Hausen

75-Jähriger testet E-Scooter

Gerhard Schmidt aus Leutzdorf hat sich von dem Experten Manuel Heilmann in Hausen über die Tretroller mit Elektromotor beraten lassen. Die Kleinstfahrzeuge sind für kurze Strecken geeignet - das schafft Bewegungsspielraum.
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Manuel Heilmann zeigt Gerhard Schmidt, dass das Brett breit ist und mit Gumminoppen für einen sicheren Stand sorgt. Foto: Carmen Schwind
Manuel Heilmann zeigt Gerhard Schmidt, dass das Brett breit ist und mit Gumminoppen für einen sicheren Stand sorgt. Foto: Carmen Schwind

E-Scooter, also Elektro-Tretroller, sind seit diesem Jahr nun auch in Deutschland zugelassen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Elektro-Kleinstfahrzeuge, also Tretroller, die mit einem Elektromotor angetrieben werden. Die kleinen Flitzer sollen Spaß machen und mit ihrem Elektromotor ein "Gewinn für die Umwelt" sein, denn man kann schnell kurze Wege bewältigen. Viele Senioren kennen Tretroller aus ihrer Kindheit. Doch sind die neuen E-Scooter eine Alternative für ältere Menschen?

Der 75-jährige Leutzdorfer Gerhard Schmidt hat einen E-Scooter getestet und sich vorher von Manuel Heilmann, Inhaber von Fahrrad-Heilmann in Hausen, beraten lassen. Sein Fazit nach der Testfahrt: "Das ist was für Senioren, die Spaß haben und kurze Wege schnell zurücklegen wollen."

Doch zuerst ließ sich Schmidt das Fahrzeug genau erklären. "Jeder hat schon mal was über den E-Scooter gelesen. Aktuell dürfen sie ab einem Alter von 14 Jahren auf Radwegen und Straßen gefahren werden", erklärt Manuel Heilmann. Er zählt auf, dass es keine Helmpflicht gibt, er aber unbedingt einen Fahrradhelm empfiehlt.

E-Scooter laufen etwa 20 Kilometer in der Stunde schnell. "Ich hatte einen Vater, der einen E-Scooter für seinen Sohn gekauft hat. Der Junge fuhr hier Probe und war erst überfordert, dass der so schnell geht", berichtet Heilmann.

Die Geschwindigkeit überrascht auch die Testperson Gerhard Schmidt, denn man schiebt nur kurz mit dem Fuß an und kann dann über einen kleinen Hebel Gas geben. Das getestete Modell ist von der Firma Metz, einer der wenigen E-Scooter mit Straßenzulassung. Schmidt ist angetan, dass der Roller sogar einen kleinen Hügel schafft.

"Da muss man darauf achten, wenn man einen günstigen im Baumarkt oder Discounter kauft, denn die haben meistens keine Zulassung und dürfen dann auch nur auf Privatgelände genutzt werden", erläutert Heilmann. Er erklärt, dass E-Scooter nicht für lange Strecken oder Ausflüge ausgelegt sind; auch nicht für Bergfahren, sondern um kurze Strecken in der Stadt schnell bewältigen zu können. "Zum Beispiel, wenn man zum Arzt oder in die Apotheke will", zählt er auf.

Bei Messen war er überrascht, wie viele Senioren sich für einen E-Scooter interessieren. "Da gab es welche, die nicht mehr auf ein Fahrrad kommen oder sich auf einem Rad unsicher fühlen. Viele Senioren, die zum Camping fahren, nehmen einen E-Scooter mit", berichtet Heilmann. Denn das Gefährt ist relativ leicht, zusammenklappbar, und man kann ihn am Urlaubsort für kleine Ausflüge nutzen.

Senioren finden den Roller auch gut, weil er wenig Platz braucht und damit leicht im Kofferraum transportierbar ist. "Damit ist er auch interessant für Tagesausflüge, denn man holt ihn raus und schaut sich die Sehenswürdigkeiten per E-Scooter an", schlägt Heilmann vor. Oder die Senioren nehmen ihn mit im Zug oder im Bus, denn er darf kostenlos transportiert werden.

Manuel Heilmann empfiehlt eine Beratung und Probefahrt beim Fachmann: "Denn auch die Beleuchtung muss zugelassen sein und die Bremse eine gewisse Leistung haben. Die Beleuchtung muss auch immer an sein. Auch das Trittbrett sollte, gerade bei Senioren, breiter sein. Und der Lenker sollte höhenverstellbar sein", listet er auf.

Den Test-Roller stellt er gleich für Gerhard Schmidt ein. E-Scooter haben eine Reichweite von etwa 20 Kilometern und die Batterie kann an der Steckdose aufgeladen werden. Die Ladezeit beträgt etwa drei Stunden.

Nach den Erklärungen darf Gerhard Schmidt lostreten. "Das macht richtig Spaß", meint er nach der Testfahrt. Ihm gefallen das breite Standbrett mit den Gumminoppen und die großen luftgefüllten Räder: "Das geht nicht so auf die Arme und ich konnte problemlos über den Randstein fahren. Den kann man auch auf Kopfsteinpflaster nutzen", fasst Schmidt zusammen und empfiehlt, ein wenig mehr Geld für ein gutes Produkt auszugeben und sich beim Fachmann beraten zu lassen.

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