Forchheim

2896 Schüler haben Hunger

Der Landkreis überlegt nun doch den Bau einer Mensa für das Schulzentrum in Forchheim-Nord.
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Essen fassen in der Mensa der Realschule Ebermannstadt.  Foto: Josef Hofbauer/Archiv
Essen fassen in der Mensa der Realschule Ebermannstadt. Foto: Josef Hofbauer/Archiv

Josef Hofbauer Intensiv beleuchtete Martin Haendl vom Bildungsbüro des Landkreises bei der jüngsten Sitzung des Kreis-Kulturausschusses die Schülerverpflegung am Schulzentrum Forchheim-Nord. Das Fazit: Sowohl der Kiosk und der Pausenverkauf in der Aula des Beruflichen Schulzentrums, als auch der die Verpflegung im überdachten Lichthof im Anschluss an die Aula im Sonderpädagogischen Förderzentrum sind alles andere als optimal.

Überall sind die räumlichen Verhältnisse beengt. Die 160 Kinder, die für das Mittagessen angemeldet seien, müssten aus Platzgründen im Schichtbetrieb abgespeist werden. Und in der Aula ist es laut, vor allem wenn die Schüler nicht ins Freie dürfen.

In der Georg-Hartmann-Realschule wurde zusätzlich zum Schüler-Café sogar ein benachbartes Klassenzimmer für die Essensausgabe requiriert, so dass es auch hier kaum Platz für die Verpflegung der Schüler gibt. "Bis zur fünften Stunde ist in dem Klassenzimmer regulärer Unterricht, ab der sechsten Stunde wird der Raum für die Essensausgabe benötigt", stellte Haendl fest. Die Verköstigung sei deshalb bereits in den Erweiterungsbau ausgelagert worden.

Gemeinsam mit der Adalbert-Stifter-Schule listete Haendl für das Schuljahr 2018/19 exakt 2896 Schüler in allen vier Schulen auf, die es zu verköstigen gelte. Allein das Berufsschulzentrum stelle 1308 Schüler, die zugegebenermaßen aber nicht immer gleichzeitig anwesend seien.

Der Bedarf, so mutmaßte der Mitarbeiter des Landratsamtes, werde weiter ansteigen, vor allem im Hinblick auf die offene Ganztagsschule.

Aus diesem Grund regte er an, die Mittagsverpflegung für alle Schulen neu zu regeln. Die Idee: Eine gemeinsame Mensa für alle vier Schulen. Die Leiter der Schulen stünden einem solchen Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. Hinzu komme, dass auch die Polizei Interesse an einem warmen Mittagessen im Forchheimer Norden interessiert sei. Es bestehe also Handlungsbedarf.

Rentabel zu betreiben sei eine Mensa mit täglich frisch zubereiteten Gerichten, wenn täglich mindestens 200 Essen über den Tresen gingen. Die Mitglieder des Kulturausschusses zeigten sich optimistisch, dass diese Zahl erreicht werden könne. In seiner Kalkulation listete Martin Haendl für das Berufsschulzentrum 300 Interessenten auf, für das Sonderpädagogische Förderzentrum 160 und für die Georg-Hartmann-Realschule etwa 100 Nutzer. Hinzu kämen Schüler der Adalbert-Stifter-Schule, Lehrer der pädagogischen Einrichtungen, die Polizei und Externe von Firmen in Forchheim-Nord.

"Das Thema ist nicht neu", befand Kreisrat Rainer Polster (FW), der eine ganzheitliche Betrachtungsweise anmahnte. Mit dem Bau des Schülerwohnheimes in Bahnhofsnähe sei diese Problematik als erledigt betrachtet worden. "Aber jetzt fällt es uns wieder auf die Füße", so Polster.

Landrat Hermann Ulm (CSU) will die Anregung zum Anlass nehmen, das Thema in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss erneut aufzugreifen. Es gehe darum "etwas zu entwickeln" betonte Ulm. In diesem Zusammenhang soll dann auch noch einmal über einen direkten Zugang zum Bahn-Haltepunkt Forchheim-Nord gesprochen werden.

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