Stockheim

120 Stunden lang fährt keine Eisenbahn: Schienenersatzverkehr

Am nächsten Dienstag, 15. August, beginnt die heiße Phase der Erneuerung des Brückenbauwerks im Bereich der Stockheimer Maxschachtstraße, das aus dem Jahre ...
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Hunderte Tonnen wiegt die vorgefertigte Brücke, die dann mittels hydraulischer Kräfte eingeschoben wird. Mit im Bild sichtbar die Kabelhilfsbrücke (rechts, oben) Foto: Gerd Fleischmann
Hunderte Tonnen wiegt die vorgefertigte Brücke, die dann mittels hydraulischer Kräfte eingeschoben wird. Mit im Bild sichtbar die Kabelhilfsbrücke (rechts, oben) Foto: Gerd Fleischmann
Am nächsten Dienstag, 15. August, beginnt die heiße Phase der Erneuerung des Brückenbauwerks im Bereich der Stockheimer Maxschachtstraße, das aus dem Jahre 1904 stammt. Dann wird Tag und Nacht geschuftet, und dies bei erheblicher Lärmbelästigung für die Anlieger.
Bis zum 20. August wird dann die viel befahrene Eisenbahnverbindung München - Berlin total gesperrt. Die Sperrpause beginnt am Dienstag um 22 Uhr und endet am 20. August ebenfalls um 22 Uhr. Das entspricht einer Totalsperrung von 120 Stunden. Schienenersatzverkehr wird dazu eingerichtet sein.
In diesen fünf Tagen kämpfen die Bautrupps unter schwierigsten Bedingungen Tag und Nacht gegen die Zeit. Schließlich muss der Rückbau der bestehenden Brücke und der Einschub des neuen vorgefertigten Bauwerks nach einem exakten Zeitplan erfolgen. Bauträger ist die DB-Netz AG, Produktionsdurchführung Würzburg. Zuständig für die bauliche Realisierung ist die Spezialfirma Königbau aus Dresden. An die 450 Kubikmeter Beton waren für die neue Brücke erforderlich, die hunderte Tonnen wiegt. Sicherlich eine schalungstechnische Meisterleistung! Zusätzlich wurden an die 80 Tonnen Betonstabstahl als Bewehrung verbaut. Mittels hydraulischer Kräfte wird dann das Bauwerk eingeschoben, was aus verständlichen Gründen für einen Laien kaum vorstellbar ist. Allerdings ist diese Vorgehensweise schon längst Standard geworden. Der Vorteil: nur minimale Einschränkung des Reise- und Güterverkehrs.


Circa 2000 Kubikmeter Erdreich

In den nächsten fünf Tagen werden erhebliche Abrissarbeiten am bisherigen Brückenaufbau notwendig sein. Zwischenzeitlich ist eine Kabelhilfsbrücke installiert worden. Für den Bereich der Baustelleneinrichtungsfläche wurden circa 2000 Kubikmeter Erdreich bewegt. Vor allem die Freimachung des Baufelds für den Aushub der Baugrube war sehr arbeitsintensiv. Für den anstehenden Abbruch werden dann nochmals Aushubmengen von etwa 2000 Kubikmetern erwartet. Allein 500 Kubikmeter davon werden auf den Abbruch des Brückenbauwerks zurückgeführt. Dazu zählen einbetonierte Walzträger/Stahlträger als Überbau, Rahmenwände aus Naturstein mit einer Vorsatzschale aus Stahlbeton und ein Stahlbetontrog unter dem Straßenraum der Maxschachtstraße. Es wird also im Bahnbereich richtig eng. Ab dem 15. August geht es dann auf der Baustelle an der Bahnlinie München-Berlin nochmals rund, wenn Bagger, Abbruchmeißel, Lkw und Rüttelplatten zum Verdichten des Bodens und schließlich im baulichen Finale eine Gleisstopfmaschine zum Einsatz kommen.
Laut einem Bundesbahnsprecher wird nach Abschluss aller Arbeiten das Projekt an die 1,9 Millionen Euro einschließlich der Planungskosten verschlingen. Die Wiederherstellung der Maxschachtstraße ist derzeit für Mitte Oktober anvisiert.
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