Die Tage des höherklassigen Volleyballs in Bamberg sind endgültig gezählt: Die Franken Volleys Bamberg haben der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) mitgeteilt, auf ihren Platz in der 2. Liga zu verzichten. Der Nachfolgeverein des insolventen Bundesligisten VC Franken - der nach dem Lizenzentzug im März als erster sportlicher Absteiger feststand -, ist in der kommenden Saison mit zwei Erwachsenen- und zwei männlichen Juniorenteams nur noch auf Bezirksebene vertreten.

Die DVL und der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hatten an den Spielrechtsübergang vom VC Franken zum neuen Verein Bedingungen geknüpft. So sollten die Franken Volleys sowohl die mit dem Lizenzentzug verbundene Strafe von 16 000 Euro als auch eine an die SG Eltmann noch ausstehende Ausbildungsentschädigung von 5000 Euro begleichen. Dazu seien die Franken Volleys laut Werner Kühhorn auch grundsätzlich bereit gewesen, entscheidend ist aber nach Ansicht des Vorsitzenden der Volleys: "Wir wollen keinesfalls Gefahr laufen, uns durch eine mögliche Gläubigerbegünstigung strafbar zu machen." Denn juristisch ist offenbar noch nicht einwandfrei geklärt, ob die Franken Volleys neben den Rechten auch die Pflichten des VC Franken - dessen Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt worden ist - übernehmen müssen. "Dazu gibt es zwischen dem Verband und von uns befragten Juristen unterschiedliche Meinungen. Bis alles rechtlich geklärt worden wäre, wären noch mehrere Wochen vergangen. Aber im Juli macht es halt keinen Sinn mehr, eine Mannschaft für die 2. Liga zusammenzustellen. Deshalb haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, nicht in der 2. Liga anzutreten", so Kühhorn.

Damit war die erste Bundesliga-Saison für die Bamberger Volleyballer auch schon die letzte. Für Kühhorn ist dies "frustrierend und enttäuschend, denn die letzte Saison hat mich davon überzeugt, dass Bamberg das Potenzial für hochklassiges Volleyball besitzt." So habe man mit 1200 Besuchern im Schnitt die viertbeste Zuschauerzahl der Liga und eine der schönsten Spielstätten Deutschlands vorgewiesen.

In der Jako-Arena wird auf absehbare Zeit hin nicht mehr gebaggert und gepritscht. Ob die Franken Volleys irgendwann einen neuen Anlauf unternehmen werden, Profi-Volleyball in Bamberg zu etablieren, ließ Kühhorn offen. Der Vereinschef der Franken Volleys ist sich aber sicher: "Ohne uns wird Volleyball-Deutschland ein kleines Stückchen ärmer."