Lichtenfels

120 Böller reißen Loch in die eigene Kasse

Unerlaubter Besitz und Verbringen von Sprengstoff, so bewertete die Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen das, was ein damals 20-jähriger Mann aus Bad Staffe...
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Unerlaubter Besitz und Verbringen von Sprengstoff, so bewertete die Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen das, was ein damals 20-jähriger Mann aus Bad Staffelstein Ende Dezember 2015 anstrebte. Richterin Bianca Franke sollte das letztlich ähnlich bewerten.


Zum Einkauf nach Tschechien

Die Rede war von Silvesterböllern, Krachern also. Diese günstig zu kaufen, sei er mit zwei Freunden über die Grenze nach Tschechien gefahren, erklärte der beschuldigte Azubi vor Gericht. Was Staatsanwaltschaft und Richterin Bianca Franke stutzig werden ließ, war die Menge der Böller. 120 Stück, zumeist mit dem Namen La Bomba versehen, warfen Fragen auf. Kann man wirklich so viele Kracher in einer Silvesternacht verböllern?
Aber dazu kam es ja nicht, denn die Bundespolizei hatte nach dem Grenzübergang ein Auge auf das Trio, zog es aus dem Verkehr und durchsuchte das Wageninnere. Alles wäre in Ordnung gewesen, wenn es sich bei den Böllern um in Deutschland erlaubte Kracher gehandelt hätte. Doch was der Azubi da mit sich führte, hat einen schlechten Ruf. "Es ist ja allgemein bekannt, dass La Bomba in Deutschland nicht erlaubt ist", so Richterin Franke.
Von einer geprüften Sicherheit, wie in Deutschland, sind diese Böller wohl weit entfernt, und auch Staatsanwalt Michael Imhof betonte, dass es wohl eher Sprengmeister seien, die damit umzugehen wüssten. Während der Verhandlung zeigte sich der Angeschuldigte durchaus einsichtig. Auch er wusste, welche Schäden unsachgemäße Handhabung unerlaubter Böller oder Raketen nach sich ziehen kann. Zumindest erzählte er von einer diesbezüglichen äußerst schweren Handverletzung eines Kumpels seines Bruders. "Eigentlich schieße ich nicht an Silvester - das ist eh nur rausgeschmissenes Geld", ließ er hören. Doch auf dem "Tschechenmarkt" angekommen, hätte ihm ein Verkäufer die Böller schmackhaft gemacht.
Worauf der Beschuldigte aber mehrmals hinwies, war der Umstand, dass die Fahrt gar nicht mit seinem Auto unternommen worden sei. An seiner Verurteilung änderte das nichts, war er doch der Einkäufer. Als Staatsanwalt Imhof sein Plädoyer verlas, empfahl er eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage des Lehrlings, konnte er sich mit dem Gedanken, ihm die Verfahrenskosten zu ersparen, anfreunden. Dem Plädoyer folgend, verhängte Franke die Geldstrafe.
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