Hammelburg

2019 kein "Hammelburg moves"

Die Enttäuschung ist sowohl bei den Organisatoren als auch bei den Fans groß: Das Kneipen- und Kellerfestival wird es auch heuer nicht geben. Hinter der Frage, ob es überhaupt eine Wiederholung gibt, steht zumindest ein dickes Fragezeichen.
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Schlechte Nachrichten für Fans von "Hammelburg moves": Das beliebte Keller- und Kneipenfestival (im Bild der Bocksbeutelkeller) musste letztes Jahr aus Sicherheitsgründen abgesagt werden und es wird auch heuer nicht stattfinden. Foto: Archiv/Winfried Ehling
Schlechte Nachrichten für Fans von "Hammelburg moves": Das beliebte Keller- und Kneipenfestival (im Bild der Bocksbeutelkeller) musste letztes Jahr aus Sicherheitsgründen abgesagt werden und es wird auch heuer nicht stattfinden. Foto: Archiv/Winfried Ehling

Das Kneipen- und Kellerfestival "Hammelburg moves" hat jedes Jahr mehr Besucher aus nah und fern in die Stadt gelockt. Jedes Alter war vertreten. Für viele gehörte der Musik-Event Ende März/Anfang April zum festen Bestandteil im Jahreskalender. In der 5. Auflage waren die zehn Locations 2017 brechend voll, konnten teilweise dem Andrang kaum stand halten. Doch letztes Jahr war es plötzlich vorbei. Wegen erhöhter Sicherheitsvorgaben wurden Bocksbeutel- und Winzerkeller auf 199 Besucher beschränkt, eine Zahl, die bei "Hammelburg moves" nicht zu halten sein würde. Die Organisatoren um Katharina Rösser haben deshalb zunächst beschlossen, die Veranstaltung für 2018 abzusagen. Jetzt steht fest: Es wird auch 2019 kein "Hammelburg moves" geben. Und auch für die Folgejahre sieht es eher schlecht aus für die beliebte Veranstaltung.

Grund sind weiterhin die Sicherheitsbestimmungen in den Kellern. Stefan Stöth vom Ordnungsamt der Stadt, der unlängst Kontakt mit einigen Verantwortlichen hatte, sagt auf Anfrage dieser Zeitung, was denn heuer mit "Hammelburg moves" sei: "Schade, aber heuer noch nicht." Der Rathauskeller falle aufgrund der Sanierung in diesem Jahr komplett weg als Veranstaltungsort. Und auch nach Abschluss der Bauarbeiten dürfe er erst benutzt werden, wenn der zweite Fluchtweg über das geplante Bürgerhaus vorhanden sei, ergänzt Stephan Merz, der örtliche Verwalter der Gebietswinzerschaft (GWF).

Bocksbeutel- und Winzerkeller sind seit einer Begehung von Sicherheitsleuten im vergangenen Jahr, bei der Vertreter von Stadt, Feuerwehr, Polizei, "Immo Bayern" und GWF dabei waren, auf insgesamt 199 Gäste beschränkt. Grund dafür sei, dass sie lediglich einen Ausgang als Fluchtweg haben, erläutert Merz. Zwar seien die Keller über den Arkadenkeller verbunden und bilden daher einen Rundgang. Ein zweiter Fluchtweg habe jedoch stets über eine Tür in das Treppenhaus der Polizeiinspektion geführt. Die Tür sei auch vorhanden und zu öffnen, erklärt Merz. Doch das sei nicht mehr gestattet. Der Fluchtweg könnte daher nicht genutzt werden. Und das vorhandene Treppenhaus zu verbreitern, sei schier unmöglich.

Neues Konzept erarbeiten

Ganz gestorben ist für ihn "Hammelburg moves" dennoch nicht. "Die Veranstaltung war eine absolute Bereicherung für Hammelburg, wir würden jederzeit wieder mitmachen", sagt Stephan Merz. Man könnte allerdings nur entweder Bocksbeutel- oder Winzerkeller öffnen und müsste hier kontrollieren, dass maximal 199 Personen reingehen. Und man müsste "eventuell ein bisschen am Konzept basteln". Letztes Mal habe man fleißig Bändchen verteilt und die Leute seien verärgert gewesen, wenn sie wegen der Einlasskontrolle dann trotzdem nicht in die Keller kamen. Es sei daher wichtig, neue Locations zu finden, wie leerstehende Gebäude. "Da könnte man durchaus kreativ sein", meint er und schlägt vor, mit Hausbesitzern wie beispielsweise Betten Hufnagel oder Kupsch zu sprechen. Die Bewirtung könnten dann Vereine übernehmen.

Das hat zum Beispiel die Hammelburger Karnevalsgesellschaft (HaKaGe) bislang stets im Rathauskeller getan. Auch Sebastian Kleinhenz, einer der Gesellschaftspräsidenten, sagt: "Es wäre schade, wenn ,moves' ganz stirbt." Die HaKaGe sei von Anfang an dabei gewesen und würde ebenfalls sofort wieder mitmachen. Denn schließlich sind solche Events auch eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. "Wir haben es etwas aufgefangen mit dem Flohmarkt, den wir jetzt regelmäßig machen und werden auch immer wieder von Firmen für die Bewirtung gebucht", berichtet Kleinhenz.

Die Prunksitzung selbst, sei nicht der große Geldbringer. "Wenn man den Aufwand betrachtet, den wir dafür haben, bleibt da nicht viel übrig." Schließlich versuche man stets einige neue Highlights zu bieten. Dafür werden nicht nur eine Liveband, sondern auch bekannte Größen engagiert. Heuer sind zum Beispiel der Deutsche Meister im Männerballett und Christof Maul, der bei der Fränkischen Weinprobe aufgetreten ist, bei der Prunksitzung am Samstag, 2. März sein.

Neue Einnahmequelle

Seit einem Gespräch im Mai letztes Jahres habe er nichts mehr von "Hammelburg moves" gehört. Damals habe der Vereinsvorstand spaßeshalber darüber nachgedacht, dass die HaKaGe in ihrem neuen Vereinsheim in der Friedhofstraße bewirtet. "Aber natürlich machen den Charme der Veranstaltung eigentlich die Keller aus", so Kleinhenz. Deshalb habe man sich damals auf die Zeit vertröstet, wenn der Rathauskeller wieder frei und über das neue Bürgerhaus abgesichert ist. In den Sommer und damit nach draußen verlegen sei keine Alternative gewesen, denn "da gibt es ja das Höflesfest". Bei dem will sich der Faschingsverein vielleicht heuer beteiligen, um die fehlenden Einnahmen wieder reinzuholen. Denn "Fasching kostet das ganze Jahr Geld", weiß Kleinhenz.

Auf das Höflesfest legt derzeit auch Katharina Rösser vom Deutschen Haus ihr Augenmerk. "Hammelburg moves" sei momentan eingeschlafen, weil einfach zu wenig Leute in die Keller dürfen. Und auch draußen sei für die Veranstalter keine Option gewesen - da fehle einfach das Kneipenfeeling. 199 Gäste in zwei Kellern seien einfach zu wenig, da verärgere man die Leute nur. "Wir hätten eher mehr Locations gebraucht, nicht weniger." Und: "Es sieht daher auch eher nicht danach aus, dass es nächstes Jahr etwas wird", bedauert sie.

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