Bamberg

"2018 war ein einziges Highlight"

Django Asül präsentiert am 11. Januar im Kulturboden seinen Rückblick auf das vergangene Jahr.
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"Rückspiegel" nennt sich der satirische Blick auf 2018 von Django Asül.  Foto: Mediapool
"Rückspiegel" nennt sich der satirische Blick auf 2018 von Django Asül. Foto: Mediapool

Wer nach vorne fährt, sollte den Blick nach hinten nicht vergessen. Das lernt man schon in der ersten Fahrstunde. Was in der räumlichen Dimension angebracht ist, kann also für die zeitliche Dimension nicht schlecht sein. "Rückspiegel 2018" nennt sich deshalb der satirische Jahresrückblick von Django Asül. Der bekannte Kabarettist tritt damit am Freitag, 11. Januar, um 20 Uhr im Kulturboden in Hallstadt auf. Sein "Rückspiegel" ist ideal für alle, die sich im Dschungel der Ereignisse eines ganzen Jahres nicht mehr zurechtfinden. Im Vorfeld stand Django Asül im Interview Rede und Antwort. Ohne zu viel von deinem Programm zu verraten: Was ist dein Jahreshighlight 2018?

Django Asül: Es war ein spektakuläres und buntes Jahr. Und während Jogi Löw und Angela Merkel in akuten Abstiegskämpfen stehen, ist Hubert Aiwanger quasi der Überflieger des Jahres. Und Markus Söder und Horst Seehofer haben gerade noch den Klassenerhalt geschafft. Und trotzdem steht der FC Bayern nicht auf Platz 1. So gesehen war das ganze Jahr ein einziges Highlight, weil 2018 gefühlt ein permanenter Ausnahmezustand war. Mein persönliches Highlight war natürlich die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Zumal jetzt das Bundesverdienstkreuz nur noch ein Rückschritt sein kann.

Worauf hättest du in diesem Jahr am meisten verzichten können?

Verzichten kann ich gut auf die Autobahnbaustellen. Wobei die außerhalb Bayerns noch viel massiver sind. Gefühlt ist der Großteil der Autobahnen mittlerweile eine Baustelle. Vielleicht ist das auch nur ein Geheimplan der Bundesregierung, mit einem Durchschnittstempo von 62 km/h den Kohlendioxidausstoß zu senken. Nun ist auch in Bayern die AfD in den Landtag gezogen. Das ist für dich als politisch sehr Interessierter doch sicherlich ein großer Punkt in deinem Programm?

Bei politischen Themen habe ich ein ganz simples Vorgehen: Ich schaue, was von den jeweiligen Parteien kommt. Und dann schaue ich, ob sich das satirisch umsetzen lässt. Und da waren dieses Jahr CSU, Grüne und Freie Wähler deutlich präsenter als die anderen Parteien. So findet sich das auch in meinem Rückblick mit einer entsprechenden Gewichtung wieder. Als Satiriker hoffe ich da mal, dass die anderen Parteien das Jahr 2019 besser nutzen. Und bei der AfD sind vor allem Namen wie Meuthen, Weidel oder Gauland medial stark vertreten. Die bayerischen Vertreter hatten da deutlich weniger Präsenz. Mag vielleicht auch an dem späten Wahltermin gelegen haben.

Gibt es Grenzen für Satiriker oder darf Satire alles?

Die Frage ist: Wie bespricht man ein Thema? Ich habe gegen keinen Politiker persönlich etwas. Also schreibe ich auch meine Texte ohne Schaum vor dem Mund und frei von Bluthochdruck. Drum geht es bei mir auch nie gegen die Leidtragenden von diversen Fehlentwicklungen. Deshalb muss ich kein Thema auslassen. Sprich: Wer etwas verbockt, hat gute Chancen, im Jahresrückblick zu landen. Am 11. Januar bist du zu Gast im Landkreis Bamberg - was verbindest du mit der Stadt und den Franken?

Bamberg mit seiner Geschichte und der tollen Altstadt ist schon ein beeindruckendes Stück Bayern. Ich komme gerne immer tagsüber nach Bamberg, um in der Altstadt zu flanieren. Und da ich in Summe seit meinen Anfängen in Franken genauso oft auftrete wie in Altbayern, haben sich über die Jahre viele enge Verbindungen ins Frankenland aufgetan. Ein Leben ohne Franken ist somit auch für einen Niederbayern wie mich undenkbar.

Die Fragen stellte Juliane Hönisch

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