Rothenburg ob der Tauber
Straftat vorgetäuscht

"18-Jährige unsittlich begrabscht": Mann geschlagen und verhaftet - dabei war alles frei erfunden

Weil ein 30-Jähriger eine 18-Jährige mehrfach "unsittlich begrapscht" haben sollte, kam es im August in einer Disko in Rothenburg zu tumultartigen Szenen. Jetzt wird klar: Die Vorwürfe waren frei erfunden.
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Ein 30-Jähriger wurde in Rothenburg (Kreis Ansbach) geschlagen und musste in Polizeigewahrsam genommen werden, weil eine 18-Jährige ihn beschuldigte, sie sexuell belästigt zu haben. Doch die Vorwürfe waren erfunden. Symbolfoto: Katrin Geyer
Ein 30-Jähriger wurde in Rothenburg (Kreis Ansbach) geschlagen und musste in Polizeigewahrsam genommen werden, weil eine 18-Jährige ihn beschuldigte, sie sexuell belästigt zu haben. Doch die Vorwürfe waren erfunden. Symbolfoto: Katrin Geyer

In der Nacht zum Sonntag, 18.08.19, kam es vor einer Rothenburger Diskothek zu tumultartigen Szenen und handgreiflichen Auseinandersetzungen, nachdem ein 30-jähriger Gast des Tanzlokals eine 18-Jährige mehrfach unsittlich begrapscht haben soll. Etliche Personen hatten sich mit der mutmaßlich geschädigten 18-Jährigen solidarisiert und bedrängten den alkoholisierten Mann unter wüsten Beschimpfungen.

Faustschlag ins Gesicht

Schließlich verpasste ein zunächst Unbekannter dem 30-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht, wodurch er leichte Verletzungen erlitt. Durch den Einsatz mehrerer Streifenbesatzungen konnte die Situation wieder beruhigt werden - der damals Beschuldigte, der außer sich vor Wut war, musste zur Gefahrenabwehr in polizeilichen Gewahrsam genommen werden.

"Vorwurf völlig haltlos"

Der Vorfall, der nicht zuletzt in sozialen Medien zu emotionalen Diskussionen geführt hatte, konnte nun nach umfangreichen Vernehmungen aufgeklärt werden. Der ursprüngliche Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen den 30-jährigen Mann stellte sich als völlig haltlos heraus.

Grund war eine "offene Rechnung"

Sowohl das "Opfer" als auch eine Begleiterin der jungen Frau hatten das zu Protokoll gegebene Tatgeschehen offenbar vor dem Hintergrund einer "offenen Rechnung" mit dem 30-Jährigen frei erfunden. Ermittelt werden konnte auch ein 43-Jähriger, dem der Faustschlag gegen den angeblichen "Sittenstrolch" zur Last gelegt wird. Gegen die 18-Jährige sowie ihre falsch aussagende Begleiterin werden nun Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat sowie falscher Verdächtigung geführt. Die beiden Tatverdächtigen zeigten sich reumütig und geständig.

Ein echter Fall sexueller Belästigung ereignete sich hingegen kürzlich in Unterfranken: Ein 15-jähriges Mädchen und ihre Freunde wurden in einem fränkischen Park sexuell belästigt. Die Täter konnten vorläufig festgenommen werden.

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