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Baiersdorf
Stadtrat

20 Kinder im Schulalter zurückgestellt

Seit Jahren kämpft Baiersdorf gegen mangelnde Kindergarten- und Krippenplätze an. Derzeit ist der Kindergarten am Birkenweg in Igelsdorf in Planung. Die Kinder sind zwischenzeitlich in Containern unte...
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Seit Jahren kämpft Baiersdorf gegen mangelnde Kindergarten- und Krippenplätze an. Derzeit ist der Kindergarten am Birkenweg in Igelsdorf in Planung. Die Kinder sind zwischenzeitlich in Containern untergebracht, die bereits beim Neubau des Kindergartens Blumenstraße im Einsatz waren.

Nach Ende der Anmeldefrist für September 2020 werden für 18 Kinder noch Kindergartenplätze gebraucht; bis Anfang 2021 fehlen voraussichtlich 14 Krippenplätze. Der neuerliche Engpass ist entstanden, weil 20 Kinder, die bereits das Schulalter erreicht haben, aufgrund des Einschulungskorridors von ihren Eltern ein Jahr zurückgestellt wurden.

Niemand könne einschätzen, so Verwaltungsleiter Klaus Hutzler, ob dieser Trend sich fortsetzt oder eine einmalige Entscheidung war. Der Stadtrat war sich einig, dass man beim Planen des Platzbedarfs eine ein Jahr längere Kindergartenzeit einkalkulieren müsse. Denn die gesetzliche Regelung ist auf Dauer angelegt. "Wir brauchen eine langfristige Pufferlösung", forderte denn auch Julia Seidel (FDP).

Für die Kindergartenkinder wurde bereits eine Lösung gefunden: Der Kindergarten Blumenstraße stellt dafür bis zur Fertigstellung des Birkenweg-Kindergartens seine Turnhalle als Gruppenraum zur Verfügung.

Für die zusätzliche Krippengruppe stellte Zweite Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Odörfer (SPD) dem Rat zwei Alternativen samt Fördermöglichkeiten vor: ein Container - ein Standort war noch nicht im Gespräch - oder das Mieten einer früheren Zahnarztpraxis unmittelbar beim Kindergarten Seligmannstraße. Mit rund 180 000 Euro für Miete und vor allem bedarfsgerechtem Umbau ist diese Lösung fast doppelt so teuer wie das Containermieten. Trotzdem entschied sich der Rat einstimmig für die Praxisräume, da sie eine Dauerlösung darstellen, insbesondere, wenn bei einem Stichtag besonders viele schulpflichtige Kinder noch ein Jahr im Kindergarten bleiben sollen.

"Da steht ganz schnell der nächste Kindergarten an", kommentierte Karl-Heinz Roll (Grüne) die vorgelegten Zahlen. Er riet, gleich die Erweiterungsmöglichkeit (auch Waldkindergarten) in den Plänen Birkenweg zu realisieren. Seine Vorschläge stießen bei den Ratskollegen auf offene Ohren.

Baiersdorf besitzt jenseits des Kanals rund neun Hektar Waldflächen. Als einen Querschuss zu den Bemühungen der Stadt, Mobilität mit wenig CO2 -Ausstoß zu fördern, empfanden alle Ratsmitglieder die Entscheidung des ÖPNV über die neue Route der Buslinie 205. Sie sollte nach dem Willen der Baiersdorfer eine problemlose Verbindung von Nord nach Süd und umgekehrt bilden. Damit jeder mit dem Bus zum Einkaufen fahren könne, sollte es im Norden und Süden vier Haltestellen geben. Nun aber fährt der Linienbus zwar Wellerstadt und die Ladengeschäfte im Norden an, zurück fährt er aber über die Industriestraße zum Bahnhof und von dort aus nach Erlangen. Wer ihn aus dem Stadtkern benutzt, müsste also einen riesigen Umweg in Kauf nehmen, um wieder nach Hause zu kommen. "Ein Schildbürgerstreich", fasste Seidel die Ratsmeinung zusammen.

Der Stadtrat wählte Hans-Jürgen Lorenz zum Feldgeschworenen. Ihn vereidigte Eva Ehrhardt-Odörfer auf das Siebenergeheimnis. Neuer Standesbeamter ist Adrian Reimlinger. Die Bestellung war notwendig, weil Standesamtsleiter Dieter Kraus demnächst ausscheidet. Reimlinger wurde vom Stadtrat auch zum Datenschutzbeauftragten bestellt. Der bisherige Amtsinhaber Marco Kunert wechselt als Sachgebietsleiter in das Bürgeramt.

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