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Bamberg

60 Jahre in Flammen: Dominikanerin feiert Diamantenes Professjubiläum

Marion Krüger-Hundrup In heutiger Zeit weckt ein solches Leben in Zurückgezogenheit und Stille eher Unverständnis, aber auch Neugierde: Was machen die Nonne...
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"Seien Sie das Licht Christi!": Erzbischof Ludwig Schick überreicht Schwester Berthilla eine Kerze.  Foto: Bärbel Meister
"Seien Sie das Licht Christi!": Erzbischof Ludwig Schick überreicht Schwester Berthilla eine Kerze. Foto: Bärbel Meister
Marion Krüger-Hundrup

In heutiger Zeit weckt ein solches Leben in Zurückgezogenheit und Stille eher Unverständnis, aber auch Neugierde: Was machen die Nonnen im Kloster Heilig-Grab eigentlich? Wozu und für wen sind sie von Nutzen?
"Wir sind vor Gott für die vielen Menschen da", umschreibt Schwester Berthilla Heil den Auftrag der Dominikanerinnen. Und dass eine solche Stellvertretung in Gebet und Kontemplation tragen und zutiefst erfüllen kann, macht die 83-Jährige anlässlich ihres Diamantenen Professjubiläums mit den Worten fest: "Gott hat es super gut mit mir gemeint!" Er habe sie durch sechzig Jahre Ordensleben geführt, durch Höhen und Tiefen. Und selbst wenn das Alter inzwischen seinen Tribut fordert, strahlt diese zierliche Frau das Feuer für Jesus Christus aus, dessen Flammen trotz Zukunftssorgen um das Kloster nicht erlöschen. Berthilla Heil, von 2002 bis 2014 Priorin des Konventes, hat fünf Mitschwestern, die älteste ist 102. Eine Novizin gibt es seit vielen Jahren nicht.


Bamberger nehmen Anteil

Dass die Bamberger dennoch regen Anteil am Schicksal des Heilig-Grab-Klosters nehmen, bewiesen sie mit ihrem Besuch des feierlichen Dankgottesdienstes zum Professjubiläum. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Erzbischof Ludwig Schick mit den Konzelebranten einzog: Pfarrer Marcus Wolf (St. Gangolf), Karmelitenpater Johannes Nützel, Salesianerpater Philipp Weißhaar und Combonipater Andreas Thorwarth. Unter den Kirchenbesuchern waren auch Familienangehörige von Schwester Berthilla, die aus dem Oldenburger Land (Niedersachsen) stammt. Eine Ordensprofess habe auch eine Botschaft an die Menschen heute, sagte der Erzbischof in seiner Predigt. So solle die Gottvergessenheit überwunden, sollten die Menschen wieder zu Gottsuchern werden. Es sei wichtig, die Gleichgültigkeit zu überwinden und Wertschätzung zu zeigen, etwa gegenüber Flüchtlingen, den Armen, den Hilfsbedürftigen und der Schöpfung. Erzbischof Schick dankte der Jubilarin für ihr Wirken, sprach das Segensgebet über sie und überreichte ihr eine Kerze: "Seien Sie Licht Christi!", bat er die Ordensfrau.
Vor der Priorin des Klosters, Schwester Maria Gratia Choi, erneuerte Schwester Berthilla ihre Gelübde. Die Erste Profess hatte sie am 3. Mai 1956 abgelegt, nachdem sie im Oktober 1954 bei den Missionsdominikanerinnen in Neustadt am Main eingetreten war. Ihr Weg führte sie in Ordensniederlassungen in England und Amerika, wo sie als Lehrerin und Novizenmeisterin tätig war. Dann folgten Jahre in Rom, in denen sie ein Theologiestudium absolvierte. Danach arbeitete sie im Bildungshaus am Volkersberg der Diözese Würzburg in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Und dann fühlte sich Schwester Berthilla gerufen, sich noch einmal zu verändern und den Schritt in die Kontemplation zu wagen. 1988 kam sie ins Bamberger Kloster, "zunächst ein schwieriger Anfang", wie sie freimütig bekennt. Heute ist sie der Überzeugung, dass all die Jahre für sie "gute und segensreiche Zeiten waren" - bei allen Phasen des Ringens und Betens um den richtigen Weg.


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