Erlangen

60 Jahre für die Gesundheit

Das Erlanger Waldkrankenhaus präsentierte bei einem Tag der offenen Tür sein Angebot. Ab 2020 kann man sich dort zur europaweit anerkannten Pflegefachkraft ausbilden lassen.
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An einem Dummy konnten die Besucher eine Endoskopie durchführen. Fotos: Pascale Ferry
An einem Dummy konnten die Besucher eine Endoskopie durchführen. Fotos: Pascale Ferry
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Diesen Satz hört niemand gern: "Das muss leider operiert werden." Aber wenn es unbedingt sein muss, fällt seit 60 Jahren die Wahl oft und gerne auf das Waldkrankenhaus in Erlangen. Heuer feiert die Einrichtung, die 2018 rund 30 000 stationäre und ambulante Behandlungen durchführte, Jubiläum. Am Samstag beim Tag der offenen Tür schauten knapp tausend Besucher vorbei, um sich zu informieren.

Eine besondere Attraktion war das begehbare Herzmodell, zwei Meter groß, drei Meter lang, das mit seinen acht Ein- und Ausgängen aussah wie eine vielfarbige, komplexe Heizungsanlage. Noch dazu eine, die laut und unregelmäßig wummert und pumpt. Kardiologe Horst Beyer erläuterte: "Die meisten Herzfehler kann man hören."

Neues in der Notaufnahme

Pascal Weiher, stellvertretender Leiter des Pflegeteams in der Notaufnahme, machte die Besucher mit dem Konzept der "Triage" vertraut. Immer mehr Selbsteinweiser mit Bagatellerkrankungen überlasten die Notaufnahmen. Gründe dafür sind zum Beispiel das größere Vertrauen der Patienten in die technische Ausstattung der Krankenhäuser oder die Wartezeiten beim Facharzt. Beim "Triage" werden sie nun beim Erstkontakt in fünf Kategorien eingeteilt, nach denen sich die Priorität der Behandlung richtet.

Bei der Ausbildung greift das Malteser-Krankenhaus die neuesten Trends auf: 2020 starten die erste Lehrlinge in die Generalistik-Ausbildung zur europaweit anerkannten Pflegefachkraft. Dieser Beruf vereint Elemente der Kranken-, Kinder- und Altenpflege und bietet den Absolventen die Möglichkeit, in jeder dieser Disziplinen tätig zu werden, sogar im europäischen Ausland. Beim Speed-Dating für Ausbildungsberufe am 12. Oktober können Interessierte mehr dazu erfahren.

Peter Rettenbacher und Maximilian Pollack von der Rettungswache Nürnberg berichteten, dass eine Fahrerschulung bei den Maltesern Bestandteil der Ausbildung ist, damit alle bei der Fahrt mit Blaulicht sicher ans Ziel kommen. Rettenbacher bestätigt, dass tätliche Angriffe auf Rettungskräfte leider zunehmen. "Aber man lernt, diese nicht persönlich zu nehmen", ergänzt Pollack, da es sich oft um Personen unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder mit psychischen Erkrankungen handle.

Mit dem Bau des Malteserstifts St. Elisabeth, das voraussichtlich im Sommer 2020 bezugsfertig sein wird, stellt sich das Waldkrankenhaus mit seinen rund tausend Mitarbeitern auf den steigenden Bedarf an Pflege für ältere, aber auch jüngere Pflegebedürftige ein. Pflegende Angehörige wurden kompetent beraten, zum Beispiel zu Techniken des Transfers oder zur Wundversorgung.

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