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500 000 Euro für die Fakultät Gesundheit

Die Finanzplanung im bayerischen Nachtragshaushalt beschert der Hochschule Coburg einen unerwarteten Geldsegen. Aus den sogenannten Fraktionsreserven gehen rund 500 000 Euro an die Bildungseinrichtung...
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Die Finanzplanung im bayerischen Nachtragshaushalt beschert der Hochschule Coburg einen unerwarteten Geldsegen. Aus den sogenannten Fraktionsreserven gehen rund 500 000 Euro an die Bildungseinrichtung. "Damit sind wir der Fakultät Gesundheit an der Hochschule einen großen Schritt näher gekommen", freute sich CSU-Landtagsabgeordneter Martin Mittag. Er und seine Lichtenfelser Kollegin, die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, gaben am Freitag die Entscheidung bekannt.

Die bayerischen Regierungsfraktionen dürfen im Rahmen des Nachtragshaushalts rund 40 Millionen Euro extra verteilen, die sogenannte Fraktionsreserve. Über die Verwendung dürfen die Abgeordneten entscheiden. Einen Schwerpunkt setzen die Fraktionen heuer im Bereich Wissenschaft, für den gut ein Drittel des Geldes ausgegeben werden soll. Rund 1,5 Millionen Euro sind dabei für neue Pflege-Studiengänge vorgesehen.

An der Hochschule Coburg schreitet die Weiterentwicklung einer eigenen Fakultät Gesundheit voran. Diese soll unter anderem eine akademische Ausbildung in den Bereichen Hebammenwesen und Pflegewissenschaften anbieten.

"Angesichts des demografischen Wandels ist das Thema Pflege großgeschrieben", betonte Mittag. "Wir brauchen Fachkräfte!" Gerade den ländlichen Raum, wo auch Coburg angesiedelt ist, stelle das vor große Herausforderungen. Das Interesse am Ausbau des Bildungsangebots sei daher groß im gesamten "Innovationsdreieck Coburg-Kronach-Lichtenfels". Mittag und Zeulner sehen in der Pflegeausbildung vor Ort auch Chancen, dass ein Teil der Absolventen nach der Ausbildung in der Region bleibt.

Bis die ersten Studierenden ihre Ausbildung in Coburg beginnen können, wird noch einige Zeit vergehen. Zunächst müssten umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden, so Mittag. "Wir brauchen natürlich Ausbilder." Das sei gar nicht so einfach, denn so viele gebe es in diesen Bereichen nicht.

Pflegekräfte, Hebammen und Physiotherapeuten, das sind die drei Berufsfelder, die sich an der Hochschule Coburg etablieren sollen, sagte Mittag. Mit der Medau-Schule habe Coburg schon einen sehr guten Ausbilder in der Sparte Physiotherapie. Dennoch müsse auch die Ausbildung von Physiotherapeuten "zu einem kleinen Prozentsatz akademisiert" werden, um einen größeren Kreis von Bewerbern anzusprechen.

Im vergangenen September verabschiedete der Bundestag den Gesetzesentwurf, die Hebammenausbildung künftig europaweit ausschließlich über ein Studium laufen zu lassen. Damit soll dem Hebammenmangel begegnet werden. Es sei nicht zufriedenstellend, wenn hier ausgebildete Hebammen beispielsweise "nach Spanien rekrutiert" würden, kritisierte Emmi Zeulner, selbst ausgebildete Krankenschwester und Mitglied der Arbeitsgruppe für Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dabei solle in allen Sparten unbedingt auf eine praxisnahe Ausbildung - auch in Zusammenarbeit mit Regiomed - geachtet werden. Zeulner: "Wir wollen keine Theoretiker ausbilden!"

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