Kulmbach

16 der 20 Plätze sind schon belegt

Die Tagespflege in der Ruppert-Villa wird am 2.Dezember eröffnet. Landrat: Ein Sechser im Lotto.
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Das eigenwillige architektonische Erscheinungsbild der Ruppert-Villa korrespondierte mit der neoklassizistisch gestalteten Fassade des gegenüberliegenden Fabrikgebäudes und verbindet Zweckmäßigkeit mit Schönheit.  Fotos: Werner Reißaus
Das eigenwillige architektonische Erscheinungsbild der Ruppert-Villa korrespondierte mit der neoklassizistisch gestalteten Fassade des gegenüberliegenden Fabrikgebäudes und verbindet Zweckmäßigkeit mit Schönheit. Fotos: Werner Reißaus
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Von einem "Sechser im Lotto" sprach BRK-Kreisvorsitzender Landrat Klaus Peter Söllner, von einem Glücksfall sein Stellvertreter OB Henry Schramm. Beide meinten den Umbau der Ruppert-Villa, die ab Montag, 2. Dezember, als Tagespflegeeinrichtung des BRK- Kreisverbandes genutzt wird.

Die ehemalige Direktionsvilla der mechanischen Plüschfabrik Türk & Kneitz war 1928 mit einer Wohnfläche von rund 430 Quadratmetern am Ende der Luitpoldstraße errichtet worden. Das herrschaftliche Gebäude verfügt über eine imposante Architektur und einen weitläufigen Garten und ist jetzt im Besitz von privaten Investoren.

"Heute ist ein wunderschöner Tag, weil wir die Ruppert-Villa einer Lösung zugeführt haben und das Projekt grandios geworden ist", sagte Klaus Peter Söllner gestern bei einem Ortstermin. Ursprünglich habe das Rote Kreuz das stattliche Gebäude erworben, um sich Erweiterungsmöglichkeiten zu sichern. So befänden sich in unmittelbarer Nähe das Schülerwohnheim sowie die Einrichtungen der Wasserwacht, der Bergwacht und der Sanitätsbereitschaften. Das Projekt sei aber letztlich am Raumbedarf des Kreisverbands gescheitert, sagte der Vorsitzende. Trotz der stattlichen Dimension des Gebäudes hätten bei weitem nicht alle Dienste Platz gefunden.

Eine kluge Entscheidung

Mittlerweile befinde sich die BRK-Geschäftsstelle in der alten Post mitten in der Stadt. Unter dem langen Leerstand habe die Gebäudesubstanz gelitten, eine Überflutung habe die Situation nochmals verschärft. "Eine Sanierung wäre für den Kreisverband nur mit großem Aufwand möglich gewesen." Die Abgabe der Villa sei eine kluge Entscheidung gewesen.

"Wir sind den Investoren für deren Mut sehr dankbar, denn ein altes Gebäude mit einem derartigen Sanierungsaufwand stellt ein Risiko dar", verdeutlichte Söllner. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligtern sei nun ein neues Betreuungsangebot geschaffen worden, das es in der Stadt Kulmbach noch nicht gebe. "In Thurnau, Oberzaubach, Trebgast und Hegnabrunn bestehen bereits eigenständige Tagespflegestationen, jetzt kommt die Villa dazu."

Das BRK bietet laut Vorsitzendem bereits in seinen drei Seniorenheimen "eingestreute" Tagespflegeplätze an, die sehr gut ausgelastet sind. Eine eigenständige Station habe es bislang jedoch noch nicht gegeben.

Kleinod in neuem Glanz

Henry Schramm freute sich, dass das Kleinod in der Stadt Kulmbach durch das großartige Engagement des Investors erhalten und zu neuem Glanz erweckt werden konnte: "Die Menschen, die hier eine Heimstatt finden, können sich wohlfühlen und werden liebevoll umsorgt." Ein Teil der Kosten für den denkmalpflegerischen Mehraufwand konnte Schramm zufolge durch Zuschüsse der Oberfrankenstiftung, der Deutschen Stiftung für Denkmalpflege und der Deutschen Fernsehlotterie gedeckt werden. "Ohne die umfangreiche Eigenleistung wäre diese Sanierung nicht gelungen." Das BRK sei ein leistungsfähiger Träger im Sozialwesen, in der Notfallrettung und im Katastrophenschutz und damit Garant für eine dauerhafte Betreuung auf hohem Niveau.

Die neu geschaffene Tagespflege ist für den OB ein weiterer Mosaikstein im "Adalbert-Raps-Zentrum". In unmittelbarer Umgebung befänden sich zudem zahlreiche Ärzte, das Hallenbad, eine Sparkassenfiliale, der Stadtpark und Ämter. Auch der Stadtbus halte nicht weit davon entfernt.

Wie BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold betonte, beschäftigt der BRK-Kreisverband aktuell 389 Mitarbeiter. Von den 20 Tagespflegeplätzen seien bereits 16 belegt.

Einen großen Dank richteten die Hauseigentümer an die Stadt: "Wir hatten hier immer einen Partner an unserer Seite, das ist keine Normalität."

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