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Lichtenfels

45-Jähriger vertrimmt am liebsten Polizeibeamte

Lichtenfels — War er blau, so sah er rot - sofern ihm Grün begegnete. Eine offensichtliche Abneigung gegen Polizisten hegt seit längerem ein 45-jähriger Lichtenfelser. Und eine gew...
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Lichtenfels — War er blau, so sah er rot - sofern ihm Grün begegnete. Eine offensichtliche Abneigung gegen Polizisten hegt seit längerem ein 45-jähriger Lichtenfelser. Und eine gewalttätige dazu. Die brachte ihn am Mittwoch wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor Gericht.
Ruhestörung. Mal wieder. Dies war schon öfter der Grund, weshalb der derzeit arbeitslose Mann Besuch von der Polizei erhielt. Am 17. April 2014 ging der Mann aber "in Kampfstellung", als die Polizei seine Wohnung betrat. Mehr noch: Er forderte die Polizisten zu einem Faustkampf heraus. Das Vertrauen in einen glücklichen Ausgang bezog er aus zwei Quellen: Alkohol zu 2,16 Promille und das Militär. "Ich war bei der Bundeswehr und kann euch fertigmachen."

Telefonische Aufforderung

Bei diesem Verhalten soll es sich um keine Einmaligkeit handeln, denn Anrufe mit der klaren Aufforderung, Polizisten zum gegenseitigen Vertrimmen vorbeizuschicken, gingen von ihm schon öfter in der Polizeiinspektion ein. Hintergrund für die Abneigung gegen die Beamten soll ein Einsatz gewesen sein, bei dem ein Beamter ihm die Tür eintreten musste. "Die ist bis heute nicht bezahlt", brachte der Angeklagte trotzig vor.
Dass er zur Begrüßung der beiden Streifenpolizisten, die ihn im Namen der Nachbarschaft baten, die Musik leiser zu stellen, einen Stuhl über dem Kopf schwang, schilderte der Angeklagte weniger drastisch. Auch äußerte er das Gefühl gehabt zu haben, dass, als er von den Beamten für seine Beleidigungen und Drohungen fixiert wurde, diese sich darauf schon gefreut hätten. Und er hielt fest, einst an der Nase operiert worden zu sein, weshalb er den Einsatz der Beamten gegen ihn als übertrieben und schmerzhaft empfand. Mit "ja, aber wenn Sie zu den Polizisten einfach nur gesagt hätten, ich mache die Musik leiser, ich bemühe mich, schöne Schicht noch - tschüss, dann wäre die Sache in ein, zwei Minuten vorbei gewesen", begegnete Richter Christoph Lehmann diesem Sichtbild. Auch Staatsanwalt Stefan Jäger zeigte kein Verständnis für die Ansichten des Angeklagten. Der zeigte sich ab und an einsichtig, unterließ es aber, sich bei den beiden als Zeugen aussagenden Polizisten zu entschuldigen. Als aus den Fugen geraten, schilderte der Mann sein Leben. Nun sei er in der Schuldenberatung und in psychologischer Behandlung.
Ob die schon anschlägt, lässt sich schwer sagen, da der Mann seitdem erneut auffällig wurde. Beim Auswärtsspiel seines Fußballvereins zeigte er zwei Polizisten sein nacktes Hinterteil - die Anklage liegt vor. Zu einer Geldstrafe in Höhe von 825 Euro wurde der Lichtenfelser zunächst verurteilt.

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