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Höferänger

70 Kilo CO2 kommen stündlich weniger raus

Die Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen auf der Deponie Höferänger greifen. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund.
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Die neue CHC10-Kompaktanlage soll dafür sorgen, dass bis 2050 mindestens 11 500 Tonnen CO2 eingespart werden können. Von links Deponiemitarbeiter Heiko Klinger, Sachbearbeiter Michael Beck, Landrat Klaus Peter Söllner, ASK-Bauleiter Markus Meisel, ASK-Geschäftsführer Florian Schneider und Dipl.-Ing. Mattias Ott (Foto unten). Das schauten sich alle auch in der Praxis (Foto oben) genau an. Die Anlage ist ein hocheffizienter "Filter" für Treibhausgas-Emissionen. Fotos: Werner Reißaus
Die neue CHC10-Kompaktanlage soll dafür sorgen, dass bis 2050 mindestens 11 500 Tonnen CO2 eingespart werden können. Von links Deponiemitarbeiter Heiko Klinger, Sachbearbeiter Michael Beck, Landrat Klaus Peter Söllner, ASK-Bauleiter Markus Meisel, ASK-Geschäftsführer Florian Schneider und Dipl.-Ing. Mattias Ott (Foto unten). Das schauten sich alle auch in der Praxis (Foto oben) genau an. Die Anlage ist ein hocheffizienter "Filter" für Treibhausgas-Emissionen. Fotos: Werner Reißaus

Auf der Deponie Höferänger wurde eine Kompaktanlage installiert, die mehr Methan aus den Treibhausgas-Emissionen entzieht. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert auch im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative solche Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emmisionen.

Landrat Klaus Peter Söllner sprach von einer Maßnahme, die in der Öffentlichkeit im Detail überhaupt nicht wahrgenommen wurde, aber ein herausragender Beitrag zum Klimaschutz sei.

Auf diesem Gebiet wurde vom Landkreis in den letzten Jahren sehr viel unternommen: "Unsere Deponie in Höferänger ist ein Beispiel dafür und ich möchte mich herzlich bei den beteiligten Ingenieuren und der Firma ASK August Schneider bedanken." Der Landrat würdigte aber auch die Arbeit im eigenen Haus.

Für das gesamte Projekt wurden bislang knapp 410 000 Euro in den Klimaschutz und die Reduzierung von Treibhausgasen investiert. Erfreulich für den Landkreis ist, dass das Bundesministerium zu den förderfähigen Kosten von 340 000 Euro einen Zuschuss von 170 000 Euro gewährt.

Breites Spektrum

Wie Michael Beck vom Landratsamt erläuterte, fördert das Bundesministerium seit 2008 Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen leisten: "Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei."

Im vorgeschalteten Förderzeitraum wurden die Möglichkeiten ausgelotet, Treibhausgas-Emissionen aus Siedlungsabfalldeponien der Deponie Höferänger zu reduzieren. Das war die Grundlage für die Maßnahmen, die jetzt umgesetzt wurden.

Den Zuwendungsbescheid des zuständigen Bundesministeriums erhielt der Landkreis im August 2018: Übernommen wurde die Hälfte der Kosten für Investitionen der Baumaßnahme; im November 2018 wurden dann schon die Planungsleistungen vergeben und die Ausschreibungen vorbereitet.

Installiert wurde eine neue CHC10-Kompaktanlage, die für Deponie-, Bio-, Klär- und Grubengas mit verscheidenen Methan-Konzentrationen eingesetzt werden kann, Diese Anlage ist im Sortiment die kleinste Kompaktanlage; sie soll für die nächsten 25 bis 50 Jahre die Nachsorge der Deponie Höferänger im Bereich der Entgasung bei immer niedrigeren Methankonzentrationen sicherstellen.

Laut Michael Beck kann diese Anlage methanhaltige Gase mit hohem Wirkungsgrad umwelt- und klimaschonend behandeln. Gleichzeitig wird mehr Methan erfasst, der Anteil wird auf über 50 Prozent mehr als verdoppelt. Insgesamt sollen mit der Anlage aus der Potenzialberechnung bis 2050 mindestens 11 500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Zur Optimierung des Entgasungsverhaltens wurde das Gaserfassungssystem bei der Umrüstung ebenfalls saniert.

In Detail erläuterte Beck die baulichen Maßnahmen und Tiefbauarbeiten, die am Deponiekörper durchgeführt wurden: "Die Maßnahmen dienen zur langfristigen Aufrechterhaltung der aktiven Deponie-Entgasung und zur Stabilisierung des Deponiekörpers." Die anfallenden Schwachgase könnten auch bei rückläufigen Methankonzentrationen sicher behandelt werden. Insgesamt werde sich das Emissionsverhalten der Deponie verbessern. Es zeige sich, dass nach der Umrüstung der Anlage bei einem optimierten Entgasungsbetrieb rund 60 Prozent mehr Gas-Emissionen behandelt werden könnten.

Fast 100 000 Kubikmeter Gas

Die Momentaufnahme zeige, dass die Jahresprognose für 2020 von rund 96 000 Kubikmetern Deponiegas erreicht werde, da in den letzten knapp fünf Monaten bereits 44 000 Kubikmeter der neuen Schwachgas-Kompaktanlage thermisch behandelt wurden. Das entspricht einer CO2 -Einsparung von etwa 70 Kilo CO2 pro Stunde.