Michelau

"1, 2 oder 3" - Flechterei

Ein Quiz im Fernsehformat bot eine gute Gelegenheit, um mehr über ein altes Handwerk zu erfahren.
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Korbstadtkönigin Alicia I. verteilte die Punkte. Fotos: Gerda Völk
Korbstadtkönigin Alicia I. verteilte die Punkte. Fotos: Gerda Völk
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"Was macht man, wenn man nicht in die Schule gehen will?". Die Frage von Ariane Schmiedmann, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Korbmuseum, sollte als eine Art Eselsbrücke dienen für ein Quiz, das im Stil der Fernsehsendung "1, 2 oder 3" konzipiert war. "Schwänzen", lautete die Antwort eines Kindes. Doch dies war nicht die gesuchte Antwort.

Bei der Ferienaktion des Korbmuseums war Wissen rund um Flechtmaterialien, Flechttechnik und das Museumsgebäude gefragt. Bei der eingangs erwähnten Frage ging es um den "blauen Montag", an dem Handwerker, also auch Korbmacher, nicht zur Arbeit erschienen waren.

25 Mal 1, 2, oder 3

Die Fragen wurden auf einem Monitor eingeblendet. Zur Beantwortung mussten sich die Mädchen und Jungen für eines der Felder 1, 2 oder 3 entscheiden. Danach verriet Ariane Schmiedmann die Lösung und erklärte manches Detail zum Thema. Manche der Fragen hatten es in sich. 25 Mal mussten sich die Jungen und Mädchen entscheiden, ob sie sich lieber auf dem Feld 1, 2 oder 3 einordnen wollten. Dann war die Spannung groß, wie die Frage richtig beantwortet war. Hatten sie richtiggelegen, überreichte ihnen Korbstadtkönigin Alicia I. einen Punkt. Das Quiz war eine gute Gelegenheit, um mehr über ein Handwerk zu erfahren, das Michelau weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Es war auch eine Reise in längst vergangene Zeiten. Als es noch keine Toiletten in den Häusern gab, nutzte man spezielle Stühle, um in der Nacht auf die Toilette zu gehen. Tagsüber waren das ganz normale Stühle, unter deren Sitzflächen sich ein Nachttopf befand. Ein Exemplar ist im Korbmuseum ausgestellt. "Als Fernsehsessel konnte er schon deshalb nicht genutzt werden, weil es damals noch kein Fernsehen gab", sagte Schmiedmann.

Wolle in Körben gebunkert

Es gab aber auch Fragen, die relativ einfach zu beantworten waren. Beispielsweise, welches Kleidungsstück von Korbmachern hergestellt wird, oder was in einem geflochtenen Fisch aufbewahrt wurde. "Beim Stricken wurde die Wolle in Körben verschiedenster Formen aufbewahrt wie beispielsweise Fässer oder Fische", erklärte Schmiedmann.

Oft war auch logisches Denken gefragt. Bei einem traditionellen Korb aus Sambia war es fast schon einleuchtend, dass er weder zum Wasserholen noch als Wandschmuck genutzt wurde, sondern zum Lagern von Getreide bestimmt war. Eine Frage, die alle Kinder beantworten konnten, war: Welches Tier wohnt in diesem Korb? Es war weder der Marienkäfer noch die Ameise, sondern die Biene.

Linda hatte schon vor Betreten des Museumsgebäudes gut aufgepasst und wusste als einzige, dass das Museumsgebäude nach dem Korbhändler Max Stölzel benannt wurde.

Am Ende wurden alle gesammelten Punkte gezählt und gegen einen Gewinn eingetauscht. Anschließend bestand noch die Möglichkeit, ein Autogramm und ein kleines Präsent von Korbstadtkönigin Alicia I. zu bekommen.

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