Ansbach
Kriminalität

Ansbach: Mit dem Messer auf Schwangere eingestochen - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft

Ein Mann hat in Ansbach auf offener Straße mit einem Messer auf seine schwangere Verlobte eingestochen. Die Frau wurde schwer verletzt, das ungeborene Kind starb. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht - und kann sich angeblich an nichts erinnern. Die Staatsanwaltschaft fordert trotzdem 13 Jahre Haft.
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Ein Mann hat in Ansbach auf offener Straße mit einem Messer auf seine schwangere Verlobte eingestochen. Die Frau wurde schwer verletzt, das ungeborene Kind starb.  Vor Gericht kann der mutmaßliche Täter sich an nichts erinnern. Symbolfoto: Christopher Schulz
Ein Mann hat in Ansbach auf offener Straße mit einem Messer auf seine schwangere Verlobte eingestochen. Die Frau wurde schwer verletzt, das ungeborene Kind starb. Vor Gericht kann der mutmaßliche Täter sich an nichts erinnern. Symbolfoto: Christopher Schulz


Update 28.06.2018: Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft


Im Prozess um einen Messerangriff auf seine schwangere Verlobte hat die Staatsanwaltschaft 13 Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Sie wirft dem 38-Jährigen versuchten Mord vor. Er soll die 32-Jährige im Mai 2017 auf einer Straße in Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) mit mehreren Messerstichen schwer verletzt haben. Sie überlebte, aber ihr ungeborenes Kind starb. Das Opfer und der mutmaßliche Täter stammen aus Äthiopien. Der Verteidiger forderte am Donnerstag siebeneinhalb Jahre Haft wegen versuchten Totschlags.


Hintergrund der Geschichte



Er soll seine schwangere Verlobte mit einem Messer attackiert haben: Zum Prozessauftakt am Montag in Ansbach hüllte sich der angeklagte Mann allerdings in Schweigen. Über seinen Anwalt ließ der als Flüchtling nach Deutschland gekommene Äthiopier erklären, er könne sich zwar an einen Streit mit seiner Verlobten erinnern, nicht aber an die Tat selbst. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im Mai 2017 seine ebenfalls aus Äthiopien stammende und nach Deutschland geflüchtete Verlobte auf einer Straße in Neuendettelsau angegriffen und sie mit mehreren Messerstichen schwer verletzt zu haben. Das ungeborene Kind der heute 32-Jährigen habe die Attacke nicht überlebt.


Messerattacke in Ansbach: "Weiß ich nicht mehr"

Der Äthiopier ist vor dem Landgericht Ansbach wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und einem besonders schweren Fall des Schwangerschaftsabbruchs angeklagt. Für den Strafprozess sind zunächst drei Prozesstage angesetzt.

In der Erklärung des Anwalts wird der Angeklagte mit den Worten zitiert: "Es ist zum Streit zwischen mir und meiner Verlobten gekommen. Was dann passiert ist, weiß ich nicht mehr. Irgendwann habe ich nur festgestellt, dass ich ein Messer in der Hand gehalten habe." Vorher habe er eineinhalb Liter Rotwein getrunken. Mehrere Zeugen berichteten vor Gericht, der Mann habe auf seine Partnerin brutal eingestochen.


Angeklagter: Falsche Altersangabe

Bereits zuvor hatte sein Alter in der mehrstündigen Verhandlung für Irritationen gesorgt. In einer Pressemitteilung des Landgerichts Ansbach war davon die Rede gewesen, dass der Angeklagte 25 Jahre alt sei. Er selbst erklärte vor Gericht, diese Altersangaben sei falsch. Er sei vielmehr 38 Jahre alt.

In der Erklärung des Anwalts ließ der Angeklagte auch durchblicken, wie er das 32 Jahre alte Opfer kennengelernt hatte. Danach hatte sich der Kontakt zu seiner Landsmännin über einen Chat auf Facebook ergeben. Zu dieser Zeit habe sie sich noch in einem Flüchtlingslager in Libyen aufgehalten, sei dann aber später ebenfalls nach Deutschland geflüchtet. Die Verlobung habe per Videochat stattgefunden. Inzwischen wohnt die Frau in Neuendettelsau.

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