Der souveräne Spitzenreiter blamiert sich beim Schlusslicht - da war doch was? Die 69:72-Niederlage in Düsseldorf war eines der wenigen Negativ-Erlebnisse der Brose Baskets in der letzten Saison und zugleich eine Warnung, diesmal den Tabellenletzten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen - auch wenn's schwer fällt. Die BG Göttingen steht mit nur zwei Siegen abgeschlagen am Tabellenende, und es wäre schon eine kleine Sensation, wenn das von Verletzungen gebeutelte Team am Samstag (19.30 Uhr) seine Negativserie von zuletzt zehn Pleiten in Folge gegen den zweimaligen Double-Gewinner aus Bamberg beenden könnte. Zudem verließ die Mannschaft von Trainer Chris Fleming in den letzten 13 Spielen gegen die nationale Konkurrenz jeweils als Sieger das Parkett und präsentierte sich zuletzt in der Pokal-Qualifikation gegen die Artland Dragons und beim 102:74-Kantersieg im Schlagerspiel beim Tabellenzweiten in Ulm in hervorragender Verfassung.

Tucker besuchte Frau und Sohn


Doch in dieser Woche lief es auch bei den Brose Baskets, deren Partie gegen Trier auf den 29. Februar verlegt worden war, alles andere als rund. Topwerfer P. J. Tucker bekam von Chris Fleming frei, um seine Frau und seinen neu geborenen Sohn King Tucker in den Staaten zu besuchen. "Wir hatten eine sehr schwere Trainingswoche. P .J. war zu Hause, Julius ist verletzt, Tibor war krank, Philipp Neumann verletzt. Wir haben uns deshalb im Training sehr schwer getan", klagte der Trainer. Verzichten muss er heute aber wohl nur auf Julius Jenkins, der auf Grund seines Bänderrisses noch einige Wochen ausfällt.
Dennoch zählt für Fleming beim Schlusslicht nur ein Sieg: "Wichtig für uns ist, dass wir am Ende der Woche die Spannung aufbauen und uns auf uns konzentrieren. In Göttingen, egal in welcher Form, ist es nie leicht. Es wird eine Herausforderung. Der Druck bei Göttingen ist vielleicht weg, und das macht es ihnen leichter, gegen uns zu spielen."
In einem Bericht der "Göttinger Zeitung" wurden die "Veilchen" nach der 64:92-Pleite im Kellerduell in Ludwigsburg sogar schon mit Tasmania Berlin verglichen. Die Fußballer aus der Hauptstadt sind der schwächste Absteiger aller Zeiten in der Bundesliga. In der Saison 1965/66 verabschiedeten sie sich mit einem Torverhältnis von 15:108 und nur vier Siegen aus dem Oberhaus.
Die Mannschaft von Trainer Michael Meeks musste zuletzt viel Kritik einstecken. So bleibt abzuwarten, welche Reaktion das Team um seine Topwerfer Paris Horne (10,5 Punkte im Schnitt), Darrell Tucker (9,8), Sean Evans (9,4) und Matt Bauscher (9,1) heute zeigt. Und dann war da noch was - die Brose Baskets kassierten neben der Pleite in Düsseldorf in Göttingen eine zweite Auswärtsniederlage. Am 5. März 2011 stand allerdings auch noch Trainer John Patrick (inzwischen Würzburg) an der Seitenlinie - die BG zählte zu den Play-off-Teams.

BBC Bayreuth verlängert Vertrag mit Trainer Marco van den Berg


Einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei den Gießen 46ers hat Basketball-Bundesligist BBC Bayreuth den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Trainer Marco van den Berg um zwei Jahre verlängert. Der Niederländer hatte das Amt im vergangenen Oktober von Andreas Wagner übernommen. Unter seiner Leitung hat das Team bislang sieben von 17 Spielen gewonnen, ist nach vier Niederlagen in Folge aber auf den 13. Platz abgerutscht. Van den Berg soll den BBC laut Geschäftsführer Manfred Schöttner "mittelfristig zu einem Play-off-Aspiranten entwickeln." Priorität habe zunächst aber der Klassenerhalt, dem die Bayreuther heute (20 Uhr) mit einem Sieg bei den Gießen 46ers einen weiteren Schritt näher kommen wollen.
Für die s.Oliver Baskets Würzburg steht heute Nachmittag (14.30 Uhr) ein richtungweisendes Heimspiel an. Der Tabellenfünfte will mit einem Sieg den Achten aus Braunschweig, einen Konkurrenten um einen Play-off-Platz, auf Distanz halten. "Wenn wir dieses Spiel gewinnen, haben wir eine gute Ausgangsposition", sagte Baskets-Trainer John Patrick. Allerdings setzte der Gegner am Mittwoch ein dickes Ausrufezeichen, als er Alba Berlin aus dem Pokal-Wettbewerb warf und damit zum zweiten Mal in Folge ins Top-Four-Turnier einzog. "Sie sind ein Team mit vielen Facetten, auch in der Verteidigung. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe", meinte Patrick, der sich mit seinem Team für die klare 63:78-Hinspielniederlage revanchieren will.
Der FC Bayern München sieht gute Chancen, seine miserable Auswärtsbilanz bei den heimschwachen Frankfurtern zu verbessern. Nur drei von elf Partien konnten die Skyliners vor eigenen Fans für sich entscheiden. "Unsere Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Ulm wollen wir mitnehmen und darauf aufbauen", kündigte Bayern-Trainer Dirk Bauermann nach dem 87:83-Sieg über den Tabellenzweiten am Mittwoch an. Nach acht Auswärtsniederlagen in Folge soll bei den Bayern nun am Samstag in Frankfurt (ab 20 Uhr live bei Sport1) der Knoten platzen.