Haßfurt
Amtsgericht

30-jähriger Erzieher wird freigesprochen

Weil er laut Anklage der Staatsanwaltschaft einem Elfjährigen im Januar vergangenen Jahres in einer Jugendhilfeeinrichtung im Landkreis den Hals zugedrückt haben soll, musste sich am Mittwoch ein ehem...
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Weil er laut Anklage der Staatsanwaltschaft einem Elfjährigen im Januar vergangenen Jahres in einer Jugendhilfeeinrichtung im Landkreis den Hals zugedrückt haben soll, musste sich am Mittwoch ein ehemaliger Angestellter der Einrichtung vor dem Amtsgericht in Haßfurt wegen Körperverletzung verantworten. Der Beschuldigte wurde freigesprochen, weil sich ein Tatnachweis nicht führen ließ.

Auf der Anklagebank schwieg der 30-jährige Erzieher aus Oberfranken zunächst zu dem Vorwurf. Laut der ermittelnden Polizeibeamtin waren die Untersuchungen schwierig, weil Vorgesetzte schlecht erreichbar waren, Angaben nur oberflächlich gemacht wurden und eine Mutter nicht damit einverstanden war, dass ihr Kind polizeilich vernommen wird.

Der damals elfjährige Geschädigte hatte bei der Polizei ausgesagt, dass der Angeklagte ihn gewürgt habe, so dass er nicht mehr schlucken konnte. Außerdem habe ihn der Angeklagte geschlagen. Dem Erzieher wurde daraufhin am 2. Februar 2017 fristlos gekündigt.

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Vor Gericht gab der heute 13-jährige Junge an, er habe blaue Flecken am Oberarm gehabt. Jemand habe ihn geschlagen, weil er, der 13-Jährige, beim Abendessen gestört habe. Wer ihn damals schlug, wisse er nicht mehr, da unterschiedliche Erzieher vor Ort waren. Laut einer Heilpädagogin, die damals in der Einrichtung arbeitete, leidet der geschädigte Junge offensichtlich an einer psychischen Störung. Dazu schilderte sie ein Beispiel.

Richterin Ilona Conver sagte, dass es in der Vergangenheit bereits mehrere ähnlich gelagerte Verfahren gegen den Angeklagten gegeben habe, die jedoch alle eingestellt wurden. In dem jetzigen Verfahren sehe sie einen Tatnachweis nicht erbracht. Der vermeintlich Geschädigte habe heute eine dritte Tatversion vorgestellt, den Tatvorwurf aber nicht bestätigt. Es gelte die Unschuldsvermutung und der Angeklagte sei daher freizusprechen. Staatsanwalt und Verteidiger stimmten der Richterin zu, die den Freispruch dann im Urteil verkündete. Es dürfte somit gleich Rechtskraft erlangen.



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