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Bamberg

250 Jahre alte Bäume gerettet

Aktion  Das städtische Gartenamt hat in den vergangenen Monaten mit aufwändigen Maßnahmen die prachtvolle Allee von Winterlinden am nördlichen Plateau des Kloster Michaelsberges saniert.
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Mit Bohrungen und Injektionen erhielten die geschädigten Bäume im Wurzelbereich Luft und Wasser. Foto: Stadt Bamberg
Mit Bohrungen und Injektionen erhielten die geschädigten Bäume im Wurzelbereich Luft und Wasser. Foto: Stadt Bamberg
Bamberg — Der historische Baumbestand am nördlichen Plateau des Klosters Michaelsberg ist Teil des Weltkulturerbes der Stadt Bamberg. Die aus insgesamt 94 Bäumen bestehende zweireihige Allee wurde im Jahr 1767 gepflanzt. Somit dürften einige der ältesten Exemplare mehr als 250 Jahre alt sein, rechnet die Rathauspressestelle in ihrer Mitteilung vor.
"Untersuchungen im Sommer vergangenen Jahres haben ergeben, dass bei 14 Bäumen die Gefährdung von Passanten durch herunterstürzende Äste nicht mehr zweifelsfrei ausgeschlossen werden konnte", berichtet Bürgermeister Christian Lange (CSU), in dessen Zuständigkeitsbereich das Gartenamt fällt. Bei vielen Bäumen hätten sich unter anderem durch Stürme und Schnittmaßnahmen aus früheren Zeiten sehr große Faulstellen im Kronen- und Stammkopfbereich gebildet.

Belüftung und Düngung

Ein vom Gartenamt hinzugezogener Experte, Rainer Gerber aus Haßfurt, führte daraufhin ausführliche Untersuchungen durch und erstellte ein Gutachten. Ab Mitte Oktober setzte das Gartenamt, teilweise in Zusammenarbeit mit Spezialfirmen, seine Handlungsempfehlungen um. So wurde bei einem Teil der Bäume eine Bodenbelüftung mit gleichzeitiger Düngung durchgeführt. Ferner wurde damit begonnen, die Kronen stärker zurückzuschneiden. Dieser Pflegeschritt wird in den nächsten Jahren weiter fortgesetzt werden, um die zum Teil sehr verfaulten Äste weiterhin zu erhalten. Neuland betraten die Baumpfleger des Gartenamts beim Einbau von selbst entwickelten Kronensicherungen bei vier besonders stark bruchgefährdenden Linden. Diese Sicherungen verhindern ein mögliches Herabstürzen dieser Äste, sind aber so unauffällig, dass sie selbst im Winter, wenn die Bäume kein Laub tragen, nur bei genauem Hinsehen zu erkennen sind.
"Wir werden die Linden nun zweimal jährlich sozusagen auf Herz und Nieren prüfen", kündigte Robert Neuberth, Leiter des städtischen Gartenamts, an. "Schnittmaßnahmen werden an der Entwicklung der Bäume angepasst."
Robert Neuberth zeigte sich zuversichtlich, dass die "einzigartige Baumkulisse" durch die eingeleiteten Maßnahmen nun auch weiterhin erhalten werden kann. red


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