Forchheim

1000 Blüh-Oasen für Bienen

18,9 Prozent Zustimmung im Landkreis Forchheim zum Volksbegehren sieht der Bund Naturschutz als Verpflichtung an, den blumigen Worten nun Taten folgen zu lassen. Mit ein paar Gramm Saatgut kann jeder aktiv werden.
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So farbenfroh könnte es auf vielen Grünflächen aussehen, wenn die Idee "1000 Bienen-Oasen für Forchheim" verfängt. Foto: Jupp Schröder
So farbenfroh könnte es auf vielen Grünflächen aussehen, wenn die Idee "1000 Bienen-Oasen für Forchheim" verfängt. Foto: Jupp Schröder

Johannes Höllein Auf seiner Besuchstour - jedes Jahr wird bei vier der 76 Ortsgruppen in Bayern vorbeigeschaut - kam der Landesvorstand des Bund Naturschutz diesmal in Forchheim vorbei. Die beiden beherrschenden Themen dabei waren die Ortsumfahrung bei Dormitz (Seite 14) und die Idee "1000 Bienen-Oasen für Forchheim".

Die Idee hat indirekt mit dem Volksbegehren Artenvielfalt zu tun, das im Landkreis Forchheim 18,9 Prozent Zustimmung erhielt. Spitzenwert in Oberfranken und ausschlaggebend für die Naturschützer, dass den Willensbekundungen nun auch Taten folgen müssen. "1000 Bienen-Oasen" ist Teil des Projekts "Blühflecke", bei dem seit zwei Jahren versucht wird, Flächen zu schaffen, auf denen sich Insekten wohlfühlen. "Gemeinden, der Forst und Privatleute melden immer mehr solche Flächen an, lassen sich von uns hinsichtlich Aussaat oder Pflege beraten", berichtet Projektleiter Axel Schrauder. Bislang seien als 30 Flächen diesen Belangen gewidmet worden.

Darüber hinaus liegen jetzt "1000 Samentütchen mit Anleitung bereit, um Schulkindern und auch Erwachsenen die Anlage einer kleinen Bienen-Oase im Garten zu ermöglichen. Ein Netz von blühenden Flecken soll so zustande kommen und zeigen, dass wir es ernst meinen mit unserem Beitrag zum Bienen-Retten", erklärt Ulrich Buchholz, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Forchheim. Auf einem Faltblatt wird gezeigt, wie die Ansaat geht und wie man ohne Pestizide und Kunstdünger eine Bienenweide bekommt.

Mit einigen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten sei die Vorbereitung für die Bienen-Oasen so weit gediehen, dass direkt mit der Aussaat begonnen werden könnte. Doch für die kommende Woche ist nicht mit Niederschlag zu rechnen. "Wir wollen mit der Aktion verloren gegangenes Naturwissen zurückzubringen, aber es braucht natürlich auch Erfolgserlebnisse. Dergestalt, dass die Saat auch aufgeht. Und dafür brauchen wir Regen", führt Schauder weiter aus.

Der BN-Landesvorstand zeigt sich beeindruckt von der Arbeit der Forchheimer Kreisgruppe, gleichwohl schränkt der Landesbeauftragte, Martin Geilhufe, ein: "Mit unseren vielen großen und kleinen Artenschutzprojekten in ganz Bayern versuchen wir bereits seit über 100 Jahren, das Artensterben aufzuhalten. So erfolgreich die Projekte sind, sie bleiben nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn es nicht gelingt, auf der großen Fläche - und das ist die Fläche der Landwirtschaft - den Gifteinsatz und die Überdüngung, die Ausräumung der Landschaft und die Belastung der Flüsse zu beenden."

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