Wachenroth

350 000 Euro sollen Anlieger in Wachenroth zahlen

"Mit den Schulden sind wir jetzt etwa auf dem Stand von 2008 angelangt, als ich den Laden übernommen habe", sagte Markus Schramm. Wache nroths Kämmerer ist ...
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"Mit den Schulden sind wir jetzt etwa auf dem Stand von 2008 angelangt, als ich den Laden übernommen habe", sagte Markus Schramm. Wache nroths Kämmerer ist nach den Worten von Bürgermeister Friedrich Gleitsmann "ein Zahlenjongleur, der seinen Haushalt im Griff hat". Schramm ist aber auch immer für einen lockeren Kommentar gut.
Etwa eine Stunde dauerte seine Vorstellung des Zahlenwerks. Dann wurde der Etat mit einem Gesamtvolumen von 7,1 Millionen (Vorjahr 7,2 Mio) ohne weitere Diskussion vom Gremium bewilligt.
Mit 2,7 Millionen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1220 Euro entspricht, sind die Schulden der Marktgemeinde immer noch hoch. Der Kämmerer sieht die künftige Finanzlage jedoch zunehmend entspannter: Schon in drei Jahren soll die Pro-Kopf-Verschuldung auf 739 Euro abgebaut sein. Die Zinsbelastung geht nicht zuletzt deshalb zurück, weil Darlehen "auf den aktuellen Zinsstand" gebracht, also umgeschuldet wurden.
Der Haushalt ist vor allem durch Großmaßnahmen geprägt. Das ist die seit langem geplante Auflassung der Teichkläranlage in Buchfeld. Das Abwasser soll künftig mit einer Druckleitung in die zentrale Kläranlage nach Wachenroth gebracht werden. Einschließlich aller Nebenkosten wird mit Gesamtkosten von 920 000 Euro gerechnet. Der Großteil der Ausgaben kann aus einem Haushaltsrest des vergangenen Jahres finanziert werden. Mit einer staatlichen Förderung von etwa 40 Prozent wird gerechnet.
Die Aufträge seien bereits vergeben. Im März soll es mit den Arbeiten losgehen. Die Anlage muss noch in diesem Jahr fertig werden, da der Genehmigungsbescheid zum Jahresende ausläuft.
Weitere Großmaßnahme ist die Verlegung der Staatsstraße im Rahmen einer Sonderbaulast samt Dorferneuerung in der Ortsmitte von Wachenroth. Das Gesamtkostenvolumen wird auf 1,6 Millionen geschätzt.
Darauf sollen Zuwendungen vom Freistaat und der Teilnehmergemeinschaft in Höhe von 950 000 Euro fließen. Darüber hinaus werden Straßenausbaubeiträge von etwa 350 000 Euro erwartet. Die Ausgaben für die Umgestaltung des Ortskerns werden - je nach Baufortschritt - zum größten Teil erst im Jahr 2018 anfallen.


Sparstrumpf ist gut gefüllt

Bei diesen großen Investitionen tut es gut, dass die Gemeinde aus ihrem Rücklagentopf schöpfen kann. Dem konnten im vergangenen Jahr gut 800 000 Euro zugeführt werden, so dass aktuell ein Polster von 920 000 Euro zur Verfügung steht.
"Davon werden wir die nächsten zwei Jahre leben", verkündete Schramm. Geschuldet ist der hohe Jahresüberschuss 2016 nicht zuletzt den Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Nach einem historischen Tiefstand im Jahr 2014 hat sie sich 2015 mit Einnahmen von 1,2 Millionen und 1,6 Millionen im vergangenen Jahr wieder erholt.
"Wir bewegen uns wieder im langjährigen Mittel von 1,2 Millionen", so Schramm. Im vorliegenden Haushalt hat der Kämmerer diesen Einnahmeposten mit 900 000 Euro angesetzt. Größter Posten bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt ist mit mehr als einer Million die Beteiligung an der Einkommensteuer.
Ein schmerzliches Loch reißt auf der Ausgabenseite die Kreisumlage - mit 1,25 Millionen Euro der größte Einzelposten bei den Ausgaben des Verwaltungshaushalts - in die Gemeindekasse. Die Abgaben an den Landkreis sind damit um 535 000 Euro höher als im Vorjahr. Die zwei steuerlich guten Vorjahre haben sie gewaltig in die Höhe getrieben.
Dabei wäre nach Schramms Meinung durchaus eine Senkung des Kreishebesatzes möglich. Durch die Änderung des Umlagesystems und somit höhere Einnahmen hätte der Kreis durchaus die Möglichkeit, "den Gemeinden etwas Gutes zu tun", fand der Kämmerer.
Als Zuführung an den Vermögenshaushalt errechnet sich 2017 ein Betrag von rund 380 000 Euro. Nach Abzug der Tilgungsleistungen von 360 000 Euro bleibt nur noch eine freie Finanzspanne von gut 22 000 Euro. "Nicht mehr viel Spielraum", so Schramm. Doch in den nächsten Jahren soll die Zuführung enorm steigen.
Die hohen Zuwendungen im Bereich der Abwasseranlage und der Dorferneuerung samt Straßenverlegung sowie der Bestand der Rücklagen machen den Ausgleich des Vermögenshaushalts ohne Kreditneuaufnahme möglich. Der Haushaltsrest über einen nicht beanspruchten Kredit aus 2016 in Höhe von rund 450 000 Euro wird aber in den Haushalt 2017 übernommen.

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