Mit einer meisterlichen Vorstellung sind die Brose Baskets in die Finalserie gegen Ulm gestartet. Der zweifache Double-Gewinner knüpfte nahtlos an seine bärenstarken Vorstellungen gegen die Artland Dragons im Halbfinale an und erteilte dem Herausforderer beim 98:72 (49:28)-Erfolg vor allem in der ersten Halbzeit eine gehörige Lektion. Trainer Chris Fleming dämpfte aber nach der Gala-Vorstellung die Erwartungshaltung. "Die Höhe des Sieges ist unbedeutend. In Ulm erwartet uns sicher eine sehr heiße Partie", blickte Bambergs Erfolgscoach auf die zweite Partie am Mittwoch (20 Uhr) in der ratiopharm-Arena voraus.
"Bruchlandung in der Frankenhölle: Der Höhenflug der Ulmer Spatzen findet ein jähes Ende", war auf einem Transparent zu lesen, das einige Brose-Fans schon eine halbe Stunde vor dem Sprungball präsentierten - und sie sollten mit ihrer Prognose Recht behalten.
"Das war eine klare Angelegenheit, weil wir es in der ersten Halbzeit nicht geschafft haben, physisch dagegenzuhalten. Nach der Pause lief es besser, aber die Hypothek aus den ersten 20 Minuten war zu hoch. Am Mittwoch müssen wir von der ersten Minute dem Druck der Bamberger begegnen", blickte Ulms Coach Thorsten Leibenath schon voraus.
Der überragende Brian Roberts und Anton Gavel versenkten bereits in der ersten Spielminute zwei Dreier gegen die passive Ulmer Verteidigung, und Tibor Pleiß, der sich keinen Fehlwurf leistete, sorgte nach drei Minuten ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Linie für eine 13:4-Führung. Insgesamt landeten 14 Dreier im Korb der Gäste, die erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel fanden.

Brian Roberts glänzend aufgelegt


"Wir sind heiß rausgekommen, die Fans waren einfach unglaublich. Wir haben den Ball bewegt, jeder wurde ins Spiel einbezogen, und die Verteidigung stand. Wir sind bereit für Spiel zwei in Ulm", betonte Roberts, der mit 17 Punkten und 7 Assists glänzte und zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt wurde. Ihm nicht viel nach stand P.J. Tucker. Bambergs Tpowerfer kam auf 18 Zähler und 5 Rebounds.
Nach einer 58:30-Führung (22.) schalteten die Hausherren in der Verteidigung einen Gang zurück, so dass Ulm mit einem 13:2-Lauf den Rückstand letztmals auf unter 20 Punkte drücken konnte. Außerdem sorgten die schwachen Schiedsrichter für reichlich Verwirrung.
In dieser Phase warf vor allem Peja Suput, der am Freitag seinen 35. Geburtstag gefeiert hatte, seine ganze Routine in die Waagschale und sorgte mit zehn Punkten innerhalb von vier Minuten wieder für klare Verhältnisse (79:54). "Das war heute super. Aber es steht erst 1:0. Wir brauchen noch zwei Siege, um den Titel zu verteidigen. Alle haben hervorragend in der Abwehr gespielt", urteilte Suput.
Insgesamt präsentierten sich die Brose Baskets einmal mehr als geschlossene Einheit: Die Starter legten den Grundstein - und dann zeigte die Bamberger Bankspieler, dass sie wohl bei jedem anderen Team der Liga von Beginn an auflaufen würden. Karsten Tadda klaute dem Gegner zweimal den Ball, Marcus Slaughter glänzte mit zwölf Rebounds, Suput blieb bei seinen zwölf Punkten ohne Fehlwurf, Julius Jenkins verbuchte elf Zähler und Eigengewächs Daniel Schmidt führte am Ende umsichtig Regie. Ulm war nie in der Lage, den Meister zu stoppen.

Die Statistik


Brose Baskets Bamberg — ratiopharm Ulm 98:72
(26:15, 23:13, 24:21, 25:23)
Bamberg Tucker (18 Punkte/2 Dreier), Roberts (17/3), Pleiß (12/2), Suput (12/1), Gavel (11/2), Jenkins (10/2), Slaughter (8), Jacobsen (6/2), Tadda (2), Schmidt (2), Neumann
Ulm Swann (13/2), Bryant (13/2), Nankivil (12/3), Mason-Griffin (8/2), Betz (8), Günther (7/1), Esterkamp (6/1), Torbert
SR Schmidt, Hesse, Fritz
Zuschauer 6800 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote Bamberg 55 Prozent (36 Treffer/65 Versuche), Ulm 42 (25/59)
Dreierquote Bamberg 52 Prozent (14/27), Ulm 39 (11/28)
Freiwurfquote Bamberg 86 Prozent (12/14), Ulm 58 (11/19)
Rebounds Bamberg 39 (26 defensiv/13 offensiv), Ulm 30 (18/12)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/13, Ulm 4/15
Assists Bamberg 20/ Ulm 6
Fouls Bamberg 19 / Ulm 18