Ansbach

Mittelfranken: 53-Jähriger bekommt Skorpione mit der Post - und führt Polizei zu Drogenkonsumenten

Statt seiner gewünschten Bestellung hatte ein Mann in Mittelfranken vier Skorpione im Briefkasten. Als er mit dem Päckchen zur Polizei ging, war das Thema aber nicht erledigt.
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Symbolfoto: Federico Gambarini/dpa
Symbolfoto: Federico Gambarini/dpa

Ein 53-jähriger Ansbacher hat vor wenigen Tage in seinem Briefkasten ein kleines und lange ersehntes Päckchen entdeckt, in dem er ein online bestelltes Uhrenarmband erwartete. Dies berichtet die Polizei Ansbach. Ohne auf den Adressenaufkleber zu achten riss er voller Vorfreude den Karton auf. Darin fand er jedoch lediglich vier Filmdöschen. In jedem davon befand sich, seiner Einschätzung zu Folge, ein "großer Käfer" - aber kein Uhrenband.

Skorpione in der Post: Mit dem Päckchen zur Polizei

Mit diesem Fund erschien er bei der PI Ansbach und schilderte seine missliche Lage. Das Päckchen war nämlich, wie zu spät festgestellt, von einem Absender aus Italien an seinen im gleichen Mehrparteienwohnhaus wohnenden Nachbarn gerichtet. Diesen konnte er aktuell aber nicht antreffen.

Nach erneuter polizeilicher Öffnung der Plastikdöschen und genauerer Betrachtung des Inhalts konnten vier kleine Skorpione ausgemacht werden. Da der Empfänger zu weiteren Abklärungen nicht erreicht werden konnte, recherchierten die Beamten der PI Ansbach mit Unterstützung zoologischer Experten zur genauen Artbestimmung der Tierchen. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei den per Post verschickten "wenig giftigen" Miniskorpionen um keine geschützte Art handelt und diese an den Terrarienfreund ausgehändigt werden können.

Typischer Geruch aus der Wohnung des Skorpion-Bestellers

Mehrmalige Versuche im Laufe des Tages diesen an seiner Wohnung anzutreffen schlugen fehl. Erst am späten Abend öffnete der tatsächliche Empfänger seine Wohnungstüre den davor wartenden Polizeibeamten. Gleichzeitig stieg den erfahrenen Beamten aus der Wohnung heraus der typisch aufdringliche Geruch von Cannabis in die Nase.

Letzten Endes kam es zwischen dem Postempfänger und den Beamten zu einer Art "Tauschgeschäft" - Spinnentiere gegen die in der Wohnung befindliche geringe Menge Marihuana. Hierfür bekommt der Terrarienfreund nun wiederum Post - diesmal von der Staatsanwaltschaft Ansbach.

Die genaue lateinische Bezeichnung der Skorpionart konnte nachträglich leider nicht in Erfahrung gebracht werden, schreibt die Polizei Ansbach.

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