Basketball-Euroleague

Zweiter Sieg dank starker Abwehr

Die Brose Baskets dürfen nach dem Sieg über Charleroi weiter träumen. Im letzten Viertel fehlten Mallet & Co. die Mittel gegen das Bamberger Bollwerk.
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Der ballführende Ex-Bamberger Demond Mallet (vorne) wird von Peja Suput (Nr. 8) und John Goldsberry (2. v. l.) attackiert. Kyle Hines (l.) und Brent Wright (r.) beobachten die Szene. Foto: sportpress

13 Angriffe in Folge blieb Charleroi im Schlussviertel dank aggressiver Bamberger Verteidigung ohne Korberfolg. Die Brose Baskets verbuchten in diesen siebeneinhalb Minuten eine 14:0-Serie - und sie gaben in der zweiten Hälfte keinen einzigen Rebound am eigenen Brett mehr ab, nachdem der belgische Meister sich in den ersten 20 Minuten nach Fehlwürfen noch sieben Mal eine zweite Wurfchance erkämpft hatte.

"Darüber bin ich sehr glücklich, denn ohne diese Steigerung hätten wir das Spiel nicht gewonnen. In den ersten drei Vierteln hat Charleroi das Tempo diktiert. Wir fingen uns zwar zwischenzeitlich immer wieder, doch es fehlte die Konstanz", war Bambergs Trainer Chris Fleming nach dem 79:69-Heimsieg gegen Spirou Basket stolz auf seine Jungs.

Mit den beiden Erfolgen gegen Piräus und Charleroi - bei einer Niederlage in Rom - ist den Brose Baskets neben der Dominanz in der Bundesliga somit auch ein erfolgreicher Start in die europäische Königsklasse gelungen.

"Ich bin froh über die Punkte, aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Der Euroleague-Auftakt ist vielversprechend, aber wir brauchen noch zwei, drei Siege zum Weiterkommen, und das wird jetzt in den Spielen gegen die spanischen Klubs nicht leicht", blickt Fleming auf die Partien bei Real Madrid am nächsten Donnerstag und dem Heimspiel in zwei Wochen gegen Malaga voraus. Aber er schickt auch gleich hinterher: "Die Jungs sind zuversichtlich." Und das dürfen sie auch sein, denn mit zwei Siegen nach drei Spielen hatten wohl nur die größten Optimisten gerechnet.

Mallet lobt sein ehemaliges Team

Einer der Bamberger Meisterhelden von 2005, Demond Mallet, der bei Charleroi über 34 Minuten auf dem Feld stand, zehn Punkte verbuchte und drei Assists verteilte, lobte den Gastgeber: "Bamberg hat ein starkes Team. Im Gegensatz zu uns haben sie 40 Minuten gut gespielt, wir leider nur 30. Aber dieses Problem hatten wir in den letzten zwei Partien auch. Daran müssen wir arbeiten und die Fehler korrigieren." Nach Spielende lief er etwas wehmütig zum Bamberger Fanblock und bedankte sich für den tollen Empfang an alter Wirkungsstätte.
"Der Schlüssel zum Sieg war am Ende wieder unsere Verteidigung, und im Angriff bewegten wir den Ball sehr gut, haben nicht so viel Eins-gegen-eins gespielt. Letztes Jahr haben wir solche Spiele oft verloren, jetzt läuft es auf Grund unserer guten Abwehr anders herum", freute sich Peja Suput, der 13 Punkte und 5 Rebounds zum Erfolg beisteuerte. Übertroffen wurde er vom einmal mehr stark aufspielenden Kyle Hines (16/2), der die weitaus größeren Center der Belgier ein ums andere Mal narrte. Der Mann des Tages war mit 15 Punkten und 6 Rebounds allerdings Reyshawn Terry. "Wir haben am Ende die Angriffe des Gegners erfolgreich gestoppt. Insgesamt sind wir nicht die größte Mannschaft, aber wir haben das mit unserer Athletik wettgemacht", betonte der 26-Jährige, dessen Formkurve immer weiter nach oben zeigt.
Die Nummer eins in punkto Effektivität war am Mittwochabend Casey Jacobsen. Vor allem als es darauf ankam, drehte der 29-Jährige, für den am Ende 12 Punkte, 8 Rebounds und 4 Assists in der Statistik standen, so richtig auf. "Tibor Pleiß und Reyshawn Terry haben eine sehr gute zweite Hälfte gespielt, und am Ende haben uns die Führungsqualität von John Golds berry und die Punkte von Casey Jacobsen sehr geholfen", resümierte der Trainer, der vor allem Anton Gavel und Jacobsen eine herausragende körperliche Fitness bescheinigte. Und die wird auch am Sonntag (17 Uhr) wieder erforderlich sein, wenn die Brose Baskets die sicher voll motivierten Göttinger in der Stechert-Arena erwarten. Zeigen die Bamberger dann auch wieder eine Abwehrleistung wie im letzten Viertel, darf Freak City im elften Saisonspiel den zehnten Sieg feiern.

Euroleague-Chef war begeistert

Am Mittwoch freuten sich die Brose Baskets nicht nur über den Sieg über Chareroi, sondern auch über hohen Besuch: Jordi Bertomeu, Chief Executive Officer (CEO) der Euroleague und nach NBA-Boss David Stern der zweitmächtigste Mann im weltweiten Basketball-Geschäft, stattete Freak City erstmals einen Besuch ab. Der Katalane betonte, dass sich die Basketball-Bundesliga in die europäische Spitze empor geschoben habe: "Es gibt keine andere Liga in Europa, die in den vergangenen Jahren so konstant gewachsen ist. Das ist auf das exzellente Management in der Liga und in den Klubs zurück- zuführen. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise hat sich der deutsche Basketball sehr gut entwickelt." Bertomeu freute sich aber auch, dass sich mit dem FC Bayern München eine weltweit bekannte Marke jetzt auch im Basketball etablieren will.
Bezüglich eines zweiten Startplatzes für Deutschland in der Euroleague versprach Bertomeu, dass man dafür sorgen wolle, dass Deutschland zwar keinen festen zweiten Starter erwarten dürfe, aber auf jeden Fall einen Platz in der Qualifikation. "Alba Berlin haben heuer ja nur ein paar Punkte gefehlt, um sich dort durchzusetzen. Das zeigt, dass Deutschland in der Euroleague durchaus wettbewerbsfähig ist", so Bertomeu.

Nur lobende Worte für Bamberg

Nur lobende Worte fand der Katalane für das Event Basketball in Bamberg: "Es ist schon erstaunlich, dass die Halle auch unter der Woche gegen den vermeintlich schwächsten Gegner in der Gruppe ausverkauft ist." Die "fantastische Stimmung" für die Fans gesorgt hatten, begeisterten Bertomeu. "Ihm hat auch die Halle sehr gut gefallen. Er könne sich durchaus vorstellen, hier eine Veranstaltung der Uleb, wie beispielsweise ein Top-4-Turnier des Eurocups, durchzuführen", berichtete Bambergs Manager Wolfgang Heyder voller Stolz. In der Stechert-Arena geben sich also auch in Zukunft die Besten des europäischen Basketballs die Klinke in die Hand.

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