Die beiden Studenten am Lehrstuhl für Mustererkennung in Erlangen programmieren und tüfteln, bauen und schrauben: Roboter, die Fußball spielen. Die kleinen Blechbüchsen sind kaum 13 Zentimeter hoch. Aber vollgepropft mit Technik.
Und diese Technik sorgt dafür, dass die Robos ein Passspiel drauf haben, besser als die echten Jungs vom FC Barcelona. Und die Blechbüchsen haben eine ziemlich gute Ballführung, sogar rückwärts ziehen sie den Ball mit. Dafür sorgt eine Rolle, die dem Ball den nötigen Rückwärts-Spin gibt. Alles im Turnier erprobt. Alles von den Jungs gebaut.

"Roboter sind dumm"

Wie die Robos das Spiel angehen, auch das kommt von den Jungs. Sie programmieren den Blechbüchsen die richtige Strategie ein. "Die Roboter sind nämlich dumm", sagt Bleier. Die Programme sind so lang wie ganze Romane. In ihnen werden den Robos Spielsituationen eingebleut und wie sie sich verhalten sollen: aggressiv, defensiv, fahr, schieß, spiel ab.



Drei Motoren treiben die Spieler an und machen sie bis zu 2,5 Meter pro Sekunde schnell. Etwa 15 km/h - ganz schön flott für diese kleinen Blechbüchsen. Topspieler sind sogar noch schneller. Den Ball können sie mit zehn Meter pro Sekunde ins Tor donnern. Auch nicht schlecht für diese Mini-Robos. Aber Technik ist nicht alles: "Es gewinnt das Team, das am intelligentesten spielt", sagt Nordus. Also das Team, das am besten programmiert ist.
Die Robos sind ein Weg der Uni Erlangen, Leute für Technik zu begeistern. Sie touren durch Schulen und stellen Videos ins Internet. Dabei hat alles einen wissenschaftlichen Hintergrund. Kameras an der Decke erkennen die Muster der Spieler auf den Deckeln. Die Daten gehen an den Computer, der rechnet aus, wie sich der Robo verhalten muss und schickt den Befehl dorthin weiter.
Solche Technik findet sich auch bei den Autos wieder, die sich selbst einparken können. Die Kamera muss eben immer wiederkehrende Muster erkennen. Man muss viele Spielsituationen abdecken.
Die Liga, in der die kleinen Robos spielen, gibt es schon seit 1996. Insgesamt treten Roboter in fünf Ligen gegeneinander an. Ziel sei es, sagt Nordhus, bis 2050 einen Robo-Mannschaft aufs Feld zu schicken, die den menschlichen Fußballweltmeister besiegen kann. Strategisch, also von der Programmierung, sei das schon jetzt leicht möglich. Die Schwierigkeit liegt darin, etwas zu bauen, das nicht umfällt. "In der Mechanik sind die Roboter dem Menschen hoffnungslos unterlegen", sagt Nordhus.