Egloffstein

17 Mühlen standen an Trubach

Der kleine Fluss in der Fränkischen Schweiz hat eine hohe Fließgeschwindigkeit. Das machte das Gewässer für Müller interessant. Heute lässt sich der Historie auf dem Trubachtal-Wanderweg nachgehen.
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Blick auf die Ziegelmühle bei Obertrubach  Foto: Reinhard Löwisch
Blick auf die Ziegelmühle bei Obertrubach Foto: Reinhard Löwisch
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Die Trubach ist ein nur 21 Kilometer langes Flüsschen, welches in Obertrubach ans Tageslicht tritt und in Pretzfeld in die Wiesent mündet. Während der Flussstrecke durch das gleichnamige Tal fällt das Wasser insgesamt um 67 Meter, weshalb man früher, ohne das Wort nachhaltige Stromerzeugung zu kennen, wegen der hohen Flussgeschwindigkeit mindestens 17 Mühlen an die Trubach baute und sie meist als Sägemühle oder Getreidemühle betrieb. Dorthin, wo einst die Mühlen klapperten, kann man heute bequem wandern.

Mühlen bedeuteten früher wirtschaftlichen Aufschwung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein Teil des Trubachtales auch auf mittelalterlichen Karten verzeichnet ist. Eine davon ist die "Wichsensteinkarte" eines unbekannten Kartenmalers aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der eine große Detailgenauigkeit in seine Zeichnungen setzte.

Gefälle im Ort

Aus alten Beschreibungen weiß man, dass in Schweinthal eine Mühle existierte, in Ober- und Unterzaunsbach sogar zwei. Und dann kamen die nächsten zwei Mühlen in Pretzfeld: eine obere Mühle in der Hauptstraße, eine untere Mühle in der heutigen Walter-Schottky-Straße, dort, wo das Gefälle im Ort am stärksten war.

Wannbach hatte keine Mühle, dafür aber ein Schloss, das auf der Karte als mehrstöckiges Gebäude abgebildet ist. Über das Schloss weiß Walter Heinz in seinem Buch "Ehemalige Adelssitze im Trubachtal", dass es ein Wasserschloss gewesen sein soll. Ein Teil des Herrensitzes, 1558 von Philipp von Egloffstein gebaut, steht heute noch und ist sogar bewohnt.

Die vielen Bäume mit runden Kronen entlang der schmalen Straße deuten darauf hin, dass der Obstbau schon damals vor 450 Jahren eine große Rolle gespielt hat. Die rote Linie entlang von Straßen markiert die Jagdgrenze des Wichsensteiner Schlosses, weshalb die Karte entstanden ist.

Wer kennt die Trubachtaler Mühlen? Die Hacker- beziehungsweise Obermühle, erstmals 1547 genannt; die Schlöttermühle, 1504 als "Schlatenmül" benannt; die Ziegelmühle, 1383 im Besitz der Herren von Egloffstein; die Reichelsmühle, 1504 "Hergotsmül" erstmals erwähnt, im Besitz von Heino Reichl (daher Reichelsmühle); die Hammermühle, ehemals Eisenhammer, Mahl- und Sägemühle, bereits 1430 als Mühle erwähnt; die Bärenthalmühle, 1504 "Berntal", einst im Besitz der Herren von Egloffstein, deren Wappenschilde den Bärenkopf aufweisen; die Mühle in Egloffstein im Café Wirth, die heute ein kleines Mühlenmuseum beherbergt; die Mühle in Mostviel, 1358 erwähnt; die Mühle in Schweinthal, 1504 als "Schwintheil" geführt, ist heute Wasserwerk der Wichsensteingruppe.

In Ober - und Unterzaunsbach

In Oberzaunsbach stand ebenfalls eine Mühle sowie in Unterzaunsbach, die 1540 als Mahl-, Öl- und Schneidmühlen verzeichnet war. Die Lützelsdorfer Mühle fand 1481 eine erste Erwähnung beim Stadtgericht Nürnberg. Dann kamen noch die beiden Pretzfelder Mühlen, die schon 1182 im Zusammenhang mit dem Schloss erwähnt werden.

Wer die Gegend und die Geschichte näher kennenlernen will, dem ist der Trubachtal-Wanderweg empfohlen, der auf 19 Kilometern entlang des Flusses mit der Wegmarkierung blauer waagrechter Strich führt. Beginnt man in Obertrubach, führt der Weg immer leicht abwärts. Für den Rücktransport zum Ausgangspunkt Obertrubach verkehrt zwischen Pretzfeld (Haltestelle Post) und dem Rathaus Obertrubach mehrmals täglich die Regionalbuslinie 222 (Forchheim/Gößweinstein).

Weitere Auskünfte gibt es bei der Tourist-Info Obertrubach, Telefon 09245/988-0, oder der Tourist-Info in Egloffstein, Telefon 09197/202.

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