Ebern

40 Jahre im Fokus

Der Foto-Creativ-Kreis Ebern feiert runden "Geburtstag". Die Bevölkerung erlebt den Club und die Stadt im Wandel.
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Eckehard Kiesewetter Ebern — Am Kirchweihsonntag, 15. September, eröffnet der "Foto-Creativ-Kreis" (FCK) seine "Ausstellungs- und Eventwochen". Bis zum Monatsende lädt der Club die Bevölkerung anlässlich seines 40-jährigen Bestehens zu einer Serie von Veranstaltungen, Vorträgen und Audiovisionsabenden ein.

Begonnen hat alles mit Filmstreifen, Entwickler- und Fixierflüssigkeit und vor allem analog. Die Ursprünge des "Foto-Creativ-Kreises" in Ebern muten heute an, als wären sie irgendwann in grauer Urzeit angesiedelt. Dabei sind es gerade einmal vier Jahrzehnte, seit sich eine Gruppe Fotointeressierter daran machte, Eberns Reize ins Bild zu rücken. Die Vorbereitungen für die 750-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1980 gaben den Anstoß: Volkshochschule und Stadt hatten eine stattliche Anzahl historischer Postkarten zusammengetragen und nun suchte man Interessenten, die das "Heute" als Gegenstück fotografieren sollten.

Aus einem Treffen von Hobbyfotografen im Herbst 1978 entstand 1979 ein Arbeitskreis der Volkshochschule, aus dem sich wiederum der FCK entwickelte. Eines der Gründungsmitglieder - neben Jutta Jaklin, Helmut Kawan, Paul Kern, Winfried Lehnert, Dieter Olbrich, Helmut Pschirrer und Helmut Singer - war Steffen Schanz, der den Verein seit 2011 als Vorsitzender leitet. Zuvor war er für 20 Jahre Zweiter Vorsitzender.

Schanz erinnert sich an die Anfänge, die auch für ihn persönlich bescheiden waren. Als Schüler und Student hatte er sich keine eigene Kamera leisten können, war bis Mitte der 70er Jahre mit einer geliehenen Minolta auf die Pirsch gegangen. 1978 erstand er seine erste Olympus "OM2", die er bis heute als seine wichtigste Kamera bezeichnet: "Zeitautomat und vollmanuelle Spiegelreflex mit 1,4er Objektiv", schwärmt er. "Und eine Kamera mit erster wirklicher Echtzeitmessung während der Aufnahme." Da hört man den Anspruch heraus, den der "Foto-Verrückte" (Schanz über sich selbst) schon damals hatte.

Prägende Persönlichkeiten

Prägend für den Verein sollte der Berufsfotograf Gunther Ziegler werden, der den FCK von 1982 bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 2011 leitete und dessen Fotogeschäft am Stadtberg für 20 Jahre zur zentralen Anlaufstelle der Clubmitglieder wurde. Wichtige Impulse brachte Hans Hager, damals Pfarrer von Rentweinsdorf, ein. Er erhob hohe Ansprüche, welche die Mitglieder seither kontinuierlich weiterentwickelt haben. Über 20 Jahre hinweg war der Gasthof "Post" Stammkneipe des FCK, später dann die "Frankenstuben". 2007 mietete der Club eigene Räume, zunächst in der Berufsschule. Seit 2018 in der Fuchsenpassage im Zentrum der Stadt. Gegenüber, in den Galerie-Räumen, richtete er ein Museum ein mit rund 200 Kameras und anderen Zeugnissen aus der Geschichte der Fotografie. Schanz nennt das Museum "mein persönliches Steckenpferd".

Seit der heute 64-Jährige den Vorsitz übernahm, hat sich vieles verändert. Nicht nur, weil die Digitalfotografie immer stärker in den Fokus rückte. Heute weiß der "überzeugte Analogfotograf" von einst die Vorzüge der Bildbearbeitung am PC zu schätzen. Was früher in der Dunkelkammer in stundenlangen Belichtungs- und Abwedelungsversuchen erarbeitet werden musste, erledigt sich inzwischen mit wenigen Mausklicks.

Häufig scannt der Elektroingenieur heute Dias, Fotos und Negative, die ihm von Bürgern zur Verfügung gestellt werden: historische Ansichten und Erinnerungen an bedeutende Ereignisse. Inzwischen nämlich, und damit kehren wir zum Ursprung des Vereins zurück, hat Steffen Schanz einen unermesslichen Schatz an Bildern angesammelt, der Eberns Entwicklung über viele Jahrzehnte spiegelt.

"Ebern im Wandel der Zeit" ist eines der beliebtesten Themen unter all den Vortragsangeboten, die seit etlichen Jahren zur Öffentlichkeitsarbeit des rührigen Clubs zählen. Multivisions-Schauen in brillanter Technik belegen, welchen hohen Qualitätsstandard die Fotografen und ihre Werke inzwischen erreicht haben.

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