Haßfurt

23 Kilo Haschisch - zwei Schwestern drohen mehrjährige Haftstrafen

Ab heute stehen in Bamberg zwei Frauen aus dem Maintal vor Gericht. Vorgeworfen wird ihnen der Handel mit Drogen "in nicht geringer Menge". Diese Formulierung scheint tatsächlich a...
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Ab heute stehen in Bamberg zwei Frauen aus dem Maintal vor Gericht. Vorgeworfen wird ihnen der Handel mit Drogen "in nicht geringer Menge". Diese Formulierung scheint tatsächlich angebracht, denn es handelt sich um einen der größten Drogenfunde der letzten Jahre in Unterfranken. Bei einem üblichen Straßenpreis hätten die beiden für das Haschisch, das in ihrer Wohnung gefunden wurde, rund 300 000 Euro bekommen können.
Als Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei im April 2015, wenige Tage nach dem großen Fund, eine Pressekonferenz abhielten, war ein Teil des Fundes auf einem Tisch bei der Kriminalpolizei in Schweinfurt ausgebreitet. Um einen Durchsuchungsbeschluss zu bekommen, müsse ein Verdacht vorliegen, es sei also keine Überraschung für Polizisten, wenn sie etwas finden. In diesem Fall, so hieß es bei der Pressekonferenz, sei die Überraschung dann doch groß gewesen, weil niemand mit einer solchen Menge gerechnet hatte. "In den letzten dreieinhalb Jahren bei der Staatsanwaltschaft Bamberg hatte ich keinen Fall dieser Größenordnung", hatte Staatsanwalt Christopher Rosenbusch damals gesagt.


Komplize wird noch gesucht

Durch Ermittlungen in einem anderen Fall hatten sich damals Hinweise auf Drogenhandel gegen drei Personen ergeben: die beiden 41-jährigen Schwestern, die nun vor Gericht stehen, sowie einen 53-jährigen Mann aus einer anderen Gemeinde des Landkreises. Beide Wohnungen wurden gleichzeitig durchsucht. Die Schwestern wurden dabei festgenommen, in ihrer Wohnung fanden sich 100 Haschischplatten mit einem Gesamtgewicht von rund 23 Kilogramm. Den Mann hingegen traf die Polizei damals nicht in seiner Wohnung an, er wird bis heute gesucht. Auch gegen ihn gibt es einen Haftbefehl, da in seiner Wohnung sieben Kilogramm Haschisch, ein fünfstelliger Geldbetrag, der aus Drogengeschäften stammen könnte, sowie Waffen gefunden wurden.
Für den Prozess gegen die beiden Schwestern vor dem Landgericht Bamberg sind vier Verhandlungstage angesetzt. Mindestens ein Jahr Haft erwartet die Frauen für den Rauschgifthandel. "Bei dieser Menge kann man aber davon ausgehen, dass es wesentlich mehr wird", hatte Staatsanwalt Christoph Rosenbusch kurz nach der Festnahme im Gespräch mit der Presse gesagt.

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