Franken

Polizei warnt: Neue besonders dreiste Betrugsmasche in Franken auf dem Vormarsch

Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der die Hochstapler besonders dreist vorgehen. Es wurden bereits mehrere Fälle in Unterfranken und Mittelfranken gemeldet.
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Derzeit häufen sich Meldungen einer neuen Betrugsmasche. Symbolfoto: Philipp von Ditfurth/dpa
Derzeit häufen sich Meldungen einer neuen Betrugsmasche. Symbolfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

Ganz aktuell sorgt eine neue dreiste Betrugsmasche in Franken für Aufsehen. Es wurden bereits Fälle aus dem Raum Kitzingen (Unterfranken) und Ansbach (Mittelfranken) der Polizei gemeldet. Auch dem Polizeipräsidium Oberfranken ist die Masche bereits bekannt. Wie ein Sprecher auf Nachfrage von inFranken.de erzählt, kommt es immer wieder zu dubiosen Anrufen - der sogenannten "Call-Center-Betrugsmasche".

In den vergangenen Jahren kam es bereits sehr häufig zu Enkeltrick-Betrugsfällen. Hierbei werden nach allgemeinen Erkenntnissen der Polizei vorwiegend ältere Menschen oder solche, die einen altmodisch klingenden Namen tragen, angerufen und von den angeblichen Enkeln um eine große Menge Geld gebeten. Solche Anrufe häufen sich aktuell vor allem im Raum Schweinfurt und Würzburg wieder, wie die Polizei am Freitag (17. Januar 2020) mitteilt.

Neue Masche: Bereits mehrere Fällen aus Franken wurden gemeldet

Zusätzlich sorgt allerdings eine neue Masche für Verunsicherung: In dieser Woche wendete sich ein besorgter Bürger aus Kitzingen an die Redaktion und erzählte, dass Hochstapler bei ihm angerufen und sich als Kriminalbeamte ausgegeben haben. Mit genau der gleichen Masche versuchte es am Donnerstagnachmittag (16. Januar 2020) auch ein falscher Polizist bei einer 69-Jährigen aus Feuchtwangen (Kreis Ansbach). Der Betrüger gab am Telefon an, dass es in der Nähe ihres Wohnhauses zu einem Raubüberfall kam. Es gebe auch Hinweise, dass ihr Anwesen gefährdet sei.

Deshalb wollte der falsche Polizeibeamte Informationen darüber haben, ob die Frau Wertsachen und Bargeld zuhause hat. Der angerufenen Dame kam dieses Vorhaben suspekt vor, weshalb sie das Gespräch beendete und die "richtige Polizei" verständigte.

Polizei warnt explizit vor dieser Masche

Die Polizei warnt vor dieser neuen Betrugsmasche. Seien Sie vorsichtig, wenn jemand am Telefon nach ihren Wertgegenständen fragt. Sollten Sie ebenfalls einen solchen Anruf bekommen, bei dem angebliche Kriminalbeamte von Raubüberfällen in Ihrer Nachbarschaft erzählen, melden Sie dies bei der zuständigen Polizeibehörde.

In dem Fall aus Kitzingen erzählte der Anrufer zudem, dass es eine Liste gebe, auf der Angriffsopfer stünden. Ein Sprecher der Polizei bestätigte den Vorfall und gab an, dass sich schon unzählige Anrufer bei der Polizei in Kitzingen gemeldet haben und den Sachverhalt so oder so ähnlich schilderten.

Zuletzt gingen täglich mindestens fünf bis zehn Anrufe von besorgten Bürgern aus dem gesamten Landkreis Kitzingen ein. Die Polizei rät, sofort aufzulegen und auf keinen Fall persönliche Daten herauszugeben, wenn man sich nicht sicher ist, wer am anderen Ende der Telefonleitung ist. Am besten sei es, die eingehende Telefonnummer zu notieren, so könne die Polizei diese sperren lassen.

Betrüger können in Telefonleitung bleiben und mithören

Die Polizei Unterfranken warnt zudem vor einem neuen Aspekt der Betrugsmasche. Demnach können die Betrüger durch eine technische Manipulation in der Leitung bleiben und mithören, wenn die Geschädigten im Anschluss die "echte Polizei" verständigen. Deshalb raten die Beamten dringend, die Polizei von einem anderen Telefon, zum Beispiel vom Handy oder dem Telefon eines Nachbarn aus, zu kontaktieren.

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