Coburg

1. Liga vor Augen und 700000 Euro mehr in der Tasche

Zumindest Handball Bayern schaut am Sonntag nach Coburg, wenn der HSC 2000 Coburg den Zweitliga-Tabellenführer aus Erlangen empfängt. Der Präsident des Baye...
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Zumindest Handball Bayern schaut am Sonntag nach Coburg, wenn der HSC 2000 Coburg den Zweitliga-Tabellenführer aus Erlangen empfängt. Der Präsident des Bayerischen Handball Verbands hat sein Kommen angekündigt, viele überregionale Medien werden vor Ort sein, weil zwei Traditionsteams gute Chancen haben, den Aufstieg ins die stärkste Liga der Welt zu schaffen.
Wer hätte das vor fünf Jahren für möglich gehalten, als in Erlangen der Strukturumbau am Anfang stand, Coburg noch in der 3. Liga um eine Zukunft kämpfte? Spitzenhandball in Bayern war lange Jahre von der Landkarte verschwunden, bevor Carsten Bissel und seine Mitstreiter in Erlangen Ernst machten.
Neben der Schaffung der finanziellen Ausstattung fand man den sportlichen Hebel. Der Aufstieg in die 1. Liga war kein Zufall, der folgende Abstieg dagegen ein Betriebsunfall, der schnell korrigiert wurde.
Der Umzug in die Metropolregion Nürnberg in die Arena Nürnberger Versicherungen war ein genialer Schachzug. Das Potenzial ist riesig. Der Einzugsbereich für Ticketing ist groß und auch potenzielle Sponsoren sind heute schon sichtbar, denn selbst in der 2. Liga kommen bereits fast 4000 Zuschauer im Schnitt zu den Heimspielen der Erlanger.
Ich sehe Erlangen mittelfristig als absolutes Spitzenteam in der HBL, da es auch gelungen ist, die strukturellen Themen zu lösen. Vor allem die klare Trennung von Profi-Struktur und "e.V.". Das heißt aber nicht, dass Jugend und Breitensport keine Rolle spielen - ganz im Gegenteil!
Und Coburg? Ohne Frage ist in dieser Saison ein Riesenschritt nach vorne gelungen. Budgeterhöhung um 700 000 Euro, ernsthafter Kandidat für den Aufstieg ins Oberhaus - wenn nicht heuer, dann spätestens im nächsten Jahr. Damit nicht genug: Aufbau eines Jugendleistungskonzepts. Der Aufstieg der 2. Mannschaft in die 3. Bundesliga. Zwei neue hauptamtliche Jugendtrainer wurden installiert. Es gibt Regelsport in Gymnasien und Realschulen, die Kooperation mit dem Post SV Nürnberg. Die A-Jugend-Qualifikation für die Jugend-Bundesliga wird angestrebt - all das wurde in kurzer Zeit auf den Weg gebracht.
Jetzt geht es nach wie vor um die Etablierung als Marke auch in der Coburger Gesellschaft. Wichtig wird dabei sein, dass eine klare Struktur entsteht, was GmbH und Vereinsstruktur betrifft - das wird die zentrale Frage! Erkennt die regionale Wirtschaft welchen Stellenwert eine Profimannschaft wie der HSC Coburg als Imageträger und Standortfaktor für Coburg und die Region hat? Gerade was das Thema Personal-Recrouting für die vielen Top-Unternehmen betrifft, hat so ein Aushängeschild Signalwirkung. Letztendlich wird davon abhängen, wohin und wieweit der Weg des HSC führen kann und wird.
Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf ein heißes, hitziges und umkämpftes Derby, natürlich mit positivem Ausgang für den HSC. Ich denke nach 15 Siegen in Serie ist auch mal wieder eine Niederlage für die Erlanger fällig!
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