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Prognose

Am schlimmsten trifft es Wunsiedel

Bis zum Jahr 2025 soll neuesten Zahlen zufolge die Bevölkerung im Landkreis Wunsiedel um 19,1 Prozent abnehmen. In Oberfranken können nur die Regionen Bamberg und Forchheim mit einem Wachstum rechnen.
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In Franken wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2025 insbesondere im Nordosten Oberfrankens kräftig schrumpfen. Das ist das Ergebnis der neuesten Prognosen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Grundlage dieser Zahlen sind die amtliche Statistik bis zum Jahr 2005 und eine Vollerhebung über alle in der amtlichen Statistik eingetragenen Einwohner Deutschlands. Mit Stand von 2005 waren das genau 82,42 Millionen.
Dieser neuesten Prognose zufolge wird es in 16 Jahren noch 80,7 Millionen Deutsche geben. Das sind 1,8 Prozent weniger als heute, eine Differenz, die über einen relativ langen Zeitraum nicht dramatisch scheint. Interessant ist allerdings die regional durchaus unterschiedliche Entwicklung. Beispiel Oberfranken: Hier geht man in nahezu allen Landkreisen und kreisfreien Städten von einem mehr oder weniger starken Bevölkerungsrückgang aus. Am stärksten soll es der Prognose nach den Landkreis Wunsiedel im Nordosten des Regierungsbezirks treffen. Hier rechnet man mit einem Bevölkerungsrückgang von 19,1 Prozent.
15 000 Wunsiedler weniger
Das heißt konkret, die Bevölkerung wird in dieser Region von 79 000 auf 64 000 zurückgehen. Ein ähnlich starker Rückgang wird bundesweit besonders in den Regionen des ehemaligen Zonenrandgebiets ausgemacht. Wunsiedel ist jedoch eines der besonders drastischen Beispiele für den Einwohnerrückgang. Von insgesamt 439 kreisfreien Städten und Landkreisen landet der Landkreis Wunsiedel im bundesweiten Ranking auf Rang 401 und damit weit hinten. Nicht viel besser sieht es vom Trend her in den Regionen Hof, Kronach und der Stadt Coburg aus. Hier muss ebenfalls von einem Bevölkerungsrückgang im zweistelligen Prozentbereich ausgegangen werden. Die Einwohnerzahl Coburgs wird demnach von derzeit 41 000 auf 36 000 zurückgehen. In der bundesweiten Rangliste nimmt Coburg damit Rang 352 ein.
Positiver ist die Entwicklung einzig im Süden Oberfrankens und in Mittelfranken. Stadt und Landkreis Bamberg sowie der Landkreis Forchheim gehören zu den Regionen mit Bevölkerungswachstum. So wird es verglichen mit dem Jahr 2009 in 16 Jahren rund 1000 Bamberger mehr geben (1,45 Prozent). Mit 2,04 Prozent wächst der Landkreis sogar noch stärker. Forchheim (plus 1,77 Prozent) profitiert von der Nähe zum Ballungsraum Nürnberg am stärksten und hat die höchste Wachstumsrate in Oberfranken. Im bundesweiten Ranking landet Forchheim damit auf Rang 145.
Noch besser schneidet der mittelfränkische Landkreis Erlangen-Höchstadt (Rang 91) ab. Hier rechnen die Fachleute mit einem Bevölkerungszuwachs von 3,92 Prozent. Damit rangiert man frankenweit noch vor Fürth(3,83) auf Rang 1. Mit einem Minus von 5,29 Prozent bewegt sich der unterfränkische Landkreis Haßberge frankenweit im Mittelfeld. Die jetzt vorgenommene Bevölkerungsprognose lässt auch erkennen, wann Bamberg die Stadt Bayreuth von der Einwohnerzahl einholen wird, um dann wieder bevölkerungsreichste Stadt in Oberfranken zu sein. Im Jahr 2020 herrscht Gleichstand (70 500), so die Statistiker. Ab da müsste Bamberg wieder größer sein.


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