Steinberg
Steinberg.infranken.de  In Steinberg wurde ein Feuerwehr-Lehrgang auf Kreisebene mit anspruchsvollen Aufgaben durchgeführt.

19 Maschinisten bestanden mit Bravour

Der Maschinisten-Lehrgang wird in der Regel ein bis zwei Mal jährlich auf Kreisebene durchgeführt. In insgesamt 36 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis erfuhren die 19 teilnehmenden Feuerwehrmänne...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kursteilnehmer (es fehlt Julia Friedrich) mit den Ausbildern des Landkreises sowie KBM Daniel Schaller(D ritter von links) als Lehrgangsleiter
Die Kursteilnehmer (es fehlt Julia Friedrich) mit den Ausbildern des Landkreises sowie KBM Daniel Schaller(D ritter von links) als Lehrgangsleiter
+1 Bild
Der Maschinisten-Lehrgang wird in der Regel ein bis zwei Mal jährlich auf Kreisebene durchgeführt. In insgesamt 36 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis erfuhren die 19 teilnehmenden Feuerwehrmänner sowie Feuerwehrfrau Julia Friedrich, worauf es beim verantwortungsvollen Posten des Maschinisten ankommt.
Unter der Federführung des Ausbilders KBM Daniel Schaller wurden die angehenden Maschinisten auch von KBM Harald Meyer, Johannes Bock (FF Kleintettau), Jens Wich (FF Neufang), Christian Kahl (FF Marktrodach) und Tobias Neder (FF Teuschnitz) in den verschiedensten Themenbereichen unterrichtet.
Technisches Verständnis und ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl sind Grundvoraussetzung für jeden Maschinisten. Der Maschinist ist als Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs für die Sicherheit seiner Kameraden auf jeder Einsatzfahrt verantwortlich. Am Einsatzort bedient er die Pumpe zur Wasserförderung und ist für alle Geräte am und im Fahrzeug zuständig. Zu seinem Tätigkeitsbereich zählen weiter das Aufrüsten des Fahrzeugs und das Auffüllen von verbrauchtem Material wie auch kleinere Reparaturen oder Störungsbeseitigungen.
Als Fahrzeugführer gilt es, viele Verkehrsvorschriften oder Regeln zur Unfallverhütung zu beachten. Das Fahren mit Sonder- und Wegerechten gehörte ebenso zu den theoretischen und praktischen Lehreinheiten wie auch Unfallverhütungsvorschriften, Motoren-, Fahrzeug- und Gerätekunde sowie der Winterbetrieb von Pumpen. Daneben wurden den Lehrgangsteilnehmern auch Grundlagen über Aufbau und Funktionsweise von Pumpen beziehungsweise Wasserförderung vermittelt.
Am zweiten Lehrgangs-Samstag bestand die Aufgabe für die Teilnehmer in einer Löschwasserförderung über lange Strecken. Dies wird bei Bränden notwendig, wenn größere Wassermengen benötigt werden, als im Einsatzgebiet vorhanden sind. Dies ist beispielsweise bei Waldbränden der Fall. Ein solcher Waldbrand wurde als Szenario auf einer Anhöhe in Steinberg-Eichenbühl angenommen. Bei der Löschwasserförderung über lange Strecken werden mehr Pumpen benötigt, um das Wasser durch die längere Schlauchleitung zu transportieren.
Bei der Übung wurde das Wasser aus dem durch Steinberg fließenden Fluss, die Kronach, gesaugt und weitergegeben. Eine zweite Pumpe wurde als Verstärkerpumpe etwa auf halber Höhe in Eichenbühl aufgebaut. Das Wasser wurde in Form einer offenen Schaltreihe transportiert. Dabei wird von einer Pumpe das Wasser bis zu einem Behälter - in diesem Falle ein Faltbehälter - geleitet, von dem aus die nächste Pumpe das Wasser wiederum ansaugt und weiterleitet.
Das Gebiet um Steinberg-Eichenbühl war aufgrund der Topographie für die Übung geradezu prädestiniert. Insgesamt wurden bis zum angenommenen Brandobjekt 54 Höhenmeter überwunden, wobei eine Schlauchleitung von 461 Meter verlegt wurde. "Um die Anzahl und die genaue Stationierung der Pumpen zu bestimmen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden", erklärte Schaller. Eingerechnet werden müssen Pumpenabstand, der Druckverlust durch Schlauchlänge - in diesem Fall 11 bar, die Pumpleistung der schwächsten Pumpe sowie die Höhenunterschiede. "Die Verstärkerpumpe darf nicht wahllos hingestellt werden, sondern muss genau am richtigen Standort platziert werden", so der KBM.
An der dritten Station, dem angenommenen Brandobjekt, erfolgte schließlich die Wasserabgabe. Geübt wurde auch die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft - beispielsweise durch den angenommenen Ausfall einer defekten Pumpe. Eine schriftliche Prüfung in der Kronachtalhalle rundete den Lehrgang ab.
In der abschließenden Aussprache dankte Lehrgangsleiter KBM Daniel Schaller seinem Ausbilderteam für die hervorragende Zusammenarbeit. Ein Dank galt auch der Feuerwehr Steinberg für die ausgezeichnete Organisation vor Ort sowie den Feuerwehren für die Überlassung ihrer Gerätschaften und Fahrzeuge. Erfreulicherweisehatten alle Teilnehmer mit sehr guten Leistungen bestanden, so dass diese ihre Lehrgangs-Urkunden entgegennehmen konnten. Prüfungsbeste waren Julia Friedrich von der Feuerwehr Gehülz sowie Michael Jungkunz von der Feuerwehr Stockheim mit jeweils einem Fehler.
Da die ausgebildeten Maschinisten damit nun die Erlaubnis und Befähigung haben, Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz und mit Sonderrechten zu bewegen, legte Schaller ihnen ein Fahrsicherheitstraining ans Herz.
2019 wird es wieder zweiMaschinisten-Lehrgänge geben.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren