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Walsdorf

140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Erlau

Unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Melanie Huml (CSU) feierte die Freiwillige Feuerwehr Erlau ihr 140-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Feierlic...
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Von links: Vorstandsgremiumsmitglied Daniel Bauer, stellv. Kommandant Markus Hemm, Stephan Kranke (25 Jahre aktiv), ehemaliger Kreisbrandrat Peter Löhlein, Bürgermeister Heinrich Faatz (Ehrenkommandant), Kreisbrandinspektor Friedrich Riemer, Reinhold Müller (Ehrenkommandant), stellv. Landrat Johann Pfister, Staatsministerin Melanie Huml, Kreisbrandmeister Albert Tornau, Günter Berger (Ehrenkommandant), Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann, Karl-Heinz Hemm (Ehrenvorsitzender), Michael Steppert (Spr...
Von links: Vorstandsgremiumsmitglied Daniel Bauer, stellv. Kommandant Markus Hemm, Stephan Kranke (25 Jahre aktiv), ehemaliger Kreisbrandrat Peter Löhlein, Bürgermeister Heinrich Faatz (Ehrenkommandant), Kreisbrandinspektor Friedrich Riemer, Reinhold Müller (Ehrenkommandant), stellv. Landrat Johann Pfister, Staatsministerin Melanie Huml, Kreisbrandmeister Albert Tornau, Günter Berger (Ehrenkommandant), Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann, Karl-Heinz Hemm (Ehrenvorsitzender), Michael Steppert (Sprecher des Vorstandsgremiums), Frank Ott ( 25 Jahre aktiv), Kommandant Christian Eckert (25 Jahre aktiv) Foto: p
Unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Melanie Huml (CSU) feierte die Freiwillige Feuerwehr Erlau ihr 140-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden drei Aktive, Christian Eckert, Stefan Kranke und Frank Ott, für ihre 25-jährige Tätigkeit mit dem Ehrenabzeichen in Silber ausgezeichnet. Günther Berger, Reinhold Müller und Heinrich Faatz ernannte der Verein zu Ehrenkommandanten. Mit Karlheinz Hemm gibt es auch einen neuen Ehrenvorsitzenden.
Die Menschen der Vorzeit wurden immer wieder mit der Macht des Feuers konfrontiert oder auch selbst in Mitleidenschaft gezogen, wenn ein Blitz Unterholz und Wald in Brand setzte. Gegen diese Sprache des Himmels gab es keine Gegenwehr. Den Menschen blieb nur die Flucht, oder sie mussten untätig und ohnmächtig der Vernichtung zusehen. Was auch blieb war eine panische Angst vor dieser elementaren Gewalt, die den Homo sapiens bis heute begleitet. Feuer war für die Menschen immer etwas Unheimliches, denn Feuer hilft und vernichtet gleichermaßen. Ein Helfer, ein Segen, wenn der Mensch diese Gewalt der Natur beherrscht und bewacht, eine tödliche Bedrohung, wenn nicht.
Bereits in der Antike machten sich die wie stets praktisch handelnden Römer Gedanken über einen professionellen Feuerschutz, um ihre dicht an dicht stehenden insulae zu schützen. Die Holzbauweise, die engen Gassen, die verschachtelten Häuser und die Strohdächer waren für die Flammen immer wieder eine fette Beute. Im Mittelalter, als die Landschaft immer stärker verstädterte, sah es nicht anders aus. Kaum eine Stadt wurde vom Raub der Flammen verschont. Die oft genug gefährlichen Lichtquellen wie Kerzen, Öllichter oder Kienspan waren die häufigste Ursache von Feuersbrünsten.
Mit der beginnenden Neuzeit stellte man in den Rathäusern, Landratsämtern und Regierungen eine Vielzahl von Überlegungen an, um einen Feuerschutz zu organisieren. Den gab es dann auch, wenn auch in recht dürftiger Form. Feuereimer mussten beschafft werden, um im Brandfall aus einem Weiher oder Bach in einer Menschenkette das Wasser zum Brandherd zu bringen. Feuerhaken und -patschen sowie Leitern wurden zur Verfügung gestellt. Dazu kam bald die Feuerschau, die in Erlau zweimal im Jahr, im März und im Oktober, durchgeführt wurde. Die Erlauer Feuerschutzberichte aus den Jahren 1835 bis 55 berichten durchaus von gewissen, jedoch meist kleineren Schlampereien, die einen Brand hätten verursachen können.Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann man auch in Bayern mit dem Aufbau von Berufs- und freiwilligen Feuerwehren. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts stieg die Zahl der Feuerwehren von Jahr zu Jahr. 1870 waren es noch 502, sechs Jahre später bereits über 3000. Jetzt wurden auch die kleineren Orte von der Notwendigkeit einer Feuerwehr überzeugt. So erfolgte 1877 auch die Gründung einer Wehr in Erlau. Der damalige Vorsitzende Johann Faatz konnte auch auf zehn Frauen zurückgreifen, die als Wasserträgerinnen eingeteilt waren. Eimer schleppen, das durften sie, Abzeichen tragen durften sie nicht.
Sämtliche Führungspositionen waren fest in männlicher Hand. Dem Zeitgeist entsprechend waren die Übungen militärisch diszipliniert. Es wurde regelrecht exerziert. Vieles hat sich seitdem verändert. 130 Jahre später verdienten sich fünf Erlauer Frauen nach einer souveränen Vorstellung bei der Leistungsprüfung das Abzeichen Gold-Rot. Mehr geht nicht. Melanie Huml brachte es in ihrem Grußwort auf den Punkt: "Das, was Sie als Feuerwehr tun, können wir als Freistaat nicht leisten. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es Sie gibt."
Prädikant Konrad Spindler und der Diakonatsbewerber Christoph Gahlau aus dem Seelsorgebereich Stegaurach/Lisberg leiteten die Feierlichkeiten mit einem ökumenischen Gottesdienst im voll besetzten Festzelt ein, musikalisch umrahmt von der Aurachtaler Blasmusik. "Es ist schön, dass auch die Altvorderen heute hier sind", sagte der stellvertretende Landrat Johann Pfister (BI). Gemeint war unter anderem der inzwischen 97-jährige Baptist Hartmann, der 27 Jahre lang als Kreisbrandrat tätig war. Pfister nahm auch die Ehrungen vor, erfrischend und gewohnt humorig, aber immer sehr präzise. Ein weiterer Höhepunkt im Leben der Wehr wird zweifellos die Einweihung eines neuen Einsatzfahrzeuges. "Gekauft ist es schon", sagte Erster Bürgermeister Heinrich Faatz. "Nur noch nicht lackiert." Dieter Grams
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