Lichtenfels

30 Minuten für den Weltfrieden

Am Abend des geschichtsträchtigen 9. November versammelte sich ein Grüppchen Aufrechter am Marktplatz.
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Rund 70 friedensbewegte Menschen trafen sich auf dem Lichtenfelser Marktplatz, um gemeinsam der Reichspogromnacht von 1938 zu gedenken. Manche trieb indes das Wahlergebnis in Amerika um. Foto: Markus Häggberg
Rund 70 friedensbewegte Menschen trafen sich auf dem Lichtenfelser Marktplatz, um gemeinsam der Reichspogromnacht von 1938 zu gedenken. Manche trieb indes das Wahlergebnis in Amerika um. Foto: Markus Häggberg
Auf eine halbe Stunde Besinnung, kamen am Mittwoch um 18 Uhr Menschen vor dem Rathaus zusammen. Wie in jedem Jahr waren es auch ungefähr gleich viele, die gerade an einem 9. November ihrer Sehnsucht nach Frieden, Toleranz und Menschlichkeit Ausdruck gaben. Mit Kerzen und Laternen.


Der Reichpogromnacht gedacht

Das Zusammenfinden friedensbewegter Menschen zu einem ökumenischen Gebet am 9. November hat Tradition vor dem Rathaus. Einladend hierzu waren der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sowie der Evangelischen Jugend im Dekanat und die katholische wie evangelische Pfarrgemeinde. Man gedachte der Reichpogromnacht von 1938 und fragte sich, ob so etwas wieder passieren könnte und ob alte böse Mechanismen in neuen Gewändern und Zeiten greifen. Doch an diesem Abend waren nicht wenige auch beeindruckt vom Ausgang der Wahl in Amerika. Auch ein 9.-November-Ereignis, welches für Beklemmung sorgte.
So standen sie in einer Reihe vor den rund 70 Besuchern: der evangelische Pfarrer Georg Birkel, der Vorsitzende des Kreisjugendrings (KJR), Reiner Babucke, BDKJ-Bildungsreferentin Jutta Laube sowie Pastoralreferent Thomas Reich und seine Tochter Rahel mit Musik für aufbauende hoffnungsvolle und nachdenkliche Momente.
Einer dieser wurde von Birkel und Thomas Reich gestaltet. Reich setzte dabei einen Motorradhelm mit Scheuklappen auf und schlug zu den von Birkel im Kasernenhofton gegebenen Kommandos die jeweiligen politischen Richtungen ein. "Rrrrechts um! Links um!", schallte es über den Marktplatz. Der Bürger, in diesen Zeiten anfällig, orientierungslos und mit Scheuklappen gegen Toleranz, Menschlichkeit und Miteinander? So durfte man verstehen.
Nach einer halben Stunde des gemeinsamen Gebets und Gesangs für eben solche Werte wie Toleranz, Frieden und Menschlichkeit gingen die Menschen auseinander.

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