Die Brose Baskets sind noch nicht satt und werden weiter auf Titeljagd gehen, versprach Manager Wolfgang Heyder am Mittwoch in Bonn. "Nachdem wir in den letzten beiden Jahren den Pokal gewonnen haben, sind die Erwartungen an uns natürlich sehr hoch. Das ist ein besonderes Wochenende. Das gibt's nicht jeden Tag, dass man um einen Titel spielen kann, deswegen schätzen wir diesen Moment sehr. Die Jungs haben auf diese Herausforderung gewartet", betonte Bambergs Trainer Chris Fleming, dass seine Mannschaft den beiden Partien entgegen fiebert und alles versuchen wird, den Pokal-Hattrick zu schaffen.

Im Halbfinale treffen die Bamberger am Samstag (20.15 Uhr) auf den schärfsten Bundesliga-Verfolger aus Ulm. Bereits um 17.30 Uhr ermitteln Gastgeber Bonn und Braunschweig den ersten Finalisten. Im Duell der Außenseiter wollen die Telekom Baskets Bonn ihren Heimvorteil nutzen. "Wir werden alles dafür tun, dass endlich ein Titelbanner unter die Bonner Hallendecke kommt", sagte Baskets-Coach Michael Koch vor der Partie gegen Braunschweig. Die Phantoms befinden sich derzeit etwas auf dem absteigenden Ast, nachdem bekannt wurde, dass Sebastian Machowski in der nächsten Saison Oldenburg trainieren wird.


Swann Leben schwer machen



Während sowohl die Bonner als auch die Braunschweiger, die vor einem Jahr das Pokalfinale nach hartem Kampf in Bamberg knapp verloren, noch ohne nationalen Titel sind, durften sich die Ulmer bereits 1996 über einen Pokalsieg freuen. Für die Brose Baskets stehen inzwischen bereits vier Meistertitel und drei Pokalsiege auf dem Briefbogen. Und Anton Gavel ist fest davon überzeugt, dass die Bamberger auch am Wochenende triumphieren. "Wir fahren mit den größten Erwartungen nach Bonn. Es kann zwar in den zwei Spielen alles passieren, aber wir sind Favorit und wollen dieser Rolle gerecht werden", betonte Bambergs Defensiv-Chef, dem nach überstandenen Magen-Darm-Problemen wieder eine Schlüsselrolle zukommt. "Karsten (Tadda) und ich werden uns abwechseln und versuchen, Isaiah Swann das Leben schwer zu machen. Er ist in hervorragender Verfassung, trifft aus allen Lagen, deswegen werden wir uns gut vorbereiten, um ihn hoffentlich stoppen zu können", nennt Gavel einen der Schlüsselspieler der Ulmer, dessen Kreise es einzuengen gilt.

Der andere Brocken, den es aus dem Weg zu räumen gilt, ist mit Center John Bryant der effektivste Spieler der Liga. "Es gibt keinen Spieler in der Liga, der seine Leistungen so konstant abruft wie Bryant. Als Team ist Ulm offensiv sehr gut aufgestellt, defensiv wechseln sie häufig die Verteidigung. Aber wir sind die letzten paar Mal ganz gut damit umgegangen", sieht Trainer Fleming seine Jungs bereit für das Duell mit dem Tabellenzweiten, der beim letzten Aufeinandertreffen in Ulm eine bittere 102:74-Lektion erteilt bekam.

"Wir sind gut vorbereitet auf das, was Ulm vorhat, und wir wollen es ihnen so unbequem wie möglich machen. Aber wir konzentrieren uns auch auf das, was wir im letzten Spiel in Ulm nicht so gut gemacht haben. Wir haben zwar sehr gut geworfen, aber uns ist es nicht gelungen, sie zu stoppen. Wir haben ihnen fast 80 Punkte erlaubt, das ist zuviel. Deswegen müssen wir hart arbeiten", warnt Kapitän Casey Jacobsen davor, die Schwaben auf Grund des klaren Sieges zuletzt zu unterschätzen. Und diesmal wird das Team von Torsten Leibenath sicher auch ein größeres Augenmerk auf die Bamberger Distanzschützen richten, nachdem Jacobsen, Roberts und Co. zuletzt 18 Dreier im Korb des Tabellenzweiten versenkten.


