Herzogenaurach

25 Jahre Erfolgsgeschichte

Die Montessori-Schule in Herzogenaurach blickt stolz auf die Anfänge zurück und erntet Lob von vielen Seiten.
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Susanne Hehn (links) vom Vorstand und Schulleiterin Rebekka Oberhofer moderierten die Veranstaltung.
Susanne Hehn (links) vom Vorstand und Schulleiterin Rebekka Oberhofer moderierten die Veranstaltung.
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Herzogenaurach — Seit 25 Jahren bereichert die Montessori-Schule in Herzogenaurach das staatliche Bildungsangebot im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Anfang der 90er Jahre überzeugten engagierte Eltern die evangelische Kirche, die Türen des neuen Kindergartens als ein Montessori-Kinderhaus zu öffnen. Auf dieser Grundlage sollte auch die Schule für ihre Kinder aufbauen.

Die Anfänge: Aus der Zeit ohne Google, Fax, Facebook und Handy plauderte Gründungsvorsitzende Silke Görner aus dem Nähkästchen und sehr humorvoll aus der Gründerzeit, ihren vielen Fahrten zu Regierung und Behörden - schließlich gab es die heutigen Errungenschaften noch nicht. "Ich bin den Amerikanern sehr dankbar, dass sie abgezogen sind", schilderte Görner, denn der Montessori Kindergarten bekam im Offiziers-Casino der Kaserne seine erste Heimat.

130 D-Mark Schulgeld

Aus der Kita entwickelte sich schnell eine Grundschule sowie eine Hauptschule. Wenig später folgte auch die Gründung des Montessori-Förderkreises Herzogenaurach. In den Jahren 93/94 finanzierten 21 Eltern den Aufbau der Schule im ersten Jahr aus eigener Kraft. Private Schulen wurden damals wie heute vom Freistaat erst nach einem Jahr genehmigt und gefördert, das monatliche Schulgeld betrug 130 D-Mark.

Sechs Monate nach der Vereinsgründung, am 7. September genau, begann für 16 Kinder der erste Tag ihres Schullebens in der Montessori Schule Herzogenaurach. Die Schule entwickelte sich in den letzten Jahren mit dem Ausbau der offenen Ganztagsschule immer weiter, was sich auch in den stetig wachsenden Schülerzahlen widerspiegelt.

Der Mietvertrag auf der Herzo Base lief 1990, nach dem Verkauf an die Firma Adidas, allmählich aus. Durch die zunehmende Beliebtheit der Schule waren die Kapazitäten zudem voll ausgeschöpft. Die Schule, der Verein, die Eltern, selbst die Schüler engagierten sich für den Bau eines neuen Schulgebäudes in Niederndorf. Im Juni 1999 erhielt die Schule sowohl die Genehmigung der Regierung zum Neubau als auch die Zustimmung der Stadt Herzogenaurach zum Kauf des Grundstücks an der Lohhofer Straße.

Der Neubau: Für den Grunderwerb und die Errichtung waren rund drei Millionen D-Mark vorgesehen, davon gingen 2,2 Millionen D-Mark auf die Baukosten zurück. Der Neubau musste bezahlbar sein und das war den Architekten tatsächlich gelungen. In nur zehn Monaten wurde die neue Schule errichtet. Natürlich wurde die Schule auch von der Stadt unterstützt: Sie gewährte einen Zuschuss von 15 000 D-Mark für die Mittagsbetreuung.

Ganztagesbetreuung: Im Schuljahr 2008/2009 ermöglichte ein engagiertes Team zusätzlich zur Mittagsbetreuung die Ganztagesbetreuung bis 16.30 Uhr für die Familien. Im gleichen Schuljahr war auch die Geburtsstunde der Montessori-Fachoberschule Franken in Nürnberg.

Mittlerer Schulabschluss: Zwei Jahre später startete auch die erste jahrgangsgemischte Klasse 5/6 ins neue Schuljahr, wenn auch übergangsweise in Containern. Ihr Ziel: der Mittlere Schulabschluss. Im Schuljahr 2011/2012 wurde eine jahrgangsgemischte Klasse 1/2/3/4 als gebundene Ganztagsklasse genehmigt und nahm den Unterricht auf. Im Schuljahr 2016/2017 absolvierte der 10. Jahrgang erstmals die Prüfung zum Mittleren Abschluss und alle Schüler bestanden die Prüfungen mit Bravour. Die Mehrheit der Absolventen machte den Übertritt an die MOS, um das Abitur in Angriff zu nehmen.

Die aktuelle Situation: Heute werden die 180 Schüler in acht jahrgangsgemischten Klassen von der ersten bis zur zehnten Jahrgangsstufe sowie sieben Ganztagsklassen und einem weiteren Bildungsangebot von 52 engagierten Mitarbeitern betreut und können ihre Schulzeit mit dem Mittleren Bildungsabschluss beenden.

Wie Schulleiterin Rebekka Oberhofer und die Vorsitzende Suanne Hehn bei der Jubiläumsfeier erläuterten, konnten damit über 700 Schüler auf ihren Lebensweg vorbereitet werden. Eingebunden sind und waren auch die Eltern, die über 150 000 Talentstunden für die Schule erbracht haben.

Die Schulleiterin hob insbesondere die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Organisationen hervor. Für jedes Schuljahr gibt es mehr Anmeldungen als Schulplätze.

Die Klassen setzen sich immer aus zwei oder drei Jahrgängen zusammen. In der Freiarbeit, die ein wesentlicher Baustein der Montessori- Pädagogik ist, lernen die Schüler nach ihrem Vermögen und soweit möglich selbstgesteuert mit Hilfe der besonders ansprechenden und handlungsorientierten Montessori-Materialien. Eingeführt und unterstützt bei der Arbeit mit den einzelnen Materialien werden die Schüler stets von den zwei Pädagogen in der Klasse, die den Lernprozess jedes Kindes individuell begleiten und dort ansetzen, wo das einzelne Kind gerade steht. Von inklusiv beschulten Kindern mit besonderen Bedürfnissen und Förderbedarf bis zum hochbegabten Kind lernen alle gemeinsam.

Bei ihrem Lernprozess haben die Schüler immer wieder auch die Möglichkeit mitzuentscheiden. Zudem bestimmt die gewählte Arbeit die Arbeitszeit des Kindes. Neben der Materialarbeit legt die Schule besonderen Wert auf regelmäßige lebenspraktische und naturnahe Erfahrungen aus erster Hand.

Ehrenvorsitzende: Ein Programmpunkt der unterhaltsamen Jubiläumsfeier war die Ehrung der Gründungsvorsitzenden Silke Görner. Sie wurde vom Verwaltungsrat zum zweiten Mal, diesmal mit Urkunde, zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Ehrengäste: Zur Jubiläumsfeier konnten Schulleitung und Vorstand eine Reihe von Ehrengästen begrüßen: den CSU-Landtagsabgeordneten Walter Nussel, der die Schule als ein Aushängeschild der Stadt bezeichnete. Er berichtete, dass Susanne Hehn bei einem Vortrag in München bei den Abgeordneten großen Eindruck hinterlassen habe. Landrat Alexander Tritthart (CSU) zeigte sich stolz auf die einzige Montessori Schule im Landkreis und was in den 25 Jahren geleistet wurde. Auch Bürgermeister German Hacker (SPD) hob die Schule hervor, die hervorragend zum breiten Schulspektrum der Stadt passe. Der neue Schulrat Frank Wessel freut sich auf viele Begegnungen mit der Schule und lobte das hervorragende Bildungsangebot.

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