Gräfenberg

600 Fragen der Realschüler an Glauber

Der Name ist Programm und steht für Klimaschutz. Als Greta ihren Namen nannte, applaudierten die Schülerinnen und Schüler. Nicht Greta Thunberg, sondern eine Namensvetterin aus der fünften Klasse der ...
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Umweltminister Thorsten Glauber (2. v. r.) stellte sich einer Umwelt-Debatte mit Schülern und Lehrern in Gräfenberg.  Foto: Petra Malbrich
Umweltminister Thorsten Glauber (2. v. r.) stellte sich einer Umwelt-Debatte mit Schülern und Lehrern in Gräfenberg. Foto: Petra Malbrich

Der Name ist Programm und steht für Klimaschutz. Als Greta ihren Namen nannte, applaudierten die Schülerinnen und Schüler. Nicht Greta Thunberg, sondern eine Namensvetterin aus der fünften Klasse der Gräfenberger Realschule. Dort traf sich die gesamte Schulgemeinschaft, um ihre Ängste und Sorgen, angefangen bei der Artenvielfalt, bei Umweltminister Thorsten Glauber (FW) abzugeben und politische Lösungen zu hören.

Der Umwelt- und Klimaschutz sei genau das Thema, für das er kämpfe, sagte Glauber und appelliert e an die Gräfenberger Realschüler, "in ihren Bemühungen weiterzumachen". Denn auch er kennt Debatten im Landtag, über die er nur den Kopf schütteln kann. Trotz wissenschaftlicher Studien, die den dynamischen Temperaturanstieg aufzeigen, gebe es für ihn unbegreiflicherweise noch immer Klimawandelleugner. Ganz so einfach ist die Umsetzung nicht, doch Lösungen werden erarbeitet. Das konnte Glauber deutlich und glaubhaft aufzeigen. Mehr als 600 Fragen haben die Schüler gesammelt, einige prägnante wurden ausgewählt. Die Elektromobilität war eins der großen Themen. Nicht nur Sophie ärgert es, dass diese als besonders umwelt- und klimafreundlich angepriesen wird, obwohl alleine die Herstellung der Batterien umweltschädlicher ist und auch unter vor allem gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Thorsten Glauber stritt das nicht ab. Die E-Mobilität sei hochproblematisch. Aber auch die jetzigen Batterien samt Autoabgasen. Eine neue Generation an Batterie werde derzeit mit der FAU Erlangen und der Uni in Bayreuth entwickelt.

Wohin mit den Diesel-Autos, wenn alle Elektroautos fahren, wollte Greta aus der fünften Klasse wissen. Wohin, das wusste Glauber auch nicht. Aber dass sich der Fuhrpark ändern wird, das stehe außer Frage. Wäre es demnach nicht sinnvoll, die Gräfenbergbahn zu elektrifizieren und dann mit Ökostrom zu betreiben, fragte Darius. Wie sehr gerade die Bevölkerung hier auf die Gräfenbergbahn angewiesen sei, machte der Umweltminister deutlich. Er übe auch politischen Druck auf die Bahn aus, diese Strecke zu sanieren. "Wenn dann noch der Strom nachhaltig produziert wird, haben wir ein Super-System. Deshalb muss ausgebaut werden", bekräftigte Glauber und traf damit Sarahs Sorge, warum überhaupt so spät aus der Kohlekraft ausgestiegen werde. Dies bis 2038 überhaupt in den Fahrplan zu bringen, war ein zähes Ringen, verriet Glauber. Der Strom sei nur ein Baustein im System. Mit 40 Prozent mache die Industrie- und Gebäudewärme den größten Anteil aus, gefolgt vom Verkehr. Gerade wenn es um die Befürwortung von Windrädern gehe, werde man selbst als Politiker oft in die Ecke gestellt. "Wenn wir so herangehen, können wir die Energiewende nicht schaffen. Wir müssen akzeptieren, dass die Landschaft anders aussieht", betonte Glauber, ein Befürworter der Energiequellen, die keine Rechnung stellen. Dass andere Länder sich wenig um den Klimaschutz scheren, bereitet einer anderen Sarah Kopfschmerzen. Das liege oft daran, dass propagiert werde, der Wirtschaft gehe es dann nicht gut. Die Wirtschaft werde höher als die Nachhaltigkeit gestellt. Glauber widersprach: "Dass es der Wirtschaft schlecht geht, ist einfach Quatsch. Wir verdienen viel Geld bei den Umwelttechnologien. Man scheut nur den Konflikt und es geht auch um Menschenrechte. Deshalb müssen die großen Nationen mit, sonst verlieren wir das Rennen."

Der Umweltminister machte den Schülern Mut, weiterhin Überzeugungsarbeit zu leisten und jeden Tag zu versuchen, die Dinge zu ändern. Genauer untersucht haben die Gräfenberger Schüler den Klimawandel und das Thema Klimaschutz durch verschiedene Projekte, die sie ihrem Umweltminister aufzeigten. Petra Malbrich

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