LKR Erlangen-Höchstadt
Flüchtlinge

63 sind aktuell untergetaucht

Andreas Dorsch Von einem "deutlichen Rückgang" neu hinzugekommener Flüchtlinge berichtete Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der gestrigen Sitzung des Soz...
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Andreas Dorsch

Von einem "deutlichen Rückgang" neu hinzugekommener Flüchtlinge berichtete Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der gestrigen Sitzung des Sozialhilfeausschusses des Kreistags. Waren im Landkreis Erlangen-Höchstadt im Februar 2017 noch 776 Asylsuchende untergebracht, sind es derzeit nur noch 571.
Darüber hinaus registriert das Landratsamt aktuell noch 166 Fehlbeleger und 24 Wohnsitzzuweisungen. Deren Asylverfahren ist bereits abgeschlossen, sie sind aber weiterhin in Unterkünften des Landkreises untergebracht, weil sie noch keine Wohnungen gefunden haben.
Überrascht hat der Landrat die Ausschussmitglieder mit einer anderen Zahl. So seien derzeit 56 Erwachsene und sieben Kinder, die im Landkreis registriert waren, offensichtlich untergetaucht. Die Behörden wüssten nicht, wo sich die 63 Menschen aufhalten, sagte Tritthart. Sie seien zur Fahndung ausgeschrieben.
SPD-Kreisrat Konrad Eitel, der sich in Herzogenaurach ehrenamtlich stark für Flüchtlinge engagiert, richtete einen Appell nicht nur an die Politiker, "verbal abzurüsten". Mit markigen Sprüchen würde die Ausländerfeindlichkeit nicht bekämpft. Menschen, die da sind, müssten untergebracht werden und sollten auch arbeiten dürfen, forderte Eitel. An den Landrat appellierte er, dabei Ermessensspielräume zu nutzen.
Tritthart erinnerte daran, dass sich das Landratsamt bei seiner Arbeit an staatliche Vorgaben halten müsse. Meist gehe es um Menschen, die keine Bleibeaussicht haben.
Kritik übte der Landrat am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Diese Behörde prüfe nicht die Identität der Flüchtlinge, was ein Fehler im System sei. Dafür werde die Verantwortung auf die Landratsämter abgeschoben. Die müssten dann abwägen. Man habe im Kreis auch Personen mit mehreren Identitäten, merkte Tritthart an. Einfacher wäre es für ihn zu sagen, alle die da sind, dürfen arbeiten.
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