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Vorsorgealtas

Die Unterfranken riestern gern

Die Universität Freiburg hat die Altersvorsorge der Deutschen unter die Lupe genommen. Mehr als ein Viertel der Riester-berechtigten Franken besitzt einen Vertrag.
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„Die Rente ist sicher“, hatte in den 1980er Jahren der damalige Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm (CDU) getönt. Und er hat Recht behalten, zumal er in seinen Worten nichts über die Höhe der Rente und den Zeitpunkt der Zahlung ausgesagt hat.

Doch mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass mit dem Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) gerade die jüngeren Generationen nicht mehr in der Lage sein werden, einen ausreichenden Lebensstandard im Alter zu sichern.

In einer Studie – genannt „Vorsorgeatlas Deutschland“ – haben Forscher der Universität Freiburg untersucht, wie es um die Altersvorsorge der Deutschen bestellt ist. Die Wissenschaftler definierten dabei eine ausreichende Rente mit 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.

Doch auf der Basis der GRV können zum Beispiel die erwerbstätigen Mittelfranken nur noch ein durchschnittliches Niveau von knapp 41 Prozent des letzten Bruttoeinkommens erwarten. In Unter- (42,5 Prozent) und Oberfranken (44 Prozent) ist die Zahl aufgrund von Altersstruktur und Einkommen etwas höher. Aber in allen drei Regierungsbezirken hat die Hälfte der Erwerbstätigen später einmal nur rund 38 Prozent des letzten Bruttoeinkommens zur Verfügung. Etabliert hat sich deshalb nach Einschätzung der Freiburger Experten die Riester-Rente, von der besonders Geringverdiener profitieren. Dabei handelt es sich um eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge, die auf den ehemaligen Arbeits- und Sozialminister Walter Riester zurückgeht. Die Unterfranken verfügen im fränkischen Vergleich über die meisten Riester-Verträge. Mehr als 27 Prozent der Anspruchsberechtigten riestern. Damit liegen die Unterfranken im Gegensatz zu Ober- (25,37 Prozent) und Mittelfranken (25,93 Prozent) über dem Bundesdurchschnitt. Den Spitzenwert der Region Schwerin/Greifswald (knapp 39 Prozent) erreichen sie allerdings bei weitem nicht. Immerhin liegt Oberfranken an fünfter Stelle bundesweit, was den durchschnittlichen monatlichen Anspruch aus der Riester-Rente angeht: mit knapp 362 Euro können in der Region im Durchschnitt mehr als 30 Prozent des letzten Bruttoeinkommens ersetzt werden.

Beliebt ist die Riester-Rente der Studie zufolge bei Jüngeren. Im Durchschnitt hat beinahe jeder zweite der 20- bis 34-jährigen Franken einen Vertrag abgeschlossen.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge sind die regionalen Unterschiede ein Spiegel der jeweiligen Wirtschaftskraft. Mittelfranken kommt hier mit einem durchschnittlichen Anspruch von 952 Euro im Monat im Bundesvergleich auf den fünften Platz. Oberfranken (892 Euro) und Unterfranken (909 Euro) liegen noch über dem Bundesdurchschnitt von 875 Euro.

Beamte können allein mit den Pensionen ihren Lebensstandard sichern. Sie erhalten im Durchschnitt 2570 Euro im Monat.



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