LKR Haßberge

80 Kinder, Hitze, Hunger, Durst

Abgesehen davon, dass die Temperaturen drücken, kommt auch der Spaß im Feriencamp nicht zu kurz. Doch hinter dem Zeltlager der Pfarrjugend Kirchlauter steckt enormer logistischer Aufwand. Ein Lage(r)bericht.
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Eines der Sammelzelte auf dem Zeltplatz am Waldrand in der Nähe von Unterschleichach. Hier hat die Pfarrjugend Kirchlauter ihr jährliches Kinder- und Jugendcamp aufgeschlagen. Bei den aktuellen Temperaturen gilt: schattige Plätze suchen.  Fotos: Andreas Lösch
Eines der Sammelzelte auf dem Zeltplatz am Waldrand in der Nähe von Unterschleichach. Hier hat die Pfarrjugend Kirchlauter ihr jährliches Kinder- und Jugendcamp aufgeschlagen. Bei den aktuellen Temperaturen gilt: schattige Plätze suchen. Fotos: Andreas Lösch
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Andreas Lösch

Es ist Sommer. Zeit für ein Zeltlager! Na dann, fangen wir an. Kinder her, Zelte her, los geht's! Ganz einfach, oder? Nicht ganz. Da steckt ziemlich großer Aufwand dahinter - Ferienbetreuung will gut überlegt und wohl organisiert sein.
Diese Tage gibt es etliche Angebote für die Ferienkinder im Landkreis Haßberge und der Fränkische Tag hat sich die Pfarrjugend Kirchlauter herausgepickt. Das Zeltlager "Heilige Länder" ist eines der großen und festen Institutionen im Bereich Feriencamps im Landkreis. Seit 1977 findet es statt, stetig wuchs die Teilnehmerzahl und so mancher Lausbub von damals ist heute immer noch dabei.
Nur diesmal als gestandener Mann: Achim Selig, 42, zeichnet jetzt nicht mehr dafür verantwortlich, die Streiche zu spielen, sondern sie zu verhindern. Er ist einer der leitenden Betreuer des Zeltlagers. Zusammen mit Josef-Paul Hofmann, Marc und Benjamin Veen sowie Michael Tischner bildet er die "Oberleitung" - die fünf sind quasi die Endgegner der Streiche spielenden Kids - aber keine Sorge, die Oberleitung ist durchaus verständnisvoll und nachsichtig; sie alle haben das Camp als Kinder und Jugendliche selbst miterlebt, kennen also beide Seiten.


Heuer mal nah an der Basis

Dennoch steckt für sie nun viel Arbeit in dem Zeltlager, schon im Vorfeld müssen sie viel organisieren, mit Eltern absprechen, Pläne erstellen, Spiele zum Zeltlagermotto (heuer: Robin Hood) erdenken, Zuständigkeiten klären, Genehmigungen einholen, einen geeigneten Zeltplatz suchen (siehe Artikel unten). Der Zeltplatz wechselt von Jahr zu Jahr innerhalb der fränkischen Region, heuer blieb die Kirchlauterer Pfarrjugend heimatnah und landete auf einer Wiese am Waldrand bei Unterschleichach.
Die Oberleitung allein ist aber eigentlich hilflos, wenn es darum geht rund 80 Kinder zu betreuen, zu versorgen und zu bespaßen. Der Betreuer- und Helferstab umfasst deswegen insgesamt rund 45 Personen, die verschiedene Aufgaben übernehmen. Eine Woche lange (von Sonntag bis Samstag) dauert das Zeltlager.
Eine Mammutaufgabe fällt dabei dem Küchenteam zu. In einem Zelt bereitet Küchenchefin Simone Reich mit ihren Helferinnen drei Mahlzeiten am Tag zu, zwei davon warm. Am Dienstag etwa gab es Sauerbraten mit Klößen und Blaukraut, alles zubereitet in einer kleinen Feldküche: Gas betriebene Kochstellen, heißes Wasser aus den holzbefeuerten Heizkesseln hinterm Zelt. Ist das Essen fertig, ruft die Oberleitung zu Tisch. Eiserne Zeltlagerregel: "Die Küche bestimmt die Uhrzeit. Wenn das Essen fertig ist, ist es 12 Uhr", erklärt Josef-Paul Hofmann und lacht. Niemand aus der Oberleitung käme auf die Idee, dem Küchenteam zu widersprechen...
Wegen der aktuellen Temperaturen wird darauf geachtet, dass die Kinder und Jugendlichen nicht überhitzen. "Kopfbedeckung, Sonnencreme und viel trinken. Und zwischendurch sorgt die Feuerwehr Unterschleichach für Abkühlung mit dem Wasserschlauch", sagt Selig.
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