfinden. Foto: Roland Dietz

Für sehr viel Gesprächsstoff sorgten die ersten Ergebnisse der Fragebogenaktion "Dorfladen". So gab es eine kontroverse Diskussion der Gemeinderäte.

Laut Bürgermeister Jochen Partheymüller (BB) seien die Zahlen im Verhältnis zu bisher in Deutschland von der beauftragten Firma durchgeführten Befragungen eigentlich gar nicht so schlecht. 27,3 Prozent der ausgegebenen 450 Fragebögen seien zurückgekommen. 90 Prozent davon wünschten sich einen Dorfladen. Gerade bei der älteren Generation sei die Zustimmung groß. Kein Fahrzeug, schlechte Busverbindungen, gesundheitliche Einschränkungen und zeitliche Probleme gaben 60 Prozent der Befragten pro Dorfladen an. Gar 85 Prozent waren dafür, dass die Lebensmittelversorgung in Marktgraitz verbessert werden sollte, und befürworteten einen Dorfladen.

Beim Geld hört der Spaß auf

Regionale Produkte, fußläufige Erreichbarkeit und passende Einkaufszeiten hauptsächlich von 8 bis 18 Uhr waren die weiteren Hauptgründe, die für einen Dorfladen sprechen. Über die Hälfte der Befragten gab an, mindestens einmal die Woche dann dort einkaufen zu wollen. Nicht ganz so positiv war die Auskunft über eine Beteiligung finanzieller Art an einem solchen Laden. Und hier kam man schon auf den Kern in der Diskussion zu sprechen.

So war Zweiter Bürgermeister Georg Bülling (CSU) der Meinung, dass bei nur 20 Prozent Beteiligung finanzieller Art eine Weiterführung der Überlegungen für einen Dorfladen viel zu wenig seien. Wenn man sich noch überlegt, dass wie bei einer Genossenschaft 150 Bürger mit einer Einlage für den Laden von 300 Euro nötig seien, werde es nicht leichter. Auch ein Umsatz von mindestens 300 000 Euro jährlich sei so wohl kaum erreichbar.

Als zu wenig repräsentativ bezeichnete Achim Gagel (FW) die bisherigen Umfrage-Ergebnisse bezüglich der entstehenden Kaufkraft und den damit verbundenen Umsatz. Er halte grundsätzlich die bisherigen errechneten Möglichkeiten für realistisch. Genauer brachte das Thema Uwe Bornschlegel (CSU) auf den Punkt. Um eine Ernsthaftigkeit der Zahlen abzuleiten, sei der Rücklauf aus der Bevölkerung zu gering einzuschätzen. Die erste Fragebogenaktion bezeichnete er als Findungsphase, die durch weitere Befragungen in eine Ernsthaftigkeit umgewandelt werden muss. "Dann müssen die Karten auf den Tisch."

Beteiligung zu schwach

Michael Herrmann (CSU) erklärte, man wolle hier den Bürgern ein Angebot machen. So seien also nicht nur der Gemeinderat, sondern auch die Bürger gefragt, ob sie eine derartige Einrichtung wollen. Es hätten bei der Befragung zu wenig Marktgraitzer ihre Meinung abgegeben. "Wir müssen schon wissen, wie viele Bürger sich am Ende beteiligen wollen", gab Tanja Beier (CSU) zu bedenken. Matthias Partheymüller (FW) machte den Vorschlag, die Einwohner nochmals intensiver zu befragen. Bürgermeister Jochen Partheymüller informierte, dass bei einer Weiterführung der Planungen dem Markt Marktgraitz keine weiteren Kosten entstehen würden. Es stünden zwei geplante Informationsveranstaltungen in absehbarer Zeit an. Er bat alle, nicht zu schnell aufzugeben und für dieses sinnvolle Projekt weiter zu werben.

Ein weiteres Thema war ein Abriss des Anwesens Marktplatz 14. Es sei kein Schmuckstück für Marktgraitz, waren sich alle Räte sicher. Auf Nachfrage von Georg Bülling teilte Bürgermeister Jochen Partheymüller mit, dass nach einem Abriss ein räumlicher Abschluss des Geländes möglich sein werde. Das Haus stehe auch nicht unter Denkmalschutz. Die Abstimmung für einen Abriss des "nicht erhaltenswerten Gebäudes" verlief einstimmig.

Johann Geßlein, Dietmar Kraus und Michael Schmölzing werden bei der Kommunalwahl 2020 die Beisitzer für den Wahlausschuss sein.

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