"Hoffentlich das spätere Spiel"



Wer am Sonntag der Gegner sein wird, damit wollte sich bei den Bambergern im Vorfeld niemand beschäftigen. "Wer am Sonntag kommt, der kommt - hoffentlich ist es das spätere Spiel", äußerte sich Fleming mit einem Augenzwinkern.


Freak City mit 500 Fans in Bonn vertreten



Freak City ist am Wochenende wieder einmal on tour: Mit über 500 Fans stellen die Brose Baskets erneut die größte Fraktion der Gäste-Anhänger beim Top Four. Sollte es im Finale zum Aufeinandertreffen mit den Gastgebern kommen, sind aber nicht nur die Mannschaft, sondern auch die vielen Freaks gefordert, stimmgewaltig dagegenzuhalten.

"Freak City ist immer bereit, uns zum Sieg zu schreien. Es gibt keine Fans in Deutschland, die lauter und besser sind als unsere. Wir wollen Bamberg und Freak City würdig vertreten und als die Besten aus dem Top Four herausgehen", setzt Bambergs Kapitän Casey Jacobsen auf die Unterstützung der "Roten Wand".

"Ich bin begeistert, dass uns so viele Fans begleiten. Deshalb werden wir alles geben, den Pokal nach Freak City zu holen", verspricht Korbjäger Nummer 1, P.J. Tucker.


"Wir machen, was wir wollen"



P.J. Tucker (Bambergs Topwerfer): "Ich bin bereit, den Cup nach Bamberg zu holen. Das wird ein großes Wochenende. Wir haben hart dafür gearbeitet, um uns den ersten Titel zu sichern. Wir sind gut vorbereitet und werden den Kampf annehmen. Ulm hat gute Spieler. Bryant, Swann, aber auch Esterkamp und Mason-Griffin sind gefährlich. Sie haben ein gutes Team. Wir verfügen aber über viel Selbstvertrauen, werden hart spielen, so, wie wir das in jeder Partie bisher gemacht haben. Ich habe keinen Zweifel, dass wir am Ende der Sieger sein werden. Wie werden machen, was wir wollen. Wir können jedes Spiel gewinnen."


"Die Gegner liegen uns"



Karsten Tadda (Bamberger Eigengewächs): "Wir fahren nach Bonn, um den Titel zu verteidigen - keine Frage. Wir sind gut eingestellt, die Gegner liegen uns. Isaiah Swann ist auf dem Flügel sehr gefährlich und unter dem Korb spielt mit John Bryant einer der besten Center der Liga. Die zwei heißt es zu kontrollieren. Anton und ich müssen einen hervorragenden Job gegen Swann machen, und unter dem Korb müssen Tibor und Marcus gegen Bryant dagegenhalten. Ich denke, wir werden das gut umsetzen und als Sieger aus dem Halbfinale herausgehen. Es ist egal, wer im anderen Spiel gewinnt. Wir müssen zweimal gewinnen, um den Titel zu holen."


Basketball im Überblick



Brose Baskets Bamberg - ratiopharm Ulm
2. Halbfinale Samstag, 20.15 Uhr
Bamberg Gavel, Jacobsen, Jenkins, Neumann, Pleiß, Roberts, Schmidt, Slaughter, Suput, Tadda, Tucker
Ulm Betz, Bryant, Esterkamp, Günther, Heberlein, Mason-Griffin, Nankivil, Oladipo, Swann, Trice, Watts, Wenzl

Telekom Baskets Bonn - New Yorker Phantoms Braunschweig
1. Halbfinale Samstag, 17.30 Uhr
Bonn Battle, Buljan, Ensminger, Gaffney, Hain, Jordan, Mangold, Serapinas, Thülig, Veikalas, Wohlfahrt-Bottermann
Braunschweig Greer, Jorovic, Kulawick, McElroy, Melzer,
Milosevic, Mittmann, Schneiders, Schröder, Theis, Umeh, Visser
Spiel um Platz 3 Verlierer der Halbfinals - Sonntag, 14 Uhr
Endspiel Gewinner der Halbfinals - Sonntag, 16.45 Uhr
TV-Übertragung Mit Ausnahme des Spiels um Platz drei sind alle Partien live bei Sport1 zu sehen.