Bamberg

40 Prozent wollen sich weiter engagieren

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Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein betonte die Bedeutung des Freiwilligen Sozialen Schuljahres für die Zukunft des Ehrenamtes. Anschließend erhielten rund 70 Jugendliche, die am FSSJ teilgenommen haben, ihre Zeugnisse für 80 Stunden Einsatz bei gemeinnützigen Organisationen.  Foto: privat
Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein betonte die Bedeutung des Freiwilligen Sozialen Schuljahres für die Zukunft des Ehrenamtes. Anschließend erhielten rund 70 Jugendliche, die am FSSJ teilgenommen haben, ihre Zeugnisse für 80 Stunden Einsatz bei gemeinnützigen Organisationen. Foto: privat
Burgebrach — "Da stehen 13 000 Euro auf der Bühne." Das stellte Moderator Michael Jakob fest, als in der Steigerwaldhalle in Burgebrach wieder eine Gruppe von 18 Jugendlichen ihre Zeugnisse für das Freiwillige Soziale Schuljahr (FSSJ) erhalten hatte.
Er rechnete vor: Jeder arbeitet 80 Stunden in einer gemeinnützigen Einrichtung. Geht man von 8,50 Euro Mindestlohn aus, so schenkt jeder Schüler durch sein Engagement der Gesellschaft knapp 700 Euro, sind zusammen rund 13 000.
Dementsprechend viel Lob gab es von den Rednern, die in ihrem Amt oft erfahren, dass freiwillige Arbeit für die Gemeinschaft unentbehrlich ist. "Ohne Ehrenamtliche geht nix", stellte Johann Pfister, Bambergs stellvertretender Landrat, fest. Für das FSSJ sollte deshalb mehr geworben werden. Firmen und Betriebe rechneten es bei Bewerbungen positiv an, wenn junge Menschen nicht nur an sich selbst dächten.
"Ihr gebt der ganzen Gesellschaft ein Beispiel", rief Burgebrachs Bürgermeister Johannes Maciejonczyk den Schülern zu. Bambergs Zweiter Bürgermeister Christian Lange bezeichnete es als besonders erfreulich, dass sich die Schüler vor allem für Mitarbeit in der Altenpflege und der Kinderbetreuung entschieden hätten. Da die Stadt Bamberg diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit schenke, sei es bisher gelungen, die Folgen des sogenannten demographischen Wandels, die Überalterung, abzufedern.
Mit Zahlen belegte Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein - als Vertreter des Trägers des Freiwilligenzentrums - die Bedeutung des FSSJ für die Zukunft. 40 Prozent der jugendlichen Absolventen wollten auf jeden Fall weiterhin ein Ehrenamt übernehmen, obwohl 43 Prozent sich vorher noch nie engagiert hatten und 39 Prozent dies auch nicht von ihren Eltern kannten.
96 Prozent der Teilnehmer empfanden ihre Tätigkeit als sinnvoll, 70 Prozent hatten den Eindruck, dass sie schon in dieser kurzen Zeit effektiv helfen konnten. Die jungen Menschen hätten mit ihrem Einsatz in Kindergärten, Tierheimen, bei Sportvereinen und Rettungsorganisationen Sinn, Lebensfreude und Unterstützung geschenkt. Besonders dankte er der VR-Bank Bamberg für ihre finanzielle Unterstützung. Vorstandsmitglied Ulrich Stock überreichte einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.
Rund 250 Jugendliche beteiligten sich im jetzt zu Ende gegangenen Schuljahr in Stadt und Landkreis Bamberg an der Aktion FSSJ. Jugendliche, die das tun, sollen mindestens die achte Klasse besuchen und sind 80 Stunden pro Schuljahr ehrenamtlich tätig. Am Ende des Schuljahres gibt es einen qualifizierten Beleg. In Burgwindheim erhielten rund 70 Schüler dieses Zeugnis. Moderator Michael Jakob, Autor und Schauspieler, beschrieb im Kurzauftritt den durch Techniknähe zum Einzelgänger gewordenen "I-Man". Ganz anders die FSSJ-Teilnehmer, die er nach ihren Eindrücken befragte. Die freuten sich über die Betreuerrolle beim Kinderschwimmen, hatten sich im Tierheim in Rottweiler verliebt oder lobten Menschen mit Behinderung: "Wenn man offen ist, bekommt man sehr viel zurück. Die sind ganz lieb." red
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