Die Bayreuther Tennis-Festspiele in der Stechert-Arena sind ausgefallen. Florian Mayer und Philipp Petzschner verloren am Freitag in Bamberg im Erstrunden-Duell des Davis Cups gegen Argentinien die beiden ersten Einzel. Zunächst unterlag Petzschner nach enttäuschender Leistung gegen Juan Monaco mit 3:6, 3:6, 3:6, dann zog auch die deutsche Nummer eins gegen David Nalbandian mit 6:2, 0:6, 1:6, 6:7 (5:7) den Kürzeren. Damit liegt die Mannschaft von Teamchef Patrik Kühnen nach dem ersten Tag mit 0:2 zurück und muss nun heute (14 Uhr/Liveticker) das Doppel unbedingt gewinnen. Ansonsten werden die letzten beiden Einzel am Sonntag bedeutungslos.

Argentinische Fans feiern

Am Freitag war die "Frankenhölle", die uneinnehmbare Festung der Bamberger Bundesliga-Basketballer, fest in der Hand der Argentinier und deren Fans. Die rund 100 Anhänger aus Südamerika machten ebenso viel Lärm wie die deutschen Fans und jubelten am Ende des Tages über die verdiente 2:0-Führung. "Mit einem 0:2 heute nach Hause zu gehen, ist keine leichte Situation für uns. Die Partie noch zu drehen, wird sehr schwierig. Wir werden morgen aber rausgehen und kämpfen", meinte Kühnen, der an seinem 46. Geburtstag fast schon auf ein Wunder hoffen muss. Denn letztmals schaffte es ein deutsches Davis-Cup-Team im Jahre 1960, eine Partie nach einem 0:2-Rückstand doch noch zu gewinnen.
Mayer ließ sich von Petzschners Auftaktniederlage nicht beeindrucken und legte los wie die Feuerwehr. Der Bayreuther entschied den ersten Satz in nur 30 Minuten für sich, büßte aber seine anfängliche Souveränität komplett ein. Der erfahrene Nalbandian nutzte seine Chance und entschied die nächsten beiden Durchgänge klar für sich. "Ich kann mir nichts vorwerfen, aber wenn der Gegner so gut ist, kann man nur gratulieren", sagte der Weltranglisten-21. Sein Gegner ist zwar im Ranking 63 Plätze schlechter notiert, hatte am Freitag aber immer die richtige Antwort parat: Im vierten Satz wehrte Mayer drei Breakbälle ab und ging mit 3:0 in Führung. Doch wiederum kämpfte sich Nalbandian zurück und entschied den spannenden Satz schließlich im Tie-Break für sich. In dieser Verlängerung wehrte Mayer unter dem Jubel der Fans beim Stand von 1:6 zwar vier Matchbälle ab, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben. "Ich bin dran geblieben, aber er hat nie nachgelassen", meinte der enttäuschte Mayer.

Petzschner freut sich aufs Doppel

Während er bis zum Schluss fightete, hatte sich Petzschner zuvor gegen Argentiniens Top-Spieler Monaco schnell in sein Schicksal ergeben. Dem sichtlich nervösen Bayreuther unterliefen bei seinem sechsten Auftritt im Davis Cup viele leichte Fehler. "Unsere Marschroute war, dass ich offensiv spielen sollte. Dabei muss man Fehler in Kauf nehmen, aber heute waren es zu viele", erklärte der 27-Jährige. Monaco, der in der Vorwoche erst ein ATP-Sandplatzturnier in Chile gewonnen hatte, stellte seine momentan starke Form auch auf der roten Asche in der Stechert-Arena unter Beweis und entschied die Partie nach nur 2:03 Stunden für sich.
Der Heimvorteil war für den Oberfranken Petzschner offensichtlich mehr Last als Lust. Der Bayreuther, der im vergangenen Jahr im Davis Cup seine letzten beiden Einzel - gegen den Kroaten Ivo Karlovic und den Franzosen Michael Llodra noch ohne Satzverlust gewonnen hatte, war völlig chancenlos und schon während des Matches restlos bedient. "Das war nicht das Tennis, das ich spielen wollte. Ich bin traurig, aber morgen habe ich eine neue Chance. Man muss mich nicht aufbauen. Ich freue mich auf das Doppel mit Tommy Haas", meinte Petzschner, der am Samstag an der Seite des Davis-Cup-Rückkehrers Wiedergutmachung betreiben und die Hoffnungen des deutschen Teams auf ein Wunder am Leben erhalten will.

Das weitere Programm

Samstag: 14 Uhr, Doppel: Tommy Haas/Philipp Petzschner - Juan Ignazio Chela/Eduardo Schwank

Sonntag: 13 Uhr: 3. Einzel, Florian Mayer - Juan Monaco; anschließend 4. Einzel, Philipp Petzschner - David Nalbandian (Änderungen in der Besetzung sind möglich)