Nach seinem Comeback in der Serie A glaubt der Champions-League-Sieger von 2010 fest an den Einzug ins Viertelfinale. «Mit unseren Fans im Rücken können wir die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel aufholen», prophezeit Inters Stürmerstar Diego Milito.

Nach wochenlanger Talfahrt und sieben Spielen ohne Sieg wittert Inter gegen die Franzosen seine Chance. «Gegen Marseille kommt die Wende», kündigte Inter-Präsident Massimo Moratti nach dem 2:0-Sieg am Wochenende in der Serie A gegen Chievo an. Dass Olympique nach vier Spielen ohne Erfolg und ohne ein einziges Tor verunsichert nach Italien reist, kommt Inter gerade recht.

«Coraggio!» - Von allen Seiten sprechen sie Ranieris Truppe in Italien Mut zu. Auch Inters früherer Abwehrstar Marco Materazzi versuchte das Selbstvertrauen seiner ehemaligen Kameraden zu stärken: «Wer seit zehn Jahren in der Champions League spielt, kann sich doch nicht zu Hause vor Olympique fürchten», meinte der Weltmeister von 2006 in einem Interview der «Gazzetta dello Sport». Inter könne nicht nur weiterkommen, Inter müsse zum dritten Mal in Serie ins Viertelfinale einziehen.

Gegen die Franzosen hofft Coach Ranieri vor allem auf seinen wiedererstarkten Top-Stürmer Milito. Nach einer langen Durststrecke ist der Argentinier mit zehn Toren 2012 der derzeit erfolgreichste Torjäger in Italien. 2010 hatte Milito die Bayern beim 2:0-Triumph der Mailänder im Champions League-Finale in Madrid mit zwei Toren noch im Alleingang besiegt. Seitdem aber waren ihm in der europäischen Königsklasse nur noch zwei weitere Treffer gelungen.

Milito weiß, was am Dienstagabend von ihm erwartet wird: «Es steht alles auf dem Spiel. Das ist eine superwichtige Partie», sagte der 32-jährige Angreifer. Neben ihm wird aller Voraussicht nach der italienische Nationalstürmer Giampaolo Pazzini auflaufen. Hinter dem Sturmduo soll der Niederländer Wesley Sneijder das Spiel aus dem Mittelfeld nach vorne treiben.

Vor dem Cup-Duell mit Marseille üben die Inter-Kicker den Schulterschluss mit ihrem zuletzt oft kritisierten Trainer, der nach dem 2:0-Sieg in Chievo tief bewegt war. «Wir stehen alle zu Ranieri. Seine Tränen haben große Bedeutung. Sie zeigen, wie sehr er das Ruder herumreißen will», meinte Milito.

Während Ranieri vor dem wichtigsten Spiel der bisherigen Saison zumindest ein wenig aufatmen konnte, steht Olympique-Coach Didier Deschamps unter Druck. Der glückliche 1:0-Hinspielsieg gibt keine Sicherheit, zumal die Talfahrt in der Liga Selbstvertrauen gekostet hat. Ein Lichtblick für Deschamps, der als Spieler nie gegen die Mailänder verloren hat, ist die kürzer werdende Verletztenliste. Vor dem Duell mit Inter haben sich Stürmer Loic Remy, der offensive Mittelfeldspieler Mathieu Valbuena und der Kameruner Stéphane Mbia im defensiven Mittelfeld zurückgemeldet.