Ansbach
Prozess

Wurden Frauen von Polizist in eigener Wohnung in Franken sexuell missbraucht?

In Mittelfranken stand am Montag ein Polizist vor Gericht: Er soll eine Frau in deren Wohnung sexuell missbraucht haben.
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Dem Polizisten wird vorgeworfen die Frau sexuell missbraucht zu haben. Foto: Daniel Karmann/dpa
Dem Polizisten wird vorgeworfen die Frau sexuell missbraucht zu haben. Foto: Daniel Karmann/dpa

Das Landgericht im fränkischen Ansbach hat einen Polizeibeamten wegen sexueller Übergriffe im Dienst zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Kammer sah es am Montag als erwiesen an, dass der 57-Jährige zwei Frauen in ihren Wohnungen besuchte und sie dann unsittlich berührte.

Der suspendierte Beamte verliert damit seinen Job und auch seine Pensionsansprüche. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten, sein Verteidiger auf Freispruch plädiert.

Polizist nutze seine Position aus

Einer heute 76-Jährigen griff der Mann nach Überzeugung der Richter an die Brust und nutzte dabei seine Position als Polizist aus. Weil er außerdem seine geladene Dienstwaffe mitführte, wurde er in diesem Fall wegen eines schweren sexuellen Übergriffs verurteilt.

Im zweiten Fall verurteilte das Gericht den Beamten wegen sexueller Belästigung: Einer heute 50-jährigen Frau hatte der Polizist nach Überzeugung der Richter unvermittelt an die Brust gegriffen und verlangt, sie solle sich nackt ausziehen.

Angeklagter erzählt gegenteiligen Hergang

Der Vorsitzende Richter Claus Körner sagte, das Strafmaß sei erforderlich, aber ausreichend, um die Schuld zu sühnen. Der Mann habe der Polizei durch sein Verhalten großen Schaden zugefügt.

In der Verhandlung hatte der Angeklagte zu dem schwereren Fall eine Version des Geschehens geschildert, die der Aussage des Opfers komplett widersprach. Die Frau habe ihm "oben herum" unbekleidet die Tür geöffnet, er habe sich belästigt gefühlt und deshalb schnell die Wohnung verlassen wollen.

Dabei sei es zu einer Umarmung an der Tür gekommen. Er habe vorgehabt, nach zwei dienstfreien Tagen mit seinem Vorgesetzten über den Vorfall zu sprechen. In der Zwischenzeit habe die Frau jedoch bereits Anzeige erstattet gehabt.

Richter konnten Aussage nicht nachvollziehen

Die Richter konnten diese Angaben nach eigenem Bekunden aber nicht nachvollziehen, zumal ein zweiter Beamter im Streifenwagen gewartet hatte. "Dass Sie ihn nicht zu der Situation hinzuholten, zeigt, dass der Kollege nichts mitbekommen sollte", sagte Richter Körner.

Staatsanwalt Jonas Heinzlmeier hatte für den Polizisten aus dem mittelfränkischen Weißenburg eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert und gesagt, es sei nur schwer vorstellbar, dass sich die über 70-Jährige einem Polizisten angeboten habe. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten, sein Verteidiger auf Freispruch plädiert.

In Oberfranken hat es im Juni einen Fall sexuellen Missbrauchs in einer Familie gegeben. Ein 24-Jähriger griff dabei einer Achtjährigen in die Hose.

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