Baiersdorf

50 Personen sollen in Containern leben

von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner Baiersdorf — Wie sollen die Asylanten untergebracht werden? Diese Frage beschäftigte den Stadtrat erneut, nachdem das Thema schon auf der ...
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von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Baiersdorf — Wie sollen die Asylanten untergebracht werden? Diese Frage beschäftigte den Stadtrat erneut, nachdem das Thema schon auf der Agenda der Oktobersitzung gestanden hatte und Anfang November die Bürger informiert worden waren.
CSU-Sprecherin Dorothea Neubauer gab denn auch die Marschroute vor: Baiersdorf nimmt 50 Personen auf. Für maximal drei Jahre sollen sie in Containern untergebracht werden. "Container für die Not", nannte Neubauer die Übergangslösung. Danach sollen die betroffenen Menschen "dezentral in ordentlichen Wohnungen" untergebracht werden.
"Keine Sammelunterkunft", betonte auch Matthias Götz (SPD). Sammelunterkünfte sind Einrichtungen für mehr als 50 Personen. Auch Bürgermeister Andreas Galster (CSU) betonte: "Feste Gebäude sollen die mobile Raumeinheit ersetzen." Parallel entwickelt die Kommune das sogenannte Reichelgrundstück in der Nähe der Tennisanlage Richtung Igelsdorf. Das Grundstück ist rund 5000 Quadratmeter groß und soll mit Wohnungen bebaut werden, die nach einem Abebben des Flüchtlingsstroms dem sozialen Wohnungsbau dienen sollen.
Die Sitzung wurde unterbrochen, um mit Roland Lahme, dem Präsidenten des BSV Rücksprache zu nehmen. Der Verein hat nämlich dem Landratsamt als Standort einen Teil seines Sportgeländes angeboten. Die Fläche liegt beim Hartplatz. Dieser Standort, so teilte Lahme dem Rat mit, werde vom Landratsamt nicht weiter verfolgt, denn die Erschließung mit Wasser und Abwasser sei nicht gesichert. Zudem liegt das Areal nicht hinter dem Lärmschutzwall zur Bahnlinie, hinter dem das von der Stadt anvisierte Parkplatzgelände vor dem BSV liegt.
Aus Hagenau sollen sich sechs und aus Baiersdorf vier Wohnungsvermieter beim Landratsamt gemeldet haben, dass sie für Asylanten vermieten wollten. Bislang, so die Nachfrage der Verwaltung beim Landratsamt, wurden in Baiersdorf noch keine Flüchtlinge untergebracht.
Galster bedauerte, dass er keine Reaktion von den Eigentümern der unbebauten Grundstücke hinter dem Bahnhof erhalten habe. Ausgeschlossen hat der Rat eine Unterbringung im Gewerbegebiet an der Industriestraße, obwohl das rechtlich möglich wäre. Die Menschen seien dort ganz isoliert, war die übereinstimmende Meinung im Gremium. Norbert Siewertsen (FW) brachte als weitere Alternative das Gasthaus "Brandenburger Hof" ins Gespräch. Es stehe zum Verkauf und habe etwa 20 Betten. "Eine Riesenchance", so Siewertsen, denn durch die Vermietung an die Regierung bzw. das Landratsamt bekäme die Stadt Geld, um den Kaufpreis zu refinanzieren. Eine Sanierung nach der Nutzung als Unterkunft brächte sogar die Möglichkeit, das Gebäude wieder als Hotel und Gaststätte zu nutzen. Karlheinz Roll (ÖWG) hielt das für "überlegenswert", denn drei Jahre Container schien ihm "blauäugig" im Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen des Containeraufstellers und -betreibers. Dagegen warnte Erika Baier (CSU) vor so einem Vorgehen. "Der Brandenburger Hof soll Gastronomie bleiben", forderte sie. Die Innenstadt blute aus, seit das Gasthaus "Lamm" in Wohnungen umgewandelt wurde, ohne dass die Stadt irgendwie eingegriffen hätte.
"Nicht ewig debattieren", bremste Neubauer die ausufernde Diskussion. "Wir haben uns Ostern als Datum gesetzt, bis die Leute einziehen sollen." Einstimmig beschloss der Rat, 50 Personen mobil bis zu drei Jahren unterzubringen und gleichzeitig das Reichel-Grundstück bebauen zu lassen. "Als Ersatz für die mobile Unterkunft", wurde ausdrücklich aufgenommen. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Ankauf des "Brandenburger Hofes" zu prüfen.

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